Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mascara; Mascarenhas; Mascaret; Mascaron; Mascha; Maschallah; Maschansker; Masche; Maschinen

306

Mascara - Maschinen.

Mascara, Stadt in der alger. Provinz Oran, ist auf zwei Hügeln erbaut, zwischen denen der Ued Tuman hindurchfließt, und von einem Wall umgeben, der von fünf Thoren durchbrochen wird, hat mit Einschluß der Garnison (1881) 13,074 Einw., darunter 6303 Eingeborne und 696 Juden. Der französische Teil der Stadt hat regelmäßig angelegte Straßen mit zahlreichen Brunnen, aber unschöne Gebäude; ein hübscher öffentlicher Garten ist zwischen den beiden Hügeln angelegt. Fabrikation von Burnussen; in der Umgegend starker Weinbau. - M. war im 10. Jahrh. ein unansehnlicher Flecken und gewann erst Ende des 12. Jahrh. Bedeutung. Im 18. Jahrh. residierten hier eine Zeitlang die türkischen Beis, 1832 machte Abd el Kader M. zu seinem Sitz; am 30. Mai 1841 wurde es von den Franzosen erobert.

Mascarenhas (spr. -rénjas), Inseln, s. Maskarenen.

Mascaret (franz., spr. maskăräh), brandende Flutwelle, besonders in der Gironde; s. Ebbe und Flut, S. 273.

Mascaron (franz., spr. -óng), Maske, in der Architektur Relief eines fratzenhaften, besonders an Thoren angebrachten Kopfes.

Mascha, ostind. Gewicht, s. Tola.

Maschallah (arab., eigentlich Ma-scha-allah, "wie Gott will"), ein Ausruf der Verwunderung bei den mohammedanischen Völkern Asiens.

Maschansker, eine Sorte Borsdorfer Äpfel in Österreich und Böhmen.

Masche (althochd. masca), ursprünglich die Schlinge oder das Netz der Jäger, in welcher sich das Wild fing; jetzt die einzelne Garnschlinge, aus deren vielen ein Netz oder sonstige gestrickte, gehäkelte etc. Arbeit besteht.

Maschinen, Verbindungen widerstandsfähiger Körper, welche so eingerichtet sind, daß mittels ihrer mechanische Naturkräfte genötigt werden können, unter bestimmten Bewegungen zu wirken (Reuleaux). Die Verbindung der Körper zu einer Maschine schließt nicht alle und jede Bewegung aus, sondern verhindert nur die für den Zweck der Maschine unnötigen und störenden Bewegungen, so daß die zweckmäßigen Bewegungen als die allein möglichen übrigbleiben. Diese beschränkte Beweglichkeit der Körper wird durch eigentümliche, paarweise zusammengehörige Verbindungsteile, die sogen. Elementenpaare, hervorgebracht, deren wichtigste sind: das Cylinderpaar, ein cylindrischer Drehzapfen mit daraufgestecktem Hohlcylinder (Lager), jener an einem Körper angebracht, dieser an einem andern, so daß eine gegenseitige Drehung der beiden Körper gegeneinander möglich ist; das Prismenpaar, ein Vollprisma in einem Hohlprisma von gleichem Querschnitt, gestattet zwei Körpern, deren einer das Vollprisma, deren zweiter das Hohlprisma trägt, sich geradlinig gegeneinander zu verschieben; das Schraubenpaar, eine Schraube in ihrer Mutter, gestattet eine schiebende und zugleich drehende (schraubenförmige) Bewegung; das Zahnräderpaar, zwei ineinander eingreifende Zahnräder, u. a. Die in ihrer Zusammensetzung die M. bildenden Körper oder die baulichen Bestandteile der M. nennt man Maschinenteile oder Maschinenelemente (wohl zu unterscheiden von den obigen Elementenpaaren) und rechnet dazu Schrauben und Verschraubungen, Keile und Keilverbindungen, Niete und Nietungen, Zapfen (Drehzapfen), Achsen, Wellen, Kuppelungen etc. Von mechanischen Naturkräften (auch Motoren genannt), welche zur maschinellen Arbeitsleistung herangezogen werden, sind zu nennen: die Muskelkräfte von Menschen und Tieren, die Kraft des bewegten Wassers und der bewegten Luft, der Druck hoher Wassersäulen und komprimierter Luft, die saugende Kraft verdünnter Luft, die Spannkraft des Wasserdampfes und der erhitzten Luft, die Explosionskraft von Gasgemischen, nebelartig verteiltem Petroleum und Schießpulver, flüssige Kohlensäure, Gewichte, Federn und Elektrizität. Wenn nun eine dieser Kräfte in einer Maschine bestimmte Bewegungen hervorruft, so können letztere entweder den Endzweck der Maschine darstellen, oder dazu gebraucht werden, Formveränderungen an einem Körper hervorzurufen. Die Arbeit der an der Maschine wirksamen Naturkraft besteht demnach darin, die Widerstände zu überwinden, welche sich einer bestimmten Bewegung oder einer gewissen Formveränderung entgegensetzen (die sogen. Nutzwiderstände), z. B. bei der Lokomotive die die Bewegung des Zugs hemmende Reibung und den Luftwiderstand, bei einer Drehbank die der Ablösung eines Drehspans von dem abzudrehenden Gegenstand Widerstand leistende Kohäsion. Außer diesen bezweckten nützlichen oder nutzbringenden Arbeiten treten indessen innerhalb jeder Maschine infolge der natürlichen Beschaffenheit der physischen Körper ganz spontan oft sehr bedeutende Arbeiten (Nebenarbeit) auf, welche in der Überwindung derjenigen Widerstände (Nebenwiderstände, schädlichen Widerstände) bestehen, die der Bewegung der einzelnen Teile der Maschine in Form von Reibung, Seilbiegungen, Luftwiderstand entgegenarbeiten. Da nun aber die Naturkraft auch diese Nebenarbeit mit verrichten muß, so leuchtet ein, daß die von der Naturkraft geleistete Arbeit um die Nebenarbeit größer sein muß als die von der Maschine verrichtete Nutzarbeit, woraus zur Genüge hervorgeht, daß bei M. niemals ein Arbeitsgewinn, sondern stets ein Arbeitsverlust eintreten wird, und daß somit das Perpetuum mobile, d. h. eine Maschine, welche, ohne Arbeit zu konsumieren, Arbeit verrichten soll, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Nach obigem kann man die M. in ortsverändernde und formverändernde einteilen (so sind Lokomotiven, Kräne, Pumpen, Gebläse als ortsverändernde, Drehbänke, Hobelmaschinen, Mahlmühlen, Webstühle als formverändernde M. anzusehen). Die letztere Gruppe von M. hat als charakteristische Merkmale das Werkzeug und das Werkstück, d. h. einen für die hervorzubringende Formveränderung geeigneten Teil (Hammerkopf, Bohrer, Meißel, Mühlstein, Walzen, Schleifstein, Polierscheibe, Schneidkluppe, Fräse, Spindel, Nähnadel etc.) und einen in seiner Form zu ändernden oder zu bearbeitenden Gegenstand (der zu hobelnde, zu drehende, zu hämmernde Körper, die zu verspinnende Baumwolle etc.). Nach einer andern Ansicht, welche besonders durch die ältern Maschinentheoretiker vertreten wurde, zerfällt jede Maschine in drei Teile oder Gruppen von Teilen, nämlich in Rezeptor, Transmission (Zwischen- oder Verbindungsmaschine) und Werkzeug. Beim Dampfhammer z. B. ist der Cylinder mit dem Kolben der Rezeptor, die Kolbenstange die Transmission, der Hammer mit dem Amboß das Werkzeug. Danach wäre jedoch die Dampfmaschine, die Turbine, die Uhr u. a. keine vollständige Maschine, weil jeder von ihnen das Werkzeug fehlt. Die folgende Zusammenstellung gibt, ohne auf absolute Vollständigkeit Anspruch zu machen, eine Übersicht über das Gesamtgebiet der M.

I. Ortsändernde M. A. Kraftaufnehmende M. (sie erteilen irgend einem ihnen angehörigen Teil eine Ortsveränderung oder Bewegung, welche zu