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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Marivaux; Mark

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Marivaux - Mark.

unter ihnen selbstverständlich auch M., der sich unter den größten Gefahren und mancherlei Abenteuern nach Afrika flüchtete. Als aber der Konsul Cinna (s. d.) 87 einen Aufstand gegen die von Sulla eingesetzte Regierung machte und mit einem Heer gegen Rom zog, eilte auch M. herbei, sammelte in Etrurien eine Menge zuchtlosen Volkes und belagerte mit Cinna die Hauptstadt, die endlich ihren erbitterten Feinden die Thore zu öffnen genötigt war. Nun folgte ein furchtbares Morden, in welchem eine große Anzahl der angesehensten Männer den Tod fand. M. hatte seinen Begleitern den Befehl gegeben, jeden niederzustoßen, dessen Gruß er nicht erwidern würde, und auch außerdem mordete diese blutdürstige Bande auf eigne Hand, bis sie endlich von Cinna selbst oder von Sertorius umzingelt und niedergemacht wurde. Cinna und M. herrschten jetzt unumschränkt in Rom und konnten sich daher selbst für 86 zu Konsuln ernennen. So erlangte M. das ihm einst von einer Wahrsagerin verheißene siebente Konsulat, starb aber schon am 18. Tag desselben. Sein Leben ist von Plutarch beschrieben. Vgl. Gerlach, M. und Sulla (Basel 1856); thor Straten, Rettungen des M. (Meldorf 1869); Votsch, C. M. als Reformator des römischen Heerwesens (Berl. 1886). - M.' Sohn Gajus M. (der jüngere M.), geb. 109, war 82 mit Papirius Carbo Konsul, wurde bei Sacriportus von Sulla geschlagen und warf sich hierauf in das feste Präneste, wo er eine lange Belagerung aushielt und, als die Stadt sich Sulla ergab, sich selbst tötete.

Marivaux (spr. -woh), Pierre Carlet de Chamblain de, franz. Theaterdichter und Romanschriftsteller, geb. 4. Febr. 1688 zu Paris, versuchte sich früh im Dichten von Intrigenstücken, welche die geheimsten Vorgänge des menschlichen Herzens mit einer immer gezierten, geschraubten und antithetisch zugespitzten Art des Ausdrucks analysierten. Dieser Stil, Marivaudage genannt, setzt immerhin viel Geist, Phantasie und Anmut voraus und ist ebenso oft gelobt wie getadelt worden. Die Stücke: "La surprise de l'amour", "Le jeu de l'amour et du hasard", "Les fausses confidences", "Le legs", "L'épreuve" haben sich lange auf der Bühne erhalten. M. ist der einzige Lustspieldichter, welcher Molière nichts oder fast nichts verdankt. Seine Romane haben jetzt das Interesse verloren, obwohl La Harpe den Roman "Marianne, ou les aventures de la comtesse de ***" (Par. 1731-36, 3 Bde.) einen der besten französischen Romane nennt. In seinen Nachahmungen Addisons ("Le Spectateur français", "L'Indigent philosophe", "Le cabinet du philosophe", "Pièces détachées") bringt er manches Neue und Gute. Seit 1743 Mitglied der Akademie, starb er 12. Febr. 1763. Seine "Œuvres complètes" erschienen Paris 1781, 12 Bde.; eine neue, aber weniger vollständige Auflage 1827-30, 10 Bde.; eine neue Ausgabe des "Théâtre complet" 1877. Vgl. J. ^[Jean] Fleury, M. et le Marivaudage, etc. (Par. 1881); Larroumet, M., sa vie et ses œuvres (das. 1883); Brunetière in der "Revue des Deux Mondes" (1. April 1881 u. 15. Dez. 1883).

Mark (Medulla), in der Anatomie die im Innern von Kanälen oder Höhlen befindliche weiche Substanz, z. B. in den Knochen (Knochenmark) und Nerven (Nervenmark). - In der Botanik das weichere Zellgewebe in stengelförmigen Thallusgebilden und im Stengel und in der Wurzel der höhern Gewächse. Bei den letztern läßt sich nur da von einem M. reden, wo die Gefäßbündel auf dem Querdurchschnitt in einem Kreis angeordnet sind, von welchem dasselbe umgeben wird; die vom M. radial nach der Rinde laufenden, die einzelnen Gefäßbündel trennenden Gewebestreifen heißen Markstrahlen. Das M. ist immer durch ausgeprägt parenchymatische Zellenform charakterisiert und besteht gewöhnlich aus den weitesten Zellen des Stengels. In den Stengeln vieler Kräuter und einiger Holzpflanzen (z. B. des Holunders) sind die Zellmembranen dieses Gewebes schwach verdickt, der Inhalt ist oft aus den Zellen verschwunden und durch Luft ersetzt, die Zelle selbst abgestorben, bisweilen sind weite, lufthaltige Intercellulargänge zwischen den Zellen vorhanden; dies ist der Grund der charakteristischen Leichtigkeit, Weichheit und weißen Farbe solchen Markes. In manchen Kräuterstengeln sterben die Markzellen sogar in der ersten Lebensperiode ab, bevor der Stengel sein Wachstum beendigt hat; sie werden daher voneinander gerissen und verschwinden, und der Stengel ist dann im erwachsenen Zustand hohl (Markhöhle der Gräser, Umbelliferen, mancher Kompositen). Bei den Holzpflanzen ist das M. meistens dauerhaft, die Zellmembranen desselben sind mehr oder weniger verdickt und verholzt, und während des Winters ist Stärkemehl in den Zellen abgelagert. Nirgends nimmt das M. bei höherm Alter an Umfang zu. In ältern Baumstämmen vergeht es meist mit den innersten Partien des Holzes, womit das Hohlwerden des Stammes beginnt.

Mark, ursprünglich deutsches Münzgewicht, aus dem römischen Pfund von 11 Unzen entstanden, welches bei den Franken Eingang gefunden hatte, aber auf 8 Unzen oder 16 Lot verringert ward. Um einer weitern Verringerung vorzubeugen, drückte man den Gewichtsstücken ein Zeichen, eine Marke, auf, woher der Name M. (1042). Als Norm nahm man ½ Pfd. kölnisch, = 16 Lot, an, und diese kölnische M. hat bis auf die neueste Zeit als Einheit des deutschen Münzgewichts wie auch des deutschen Gold- und Silbergewichts gedient. Die alte kölnische M. wog 233,812 g, und in dieser Schwere wurde sie 1830 in Leipzig eingeführt. Die preußische Maß- und Gewichtsordnung von 1816 setzte die M. zu 233,8555 g, = ½ preuß. Handelspfund, fest, und in diesem Betrag diente dieselbe von 1837 bis 1857 als Münzmark der Zollvereinsstaaten. Nachdem aber infolge des Wiener Münzvertrags vom 24. Jan. 1857 in den dabei beteiligten deutschen Staaten als Münzgewicht das neue Pfund von 500 g eingeführt worden war, hatte die M. als Münzgewicht nur noch in den Hansestädten Geltung. Die kölnische M. wurde eingeteilt in 8 Unzen, 16 Lot, 64 Quentchen, 256 Pfennig, 512 Heller, 4020 kölnische As, 4352 Eschen oder 65,536 Richtpfennigteile. Sie wog in der Wirklichkeit 4864,68 holländische As, ward aber zu 4864 holländischen As gerechnet. Als Münzgewicht der Zollvereinsstaaten zerfiel die M. in 288 Grän à 16 preußische As, wonach eine M. = 4608 preuß. As war. Von den außerdeutschen Markgewichten sind zu erwähnen das französische = 244,7529 g und das holländische = 246,0839 g. Als Gold- und Silbergewicht war bis zur Einführung des metrischen Gewichtssystems die kölnische M. noch im Gebrauch in Österreich (= 233,890 g), Bayern (= 233,950 g), Württemberg (= 233,8555 g), Hannover, Oldenburg, Braunschweig, Schaumburg-Lippe (= 233,8555 g), Liechtenstein (wie in Österreich), Holstein und Lauenburg, Bremen, Hamburg (= 233,85489 g, beim Gold in 24 Karat zu 12 Gran, beim Silber in 16 Lot zu 18 Gran, überhaupt also in 288 Gran geteilt, das Lot in 16 Sechzehntellot zu 256 Richtpfennig, so daß die M. = 65,536 Richtpfennig). Die feine M.