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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Maritorne; Maritza; Maritzebel; Mariupol; Marĭus

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Maritorne - Marius.

Drache, deutsch, Sommer 1881, 1882, 1884, Korvettenkapitän Holzhauer, in der Nordsee. Amtlicher Bericht (Berl. 1886).

Romanche, französisch, unter Fregattenkapitän M. Martial, 1882-83; brachte die Polarkommission nach der Orangebai; Atlantischer Ozean. "Annalen der Hydrographie" 1884, S. 512.

Talisman, französisch, Sommer 1883, unter Kapitän Parfait; wissenschaftlicher Leiter Milne-Edwards (s. d.); Küste von Marokko, Kanarische und Kapverdische Inseln, Sargassosee. Parfait, Rapport sur la campagne scientifique du Talisman en 1883 (Par. 1884); "Annalen der Hydrographie" 1883, S. 117.

Enterprise, amerikanisch, 1883, unter Commander Barker; Südatlantic zwischen Kap Verde und Kapstadt, Indischer Ozean. "Annalen der Hydrographie" 1883, S. 680; 1884, S. 53.

Albatroß, amerikanisch, unter Leutnant-Commander Tanner, 1883 und 1884. Atlantischer Ozean, Karibisches Meer, Golf von Mexiko, Ostküste der Vereinigten Staaten. "Annalen der Hydrographie" 1884.

Bettor Pisani, italienisch, 1882-85, Kapitän Palumbo, Mittelmeer, Pernambuco, Ost- und Westküste Südamerikas, Honolulu, Schanghai, Ceylon, Suez. "Rivista maritima" (Rom 1884 ff.)

Holsatia, deutscher Dampfer, Kapitän Neumann, 1885 und 1887 Fahrt durch Ost- und Nordsee zur Untersuchung der in diesen Meeren treibenden Organismen. Begleiter: Professoren Möbius, Hensen, Benecke, Dr. Heinke, Schütt, Fischmeister Hinkelmann. "Fünfter Bericht der Kommission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere" für die Jahre 1882 bis 1886 (Berl. 1887).

Maritorne, nach dem Namen einer in Cervantes' "Don Quichotte" (I, 16) figurierenden Magd s. v. w. garstiges, schmutziges Weibsbild.

Maritza (der Hebros der Alten), Fluß in Ostrumelien und dem türk. Wilajet Adrianopel, entspringt oberhalb Banja am Tschadir-Tepe, einem Teil des antiken Rhodopegebirges, fließt anfangs nördlich, dann östlich, dann südlich und mündet nördlich von Enos in das Ägeische Meer. Die Länge beträgt 437 km. Schiffbar ist er für kleine Boote von Adrianopel an. Nebenflüsse sind links: Gjopsa, Tundscha, Ergene; rechts: Tschepelü, Ulu-dere, Arda.

Maritzebel (Abkürzung für Maria Sibylla), am Rhein häufiger Name in der niedern Volksklasse; Name der auf dem Kölner Puppentheater vorkommenden Frauensperson.

Mariupol, Hafenstadt im russ. Gouvernement Jekaterinoslaw, am Asowschen Meer, unfern der Mündung des Kalmius und an der Donez-Eisenbahn, besteht aus der eigentlichen Stadt und zwei Vorstädten, Marinska und Karassu, hat 6 griechisch-katholische und eine römisch-kath. Kirche, ein Theater, Gymnasium, Zollamt, Militärlazarett und (1882) 14,980 Einw., außer einer geringen Zahl Juden fast ausschließlich Griechen, welche lebhafte Gewerbthätigkeit (Fischsalzerei, Gerberei, Talgsiederei etc.) und bedeutenden Handel treiben. Die Ausfuhr (hauptsächlich Weizen und Leinsaat) belief sich 1886 auf 4,322,000 Rubel, die Einfuhr auf 1000 Rub. Hier soll im Altertum die Stadt Adamacha gestanden haben; die jetzige Stadt entstand Ende des 18. Jahrh., als 18,000 Griechen aus der Krim nach Rußland übersiedelten und das Land um M. erhielten (1779).

Marĭus, Gajus, röm. Feldherr, war der Sohn eines Landmanns und 157 v. Chr. in dem Dorf Cereatä bei Arpinum im Volskerland geboren. Er trat früh in römischen Kriegsdienst und zeichnete sich zuerst 134 im numantinischen Krieg unter Scipio Africanus aus. 119 zum Volkstribun erwählt, setzte er ein Gesetz (die Lex Maria) zur Verhinderung des Einflusses durch, den der Adel bei den Abstimmungen in den Komitien auszuüben pflegte. Bei der Bewerbung um die Ädilität fiel er durch; dagegen erlangte er 114 die Prätur, jedoch nicht ohne den Verdacht der Bestechung, und verwaltete dann als Proprätor die Statthalterschaft des jenseitigen Spanien. Um diese Zeit heiratete er Julia, eine Schwester von Cäsars Vater. Seinen Ruhm begründete er 109 und 108 im Jugurthinischen Krieg als Legat des Konsuls Q. Cäcilius Metellus. Die Gunst, die er sich durch seine ausgezeichneten Kriegsthaten beim Heer und dem römischen Volk erworben hatte, ermutigte ihn, sich für 107 um das Konsulat zu bewerben, dessen Erlangung damals für einen Mann, der nicht zur Nobilität gehörte (für einen homo novus), fast unerhört war. Nachdem ihm daher der Urlaub von Metellus, der auf seinen Ruhm neidisch war, nicht ohne Widerstreben und mit höhnischen Bemerkungen erteilt worden war, begab er sich nach Rom und wurde dort nicht nur zum Konsul gewählt, sondern ihm auch der Oberbefehl gegen Jugurtha übertragen. Er hatte dem Volk unter Schmähungen gegen die Nobilität versprochen, den Jugurtha tot oder lebend in seine Gewalt zu bringen, und verrichtete nun auch 107 und 106 eine Reihe glänzender Thaten, obwohl die Ergreifung des Jugurtha nicht ihm, sondern seinem Quästor L. Cornelius Sulla gelang, der sich deshalb rühmte, den Krieg beendigt zu haben, und sich dadurch den bittersten Haß des M. zuzog. Als ein besonders bemerkenswerter, folgenreicher Umstand ist noch hervorzuheben, daß M. als Konsul bei der Aushebung auch die ärmsten Bürger, die bisher vom Kriegsdienst ausgeschlossen gewesen waren (die capite censi), in das Heer aufnahm. Nach seiner Rückkehr aus Afrika wurde er für 104 zum zweitenmal zum Konsul ernannt, um den gefährlichen Krieg gegen die Cimbern und Teutonen (s. d.) zu führen, die seit 113 mehrere römische Heere geschlagen hatten, und da die Entscheidung dieses Kriegs sich bis 101 hinauszog, so wurde er für 103, 102, 101 zum dritten-, vierten- und fünftenmal und dann zur Belohnung für die glänzenden Siege bei Aquä Sextiä (Aix) 102 und bei Vercellä 101 zum sechstenmal 100 zum Konsul gewählt. In diesem Jahr gewährte er anfänglich dem Volkstribun Apulejus Saturninus und dem Prätor Servilius Glaucia, zwei aufrührerischen Führern der Volkspartei, seine Unterstützung; als dieselben aber in ihren Gewaltthätigkeiten immer weiter vorschritten, wagte er es nicht, für sie ferner Partei zu nehmen; er stellte sich vielmehr selbst an die Spitze der Senatoren und einer großen Zahl besserer Bürger zu einem bewaffneten Angriff auf sie, in dem sie erschlagen wurden. Durch diesen Sieg gewann die Senatspartei auf einige Jahre wieder die Oberhand über die Volkspartei, deren Haupt M. war, und dieser hielt es daher für ratsam, sich zunächst aus Rom zu entfernen, und auch nach seiner Rückkehr vermochte er nicht, sich aus seiner gedrückten, machtlosen Stellung wieder zu erheben. In dem Bundesgenossenkrieg (91-89) leistete er zwar als Legat nicht geringe Dienste, sein Ruhm wurde aber durch die glänzenden Kriegsthaten Sullas weit überstrahlt. 88 suchte er darauf Sulla, der in diesem Jahr das Konsulat bekleidete, den ihm übertragenen Oberbefehl gegen Mithridates zu entreißen; auf seine Veranlassung oder wenigstens mit seiner Zustimmung gab daher der Tribun P. Sulpicius Rufus ein Gesetz, durch welches dieser Oberbefehl auf M. übertragen wurde, und dieser schickte nun zwei Militärtribunen nach Nola in Kampanien, wo das Heer stand, um dasselbe für ihn in Eid und Pflicht zu nehmen. Allein Sulla zog an der Spitze desselben nach Rom und lieferte M. und Sulpicius auf dem Esquilinischen Hügel eine förmliche Schlacht, in welcher diese völlig geschlagen wurden. Es wurden hierauf zwölf Häupter der Gegenpartei von Sulla geächtet