Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

187

Manganate - Manganlegierungen.

so leicht an der Luft, daß es am besten in sauerstofffreiem Steinöl aufbewahrt wird, schmilzt bei Weißglut und wird von Säuren heftig angegriffen. Es erscheint in vielen Verbindungen zweiwertig, doch tritt die Atomgruppe Mn2 ^[Mn_{2}] auch sechswertig auf. Es bildet mit Sauerstoff Manganoxydul MnO, Manganoxyd Mn2O3 ^[Mn_{2}O_{3}], Manganoxyduloxyd Mn3O3 ^[Mn_{3}O_{3}], Mangansuperoxyd MnO2 ^[MnO_{2}], Mangansäureanhydrid MnO3 ^[MnO_{3}], Übermangansäureanhydrid Mn2O7 ^[Mn_{2}O_{7}]. Reines M. wird technisch nicht benutzt; aber einige Legierungen sind von Wichtigkeit, und mehrere Manganverbindungen spielen in der Technik eine große Rolle. Von den Manganverbindungen war Braunstein schon den Alten bekannt, wurde aber als weibliche Art des Magnetsteins (Lapis magnesius) betrachtet und daher Magnesia genannt. Noch im 16. Jahrh. wird er als Lapis manganensis aufgeführt, und erst Patt zeigte 1740, daß er kein Eisen enthält. Scheele und Bergman unterschieden das M. zuerst als eigentümliches Metall, und Gahn stellte zuerst das Magnesium dar, welches seit Klaproth M. genannt wird.

Manganāte, s. v. w. Mangansäuresalze, z. B. Kaliummanganat, s. v. w. mangansaures Kali; s. Mangansäure.

Mangānblende (Manganglanz, Braunsteinblende, Braunsteinkies, Alabandin), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, kristallisiert tesseral, findet sich meist derb in körnigen Aggregaten und eingesprengt, ist eisenschwarz bis dunkel stahlgrau, bräunlichschwarz anlaufend, halbmetallisch glänzend, Härte 3,5-4, spez. Gew. 3,9-4,1, besteht aus Schwefelmangan MnS mit 63,22 Proz. Mangan und findet sich bei Kapnik, Nagyag und Offenbanya in Siebenbürgen, bei Gersdorf in Sachsen, Alabanda, in Mexiko, Brasilien.

Mangānbraun, s. Bister.

Mangānbronze, s. Manganlegierungen.

Mangānchlorür (Chlormangan) MnCl2 ^[MnCl_{2}] entsteht unter Entwickelung von Chlor beim Erhitzen von Braunstein (Mangansuperoxyd) mit Salzsäure, findet sich daher in den Rückständen von der Bereitung des Chlors. Um es aus diesen, welche auch Eisen-, Kalkverbindungen und andre Verunreinigungen enthalten, rein darzustellen, verdampft man die Lauge zur Verjagung freier Salzsäure, verdünnt sie dann mit Wasser und versetzt den vierten Teil derselben mit überschüssigem kohlensauren Natron. Hierdurch wird kohlensaures Manganoxydul gefällt, welches man auswäscht und mit der übrigen Lauge kocht. Das kohlensaure Manganoxydul löst sich dann wieder, während das Eisen vollständig als Eisenhydroxyd ausgeschieden wird. Die filtrierte Lösung wird verdampft und gibt dann hellrötliche Kristalle von M. mit 4 Molekülen Kristallwasser, welche brennend, hinterher salzig schmecken, in feuchter Luft zerfließen und sehr leicht löslich sind. Man benutzt M. in der Färberei, die Chlorbereitungsrückstände aber werden meist auf sauerstoffreiche Manganoxyde verarbeitet, die man wieder zur Chlorbereitung benutzt. Vgl. Mangansuperoxyd. Die chlorreichern Manganverbindungen, das Chlorid Mn2Cl6 ^[Mn_{2}Cl_{6}] und das Superchlorid MnCl4 ^[MnCl_{4}], zerfallen leicht in Chlor und M.

Mangāneisen, s. Eisenlegierungen.

Mangānepidot, s. Epidot.

Manganeūt (griech.), Zauberer, Gaukler.

Mangānextrakt, s. Borsaures Manganoxydul.

Mangānglanz, s. v. w. Manganblende.

Mangānhydroxyd, s. Manganoxyd.

Mangānhydroxydul, s. Manganoxydul.

Mangānhyperoxyd, s. v. w. Mangansuperoxyd.

Manganīt (Graubraunstein, Graumanganerz), Mineral aus der Ordnung der Hydroxyde, kristallisiert rhombisch, säulenförmig, findet sich aufgewachsen und in Drusen, auch derb in radialstängeligen oder faserigen, seltener körnigen Aggregaten, ist dunkel stahlgrau bis fast eisenschwarz, oft bräunlichschwarz, auch bunt angelaufen mit unvollkommenem Metallglanz, undurchsichtig, Härte 3,5-4, spez. Gew. 4,3-4,4, besteht aus Manganhydroxyd H2Mn2O4 ^[H_{2}Mn_{2}O_{4}] und findet sich meist mit andern Manganerzen auf Gängen bei Ilfeld, Ilmenau, Öhrenstock, Gießen, Weilburg, Limburg etc. Es wird wie Braunstein benutzt, ist aber weniger wertvoll. Erdiger M. (Braunsteinrahm, Brauneisenrahm) tritt als zartschuppiges, braunes oder graues, stark abfärbendes Pulver, als Überzug auf Braun- und Spateisenstein auf und enthält Eisen und Mangan.

Mangānkiesel, s. Rhodonit.

Mangānlegierungen, Verbindungen und Mischungen des Mangans mit andern Metallen, welche bei der Schwierigkeit der Gewinnung des reinen Mangans aus seinen Erzen gewöhnlich durch Schmelzen eines Manganoxyds mit dem Oxyd eines andern Metalls und Kohle im Graphittiegel bei sehr hoher Temperatur dargestellt werden. Die bronzeähnlichen Mangankupferlegierungen geben mit Zink eine vollkommen neusilberartige Legierung, so daß das Mangan das Nickel im Neusilber vertreten kann. Mangankupfer (Kupromangan) wird aus eisenfreiem Manganerz und Kupferoxyd dargestellt, indem man dieselben mit Kohle und Teer mischt, stark komprimiert und dann erhitzt. Eine aus 70 Kupfer und 30 Mangan bestehende Legierung benutzt man als Zusatz zu Rotguß, Messing, Bronze (Manganbronze), um Dichtigkeit, Festigkeit und Dehnbarkeit dieser Legierungen zu erhöhen. Kupfer wird durch 6 Proz. Mangan sehr hart, eine Kupferzinnlegierung mit 6 Proz. Mangan ist stahlhart und nimmt die Feile nicht mehr an. Manganrotguß aus 80 Kupfer, 9 Mangankupfer, 6 Zinn und 5 Zink bewährt sich sehr gut als Lagermetall. Ähnliche Legierungen haben folgende Zusammensetzung:

Zinn Zink Blei Kupromangan

16 3,5 3,5 1

16 3 3 2

14 - - 1 85 Kupfer zu Rotguß

17 - - 2 81 Kupfer zu Rotguß

42 - 40 2 16 Antimon zu Weißguß

20 - 58 2 20 Antimon zu Weißguß

Der Manganzusatz zu Rotguß, Messing, Bronze empfiehlt sich auch überall, wo diese Legierungen einen hohen Druck auszuhalten haben oder mit säurehaltigem Wasser (Kohlensäure) in Berührung kommen. Drehspäne und alte Reste von manganhaltigen Kupferlegierungen geben beim Zusammenschmelzen sofort wieder verwendbares Metall. Zur Darstellung dieser Legierungen schmelzt man zuerst das Kupfer, setzt das Mangankupfer zu, feuert stark, bis dasselbe vollständig aufgenommen ist, und fügt dann Zinn und Zink hinzu. Aus Mangan, Kupfer und Zink bestehende Legierungen sind rotwarm walzbar. Diese Eigenschaft entbehren gewisse eisenhaltige Legierungen, wie die folgenden:

^[Liste]

Eisen 5,88 5,0

Zink 11,77 11,5

Mangan 26,35 20,0

Nickel - 6,5

Kupfer 56,00 57,0

Diese Legierungen sind sehr weiß, geben, wenn gegossen und verarbeitet, hellen Klang und eignen sich