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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Marston-Moor - Martens.

wife's portrait" (1870) u. a. Seine Werke erschienen gesammelt 1876 in 2 Bänden.

Marston-Moor (spr. márst'n-mūr), Ebene und Dorf in der engl. Grafschaft York, 11 km von der Stadt York, berühmt durch die Schlacht 2. Juli 1644 zwischen den königlichen Truppen unter dem Prinzen Ruprecht von der Pfalz und den Parlamentstruppen unter Lord Fairfax, worin erstere geschlagen wurden.

Marstrand, Hafenstadt im schwed. Län Gotenburg und Bohus, auf einer Schäreninsel, mit der hoch aufragenden Festung Karlsten, Seebad und (1885) 1309 Einw. Der treffliche Hafen wird durch zwei Forts geschützt. M. ist Sitz eines deutschen Konsulats.

Marstrand, Wilhelm, dän. Maler, geb. 24. Dez. 1810 zu Kopenhagen, bildete sich auf der Akademie daselbst, zu München und später in Rom. M. pflegte das humoristische Genre und malte namentlich Bilder nach Holbergs Lustspielen. Von 1853 bis 1859 Direktor an der Akademie zu Kopenhagen, starb er daselbst 25. März 1873.

Marsupialĭa (lat.), s. v. w. Beuteltiere.

Marsyas, in der griech. Mythologie ein phrygischer Silen, Sohn, nach andrer Sage Lehrer des Olympos, Repräsentant des phrygischen Flötenspiels im Gegensatz zum Apollinischen Kitharspiel der Griechen. M. sollte die von Athene weggeworfene Flöte gefunden und sich mit dem die Kithara spielenden Apollon in einen musikalischen Wettstreit eingelassen haben, wobei verabredet war, daß der Sieger mit dem Besiegten nach Gutdünken verfahren könne. Nachdem die Musen zu gunsten des Apollon entschieden hatten, hing dieser den Besiegten an einer Fichte auf und ließ ihm die Haut abziehen. Der Wettkampf des M. und Apollon wurde häufig Gegenstand künstlerischer Darstellung, namentlich auf Vasen. Zu einer Gruppe, welche M. am Baum zur Schindung aufgehängt mit andern Figuren (Apollon und dem Henkersknecht) enthielt, gehört eine in vielen Kopien erhaltene Statue des M. (die beste Wiederholung in Florenz). Eine große treffliche Statue des M., nach einem Meisterwerk des Myron gearbeitet, enthält das lateranische Museum zu Rom. Eine Reliefdarstellung zeigt die Abbildung. Vgl. Hirschfeld, Athena und M. (Berl. 1872); Jordan, M. auf dem Forum in Rom (das. 1883).

^[Abb.: Apollon und Marsyas (Relief).]

Mart., Abkürzung für K. F. P. v. Martius (s. d.).

Martaban, großer Busen des Indischen Ozeans an der Westküste von Hinterindien, begrenzt von den Küsten von Pegu und Tenasserim, nimmt den Irawadi und den Salwen auf. Seine wichtigsten Häfen sind: Rangun, Maulmain und Amherst. Die Stadt M., am Salwen, war früher groß und mächtig, ist jetzt aber ganz heruntergekommen.

Martel (spr. -tell), Stadt im franz. Departement Lot, Arrondissement Gourdon, unweit der Dordogne, mit Ringmauern, alten interessanten Gebäuden (darunter eine Kirche, das Stadthaus, ein Gefängnisturm), Weinbau, Trüffelhandel und (1881) 1987 Einw.

Martel (spr. -tell), Louis Joseph, franz. Staatsmann, geb. 15. Sept. 1813 zu St.-Omer, studierte die Rechte, ward erst Advokat, dann Richter in seiner Vaterstadt, 1849-51 Mitglied der Legislative, 1863 als Kandidat der Opposition in den Gesetzgebenden Körper gewählt, 1869 wieder gewählt, 1871 Mitglied und Vizepräsident der Nationalversammlung, in der er anfangs zum rechten Zentrum gehörte, sich aber nach Thiers' Sturz den gemäßigten Republikanern anschloß. 1876 in den Senat gewählt, der ihn zu seinem ersten Vizepräsidenten ernannte, übernahm er im Ministerium Simon (Dezember 1876 bis Mai 1877) Justiz und Kultus. Vom Januar 1879 bis Mai 1880 war er Präsident des Senats und starb 13. Febr. 1882.

Martell, Karl, s. Karl 1).

Martellāto (ital., "gehämmert"), Bezeichnung in der Klaviermusik: heftig und hart anzuschlagen.

Martellotürme, Türme mit zwei gewölbten Stockwerken und einer Plattform für 1-3 Kanonen, wurden zu Anfang dieses Jahrhunderts von den Engländern zur Bewachung und zum Schutz ihrer Küsten angelegt und dienen jetzt als Wachttürme gegen die Schleichhändler. Die Benennung rührt von den Martellos genannten Türmen auf den Küsten von Sardinien und Corsica her, die zur Zeit Karls V. gegen die Seeräuber angelegt wurden.

Martellthal, Seitenthal des Vintschgaues in Tirol, zieht sich über 30 km lang von Tiß an der Etsch bis zu dem durch die Ortlergruppe großartig abgeschlossenen Kaserboden (2290 m) hinauf und wird von der Plima durchflossen. Das vielbegangene Madritschjoch, 3151 m, führt in das westlich gelegene Suldenthal.

Martène (spr. -tähn), Edmond, gelehrter Benediktinermönch, geb. 1654 zu St.-Jean de Lône, trat mit 18 Jahren in die Kongregation der Mauriner, durchforschte 1708-24 mit dem Ordensgenossen Ursin Durand die Bibliotheken vieler Klöster und Kirchen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, um Dokumente für die "Gallia christiana", an deren Ausgabe die Mauriner arbeiteten, ausfindig zu machen, und starb 20. Juni 1739 in St.-Germain des Prés. Aus seinen zahlreichen Werken sind hervorzuheben: "Commentarius in regulam sancti patris Benedicti" (Par. 1690); "De antiquis monachorum ritibus" (Lyon 1690, 2 Bde.); "De antiquis ecclesiae ritibus" (Rouen 1700-1702, 3 Bde.); "Thesaurus novus anecdotorum" (Par. 1717, 5 Bde.) und die Sammlung "Veterum scriptorum et monumentorum historicorum, dogmaticorum et moralium amplissima collectio" (das. 1724-33, 9 Bde.).

Martens, Georg Friedrich von, Diplomat und Publizist, geb. 22. Febr. 1756 zu Hamburg, studierte in Göttingen die Rechte, bildete sich dann in Wetzlar, Regensburg und Wien weiter aus, erhielt 1783 eine Professur der Rechte zu Göttingen und ward 1789 in den Adelstand erhoben. Von 1808 bis 1813 bekleidete er die Stelle eines Staatsrats und