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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Maniok; Manīpel; Manipulation; Manipur; Manis; Manisa; Manistee; Manitobá; Manitobásee

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Maniok - Manitobasee.

Andenken das Volk in der Zeit seiner Befreiung tröstete und stärkte. Nach erreichtem Ziel wurde Manins Gedächtnis auch gebührend gefeiert. Seine Gebeine wurden 1868 im befreiten Venedig feierlich beigesetzt und 22. März 1875 sein schönes Standbild daselbst enthüllt, nachdem ihm bereits 1861 ein solches in Turin errichtet worden war. Vgl. Martin, Daniel M. and Venise in 1848-49 (Lond. 1863, 2 Bde.); Derselbe, Daniel M. (2. Aufl., Par. 1861); Errera und Finzi, La vita e i tempi di Daniele M. (Flor. 1872); Errera, Daniele M. e Venezia (das. 1875); "Daniele M. e Giorgio Pallavicino. Epistolario politico 1835-57" (Mail. 1877); Perlbach, Dan. M. und Venedig 1848-49 (Greifsw. 1878).

Maniok, s. Manihot.

Manīpel (lat.), eine Unterabteilung der römischen Legion (s. d.), so benannt von dem Bündel (manipulus) Heu, das den Soldaten in den ersten Zeiten Roms statt der Fahne vorgetragen ward; im Kirchenwesen ursprünglich ein leinenes Tuch des amtierenden Priesters zum Abtrocknen des Gesichts etc., seit dem 12. Jahrh. ein bloßer Schmuck, der als breites Band vom Priester über dem linken Unterarm getragen wird.

Manipulation (lat.), der kunstgerechte Gebrauch der Hände; dann allgemein s. v. w. Geschäftskniff; manipulieren, Manipulationen vornehmen.

Manipur (Katha bei den Birmanen), Vasallenstaat des britisch-ind. Kaiserreichs, zu Assam gehörig und im NW. an dieses stoßend, im übrigen vom ehemaligen Königreich Birma begrenzt, 20,719 qkm (376 QM.) groß mit (1881) 221,070 Einw. Das Land ist von drei parallelen Bergketten durchzogen, welche im N. eine Höhe von 2500 m erreichen sollen, und wohlbewässert; der Nam Kathe fließt zum Kyendwen, einem Nebenfluß des Irawadi, der Barak zum Megna ab. Das Klima ist gesund, leichte Erdbeben kommen zuweilen vor. Der größte Teil der Oberfläche ist mit prächtigen Wäldern bedeckt. Von Mineralien findet man geringwertige Kohle und Eisenerze; Salz wird aus heißen Solquellen gewonnen. Elefanten, Rhinozerosse, Tiger, Leoparden, Bären, Hirsche, wilde Büffel, Affen, ungeheure Riesenschlangen beleben die Wälder; die kleinen Pferde sind kräftig und feurig. Die Einwohner gehören zur indochinesischen Familie, sind aber durch die Naga und Kuki stark beeinflußt worden, von denen mehrere Stämme in den Bergen leben. Der Religion nach sind 130,892 Hindu, 4881 Mohammedaner, 85,288 Naturanbeter in den Bergen. Die Sprache der Mehrzahl (128,526) ist das Manipuri, das nach den Untersuchungen von Brandreth im 10. Bande des "Journal of the Royal Asiatic Society" (Lond. 1877) mit verschiedenen Dialekten zusammen die Manipur-Chittagonggruppe der tibeto-birmanischen Sprachen bildet, die nach der gewöhnlichen Annahme zu dem einsilbigen südostasiatischen Sprachstamm zu zählen sind. Ackerbau ist Hauptbeschäftigung. Eine fahrbare Straße nach Katschar ist von der indischen Regierung erbaut, doch sind die Wege im allgemeinen schlecht. Eingeführt werden von Katschar: Betelnüsse, Baumwollenstoffe, kupferne Geräte, Handwerkszeug u. a.; dagegen ausgeführt: Pferde, Leinwand, Seide, Wachs etc. Politisch steht M. unter dem britischen Regierungskommissar in Assam. Der Radscha verdankt seine Unabhängigkeit von Birma (1826) den Engländern und erhält für abgetretenes Land an Birma sowie Aufstellung von Grenzposten jährlich 637 Pfd. Sterl. Die Truppen (4400 Mann Infanterie, 400 Kavallerie, 500 Artillerie) sind eine von englischen Offizieren ausgebildete Miliz. Der Radscha ist alleiniger Grundeigentümer; seine Einkünfte betragen 2500 Pfd. Sterl. Das Geld besteht in kleinen Kupfermünzen und indischen und birmanischen Rupien. Seit 1887 geht der Landtelegraph von Kalkutta nach Oberbirma über M.

Manis, Schuppentier.

Manisa (im Altertum Magnesia ad Sipylum), Hauptstadt eines Liwa im kleinasiat. Wilajet Aïdin, am Nordfuß des Manisa Dagh (Sipylos), Station der Eisenbahn von Smyrna nach Alaschehr, mit verfallenem Kastell und etwa 60,000 Einw. (darunter 13,000 Griechen, 6000 Armeniern und 3000 Juden). Die Umgegend bringt Baumwolle, Valonen, Wein, Getreide, Alizari, Tabak und Sesam hervor. - Östlich das Schlachtfeld, wo 190 v. Chr. Antiochos von Syrien durch Cornelius Scipio besiegt wurde. M. fiel 1398 in die Hände der Osmanen und war bis zur Eroberung Konstantinopels (1453) abwechselnd mit Brussa Residenz der Sultane.

Manistee (spr. -tih), Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, an der Mündung des Flusses M. in den Michigansee, mit Holzhandel und (1880) 6930 Einw.

Manitobá, brit. Provinz in Nordamerika, zur Dominion von Kanada gehörig, liegt zwischen 49°-52° 50' nördl. Br. und 95°-101° 20' westl. L. Die Provinz umfaßt das fruchtbare Thal des Red River (s. d.) und dasjenige seines Nebenflusses Assiniboine sowohl als die dicht bewaldeten Umgebungen der Seen Winnipeg (216 m ü. M.) und Manitoba. Der Südwesten ist Prärie oder Steppe, über welche die Turtle Mountains bis zu 655 m ü. M. ansteigen. Dort, am Souris oder Mausfluß (einem Nebenfluß des Assiniboine), findet man auch Braunkohlen. Das Klima zeichnet sich durch strenge Winter und heiße Sommer aus (s. Nordwestgebiet), und sämtliche europäische Getreidesorten geben treffliche Ernten. M. hat ein Areal von 156,753 qkm (2846,9 QM.) und (1886) 72,721 Einw. mit Einschluß von 5574 Indianern, denen 35,000 Hektar Land als Reservationen überlassen sind, und 7985 Mestizen. Im J. 1886 waren 301,000 Hektar angebaut, und man zählte 37,485 Pferde, 144,685 Rinder, 16,053 Schafe und 101,490 Schweine. Ackerbau und Viehzucht bilden die Hauptbeschäftigung. Die kanadische Pacificbahn durchschneidet die Provinz von O. nach W., und ein Zweig derselben soll sie mit Port Nelson an der Hudsonbai (s. d.) in Verbindung setzen. 63 Schiffe (davon 39 Dampfer) vermitteln den Verkehr auf den Flüssen und Seen. An der Spitze der Verwaltung steht ein von der Krone ernannter Gouverneur, während die gesetzgebende Gewalt in den Händen einer Assembly ruht, deren 30 Mitglieder auf fünf Jahre vom Volke gewählt werden. Hauptstadt ist Winnipeg. - M. wurde zuerst von dem Grafen Selkirk besiedelt, der schottische Kolonisten heranzog. Die Kolonie konnte aber bei der geringen Gunst, deren sie sich von seiten der Hudsonbaikompanie erfreute, nie zu einiger Blüte gelangen. Erst als M. 1870 als selbständige Provinz der Dominion von Kanada einverleibt wurde, ein Akt, der die französischen Kanadier, die eine Einschränkung ihrer "Freiheiten" befürchteten, zu einem Aufstand verleitete, den Sir Garnet Wolseley ohne Blutvergießen unterdrückte, besserten sich die Verhältnisse, und ihr Wachstum ist seitdem ein recht schnelles gewesen. Vgl. Bryce, M., its infancy, growth and present condition (Lond. 1882); Christie, M. (das. 1885).

Manitobásee, Binnensee in der britisch-amerikan. Provinz Manitoba, 229 m ü. M., 4920 qkm groß, ist durch einen engen Kanal mit dem Winnipegosissee verbunden und entleert sich durch den 230 m breiten,