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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Manganzinkspat - Mangunen.

durch die Lauge, so findet vollständige Oxydation statt, und man braucht nur die Chlorcalciumlauge abzuziehen, um das regenerierte M. wieder zur Chlorentwickelung benutzen zu können. Dies 1867 von Weldon angegebene Verfahren wird jetzt allgemein ausgeführt.

Mangānzinkspat, s. Zinkspat.

Mangarēwa, zu den Tuamotuinseln gehörige Inselgruppe, im südöstlichen Teil derselben, besteht aus den Mangarewa- oder Gambierinseln (24 qkm), Timoe und Ebrill und mißt im ganzen 31 qkm (0,56 QM.) mit 1000 Einw. rarotonganischen Stammes, die jetzt, zum Katholizismus bekehrt, unter französischer Schutzherrschaft stehen. Die Inselgruppe wurde 1797 von Wilson entdeckt.

Mangbattu, Volk, s. Monbuttu.

Mange (mittellat. manga, manganum), Wurfmaschine, ähnlich der Balliste der Alten, welche vor Erfindung des Schießpulvers im Gebrauch war (vgl. Antwerke). Von der Form derselben ging der Name über auf die heutige M. (Mangel, Rolle), eine Vorrichtung zum Glätten der Wäsche, welche, wie beim Kalander (s. d.), zwischen zwei glatte Walzen unter hinreichend starkem Druck hindurchgeführt oder, auf Rundholz aufgewickelt, unter einem schweren Kasten gerollt wird. Je nachdem dieser schwere Kasten gezogen oder durch die Umdrehung einer Welle bewegt wird, unterscheidet man Zieh- und Drehrolle.

Mangelin (Mangal), ostind. Perlengewicht, in Madras = 0,3888 g.

Mangfall, linker Nebenfluß des Inn in Oberbayern, fließt bei Gmünd aus dem Tegernsee ab, verfolgt erst nördliche, von Grub an südöstliche Richtung, fließt unterhalb Bruckmühl durch Moore und mündet bei Rosenheim. Nebenflüsse: die Schlierach (aus dem Schliersee), Leizach, Glon und Kalten.

Manghasbaum, s. Cerbera.

Mangifĕra L. (Mangobaum, Mangostane), Gattung aus der Familie der Anakardiaceen, immergrüne Bäume in Ostindien mit ganzen, gegenständigen Blättern, kleinen Blüten in großen, endständigen Rispen und sehr wohlschmeckenden Steinfrüchten mit einsamigem Kern. M. indica L. (gemeiner Mangobaum, echte Mangostane, s. Tafel "Nahrungspflanzen III"), ein Baum von 12 m Höhe, mit einem manchmal 4,5 m im Umfang haltenden Stamm, gestielten, länglich lanzettlichen, großen, oberseits blaugrünen, unterseits hell gelbgrünen Blättern, zahlreichen Blütenrispen mit orangegelben Blüten und orangegelben, gänseeigroßen Früchten, wird in Ostindien und in andern Tropenländern kultiviert. Die Früchte sind ein sehr beliebtes Obst und werden unreif zu Gelees, Kompotten, Pickles etc. benutzt. Die großen Samen sind ebenfalls genießbar und werden auf Martinique und Réunion zu Stärkemehl verarbeitet. Die Rinde dient zum Gerben, das Holz als Brenn- und Nutzholz. Mit den Zweigen schmücken die Brahmanen an Festtagen ihre Hütten. M. gabonensis Aubry (Obabaum), ein eichenähnlicher Baum an der Küste von Sierra Leone in Oberguinea, trägt große, gelbe Steinfrüchte, Iba, aus deren ölreichen, mandelartig schmeckenden Samen Dikabrot (Gabunschokolade) bereitet wird. Dies bildet ein Hauptnahrungsmittel der Eingebornen der Küste von Sierra Leone bis Gabun. Das Fett (Dikafett, Adika), welches auch von Irwingia Barteri Hook. abgeleitet wird, ist der Kakaobutter ähnlich, riecht angenehm, schmeckt mild, schmilzt bei 40°, wird leicht ranzig, ist verseifbar und dient zur Kerzenfabrikation. S. Tafel "Nahrungspflanzen III".

Mangin (spr. mangschäng), Arthur, franz. Schriftsteller, geb. 19. Dez. 1824 zu Paris, studierte unter Payen und Pelouze Chemie, beteiligte sich 1848 an der Revolution, wurde kurze Zeit im Ministerium des öffentlichen Unterrichts beschäftigt und widmete sich dann ausschließlich litterarischen Arbeiten, speziell der Popularisierung der Naturwissenschaft und der Nationalökonomie. Von seinen zahlreichen Schriften sind zu erwähnen: "Les savants illustres de la France" (2. Aufl. 1865); "Voyage scientifique autour de ma chambre" (1862); "Voyages et découvertes outre-mer au XIX. siècle" (1862); "Les mystères de l'Océan" (3. Aufl. 1866); "L'air et le monde aérien" (1865); "Le désert et le monde sauvage" (1866); "Les jardins, l'histoire et description" (Prachtwerk, 1867); "Les poisons" (1868); "Les plantes utiles" (1869); "Nos ennemis et nos alliés", Zoologisches (1870); "Pierres et métaux" (1871); "L'homme et la bête" (1873); "Le monde de l'air" (1880); "Le monde marin" (1881); "La pluie et le beau temps" (1883); "Histoire des jardins anciens et modernes" (1887).

Mangit, die seit 1784 in Bochara regierende Dynastie aus dem mongolischen Stamm der Mangiten, welcher von Dschengis-Chan im 13. Jahrh. nach dem Oxus verpflanzt wurde.

Mangkasar, Landschaft, s. Makassar.

Manglebaum, s. Rhizophora.

Mangobaum, s. Mangifera.

Mangold, Pflanzengattung, s. Beta.

Mangold, 1) Karl Amand, Komponist, geb. 8. Okt. 1813 zu Darmstadt, Schüler seines Bruders, des Hofkapellmeisters Wilhelm M. daselbst, trat schon 1831 als Violinspieler in die großherzogliche Hofkapelle, besuchte 1836-39 das Konservatorium zu Paris und ward nach seiner Rückkehr nach Darmstadt Direktor eines Musikvereins sowie 1848 Musikdirektor des dortigen Hoftheaters. 1869 trat er in den Ruhestand. Von seinen zahlreichen, oft mit Preisen gekrönten Kompositionen sind zu nennen die Oratorien: "Wittekind", "Abraham" und "Israel in der Wüste", die Symphoniekantate "Elysium", die Opern: "Das Köhlermädchen", "Tannhäuser" und "Gudrun", die Konzertdramen: "Hermannsschlacht", "Hermanns Tod" und "Frithjof"; außerdem viele Lieder ("Zwiegesang") und Männerchöre ("Waldlied", "Die Weisheit des Mirza Schaffy") etc. Reichtum an Melodien und originelle Orchestration sind hervorstechende Züge seiner Kompositionen.

2) Wilhelm Julius, protest. Theolog, geb. 20. Nov. 1825 zu Kassel, studierte 1845-49 in Halle, Marburg, Göttingen, wurde 1851 Repetent an der Stipendiatenanstalt in Marburg, habilitierte sich daselbst 1852 in der theologischen Fakultät, der er seit 1857 als außerordentlicher, seit 1863 als ordentlicher Professor der Theologie angehörte; in gleicher Eigenschaft wurde er 1872 nach Bonn versetzt. Unter seinen Schriften sind zu nennen: "De monachatus originibus et causis" (Marb. 1852); "Die Irrlehrer der Pastoralbriefe" (das. 1856); "Der Römerbrief und die Anfänge der römischen Gemeinden" (das. 1866); "Bilder aus Frankreich" (das. 1869); "Der Römerbrief und seine geschichtlichen Voraussetzungen" (das. 1884); "E. L. Th. Hencke" (das. 1879). Auch gab er die 3. und 4. Auflage von Bleeks "Einleitung in das Neue Testament" heraus.

Mangostane, s. Garcinia und Mangifera.

Mangrove, s. Rhizophora.

Manguianen, Volksstamm der Insel Mindoro (s. d.).

Mangunen, Volk, s. Oltscha.