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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Manitoulin; Manitōwoc; Manitu; Manizáles; Manja; Manjuéma; Mankieren; Manley; Manlĭus; Manmatha; Mann; Manna

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Manitoulin - Manna.

kleinen Saskatschewanfluß in den Winnipegsee. Im S. umfaßt ihn fruchtbares Prärieland.

Manitoulin (spr. -tuhlĭn), Inselgruppe im Huronensee, von der steilen Nordküste desselben durch den Nordkanal geschieden und, mit Ausnahme der Drummondinsel, zur britisch-amerikanischen Provinz Ontario gehörig. Die größte Insel ist Great M., 120 km lang, mit ca. 2000 Einw., meist Indianern.

Manitōwoc, Stadt im nordamerikan. Staat Wisconsin, am Michigansee, 120 km nördlich von Milwaukee, mit gutem Hafen, Schiffbau, Holzhandel und (1880) 6367 Einw.

Manitu, Name des "großen Geistes" bei den nordamerikan. Indianern, wobei jedoch auch ein Kitschi M. und Matschi M. (guter und böser Geist) sowie verschiedene Manitus (Gottheiten) der Sonne, Gewässer, Winde etc. unterschieden werden.

Manizáles, Stadt an der Südgrenze des Departements Antioquia der südamerikan. Republik Kolumbien, 1848 gegründet, 1878 durch ein Erdbeben teilweise zerstört, aber 1880 bereits wieder mit 12,000 Einw., die lebhaften Handel mit Kakao etc. treiben.

Manja, Fluß, s. Tana 2).

Manjuéma (Manjéma), Landschaft im innern Äquatorialafrika, zwischen dem Tanganjika und dem obern Congo, ein ungemein schönes, fruchtbares und wohlbewässertes Gebiet, welches von einem ziemlich hellfarbigen, kräftigen und gut gebildeten Volk bewohnt wird, das aber trotz des Überflusses an Nahrungsmitteln der Menschenfresserei in hohem Grad ergeben ist. Sie nennen sich selber Uenja und zerfallen in eine große Anzahl kleiner Stämme unter Häuptlingen, die beständig auf dem Kriegsfuß miteinander stehen, betreiben einige Industrie und wohnen in regelmäßig angelegten Dorfschaften. Als die Araber 1866 zuerst in Nyangwe ihr Hauptquartier errichteten, wurden sie wohl aufgenommen; als aber die Eingebornen ihr eisernes Joch zu fühlen begannen und dasselbe abzuschütteln suchten, wurden sie von den Arabern unter großem Blutvergießen niedergeworfen, und ihr mächtiger Häuptling Tippo Tip herrschte nun unumschränkt. Besucht wurde M. zuerst von Livingstone 1869 und 1871, darauf 1872 von Stanley, 1873 von Cameron, 1882 von Wißmann, 1885 von Gleerup, 1886 von Lenz.

Mankieren (manquieren, franz.), mangeln, fehlen; auch (kaufmännisch) s. v. w. fallieren. S. Manco.

Manley (spr. männlĭ), Marie M. de la Riviere, engl. Schriftstellerin, geb. 1678. Ihr Vater Sir Roger M., Gouverneur von Guernsey, starb früh und ließ sie unter dem Schutz eines herzlosen Verwandten, der ihre Unerfahrenheit benutzte und sie ins Elend brachte. Gleich ihrer leichtfertigen Zeitgenossin Aphra Behn (s. d.), wußte sie ihre gewandte Feder im Dienste der Sittenverwilderung des Zeitalters nutzbar zu machen; sie schrieb einige Dramen und den berüchtigten Roman "The new Atalantis" (1709), der eine Satire auf die Whigs und eine Sammlung von argen Skandalgeschichten ist. Sie wurde verfolgt und büßte die Zügellosigkeit ihrer Feder kurze Zeit im Gefängnis. Nachdem Swift den "Examiner" aufgegeben, führte sie die Zeitschrift nicht ohne Geschick fort. Sie starb 1724.

Manlĭus, römisches, teils patrizisches, teils plebejisches Geschlecht, von dem es mehrere Zweige mit verschiedenen Beinamen gab. Unter den patrizischen Manliern sind folgende bemerkenswert:

1) Marcus M. Capitolinus, besiegte als Konsul 392 v. Chr. die Äquer, verteidigte 390 das Kapitol gegen die Gallier unter Brennus, indem er, von den der Juno geheiligten Gänsen geweckt, die die Burg ersteigenden Feinde vom Felsen herabstieß. Er soll hiervon den Beinamen Capitolinus bekommen haben, der indes schon vorher bei den Manliern vorkommt und ihnen wahrscheinlich deswegen erteilt wurde, weil sie ein Haus auf dem Kapitol hatten. Von Ehrgeiz und von Mitleid für die durch die Schuldgesetze schwer bedrückten Plebejer angetrieben, kaufte er mit Aufopferung seines Vermögens eine große Anzahl der in Schuldhaft befindlichen Plebejer los und erwarb sich dadurch einen großen Anhang unter dem Volk, ward aber deshalb von den Patriziern 384 des Strebens nach der Alleinherrschaft angeklagt, verurteilt und vom Tarpejischen Felsen herabgestürzt. Nach dem Tode des M. wurde durch Volksbeschluß bestimmt, daß kein Patrizier auf dem Kapitol wohnen solle; des M. Haus daselbst wurde niedergerissen und von der patrizischen Gens Manlia beschlossen, es solle ferner kein Manlier den Namen Marcus führen.

2) Titus M. Imperiosus, Sohn des Lucius M. Capitolinus, der 363 v. Chr. Diktator war, ward 362 Militärtribun. Im folgenden Jahr tötete er im Angesicht des Heers einen Gallier im Zweikampf und nahm demselben seine goldene Halskette (torques) ab, wovon er den Beinamen Torquatus erhielt. In seinem dritten Konsulat (340) siegte er, nachdem sein Kollege Publius Decius Mus sich in der Schlacht für das Vaterland geopfert hatte, am Vesuv entscheidend über die Latiner. In ebendiesem Feldzug ließ er seinen Sohn, der gegen sein Verbot mit einem Latiner gekämpft hatte, hinrichten; daher "imperia Manliana" sprichwörtlich für strenge Befehle.

3) Lucius M. Torquatus, Konsul 65 v. Chr., nachher Prokonsul von Makedonien, unterstützte Cicero 63 bei der Unterdrückung der Catilinarischen Verschwörung, bemühte sich 58 vergeblich, die Verbannung Ciceros abzuwenden, und wird von diesem wegen seines edlen Charakters durch besondere Lobeserhebungen ausgezeichnet.

Manmatha, ind. Liebesgott, s. Kâma.

Mann, s. Alter.

Manna, zuckerartige Substanz, welche von manchen Pflanzen freiwillig oder nach Einschnitten oder Insektenstichen, ausgeschieden wird. Die offizinelle Eschenmanna stammt von der Mannaesche (Fraxinus ornus L., s. Esche), welche behufs der Mannagewinnung im nördlichen Sizilien kultiviert wird. Man läßt die Bäumchen 8-10 Jahre alt werden und macht dann Einschnitte in die Rinde, aus welcher ein schnell erstarrender Saft ausfließt, der die M. bildet. Man kann denselben Baum 12-20 Jahre benutzen, indem man jedes Jahr neue Einschnitte macht. Dann aber ist er erschöpft, man fällt ihn und erzieht neue Triebe, die in 4-5 Jahren Erträge liefern. Im Handel unterscheidet man stängelige M. (M. cannellata), in leichten, halbröhrenförmigen, geschichteten, durch und durch kristallinischen, schwach eigentümlich riechenden, rein süß schmeckenden Stücken, und weiche M. (M. communis), in mißfarbigen, schmierigen Massen, mit schleimigem, kratzendem Beigeschmack. Die M. besteht vorwiegend aus Mannit (bis 70 und 80 Proz.), neben welchem, am meisten in den geringern Sorten, Zucker, Schleim und wenig Harz vorkommen. Der Aschengehalt der besten Mannasorte beträgt 3,6 Proz., der Wassergehalt der geringsten Sorten 10-15 Proz. Die M. dient als mildes Laxans. Ähnliche Ausschwitzungen auf andern Pflanzen enthalten nur Zucker, Dextrin und nicht Mannit. Die Eichenmanna entsteht in Mesopotamien, Kurdistan und Persien auf mehreren Eichen, besonders auf verschiedenen Formen von