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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Masse - Massenbach.

damit die Kraft 1 kg nur die Geschwindigkeit 1 m hervorbringe, müßte man sie auf eine 9,81mal so große M. wirken lassen. Demnach muß, wenn das Kilogramm als Krafteinheit festgesetzt worden ist, die in 9,81 kg enthaltene M. als Masseneinheit angenommen werden. Bezeichnet man, wie allgemein üblich, die Zahl 9,81 oder die "Beschleunigung der Schwere" mit g, so befindet sich, nach dieser Einheit gerechnet, in einem 1 kg schweren Körper die M. 1/g, folglich in p Kilogramm die M. m = p/g. Man findet demnach die M. eines Körpers in solchen Einheiten ausgedrückt, wenn man sein in Kilogrammen gegebenes Gewicht durch die Zahl g = 9,81 dividiert. - Im absoluten Maßsystem (s. Maß und Gewicht im absoluten Sinn), welches in der Physik, namentlich in der Elektrizitätslehre und der Elektrotechnik, angewendet wird, bildet die in einem Gramm enthaltene M. die Masseneinheit.

Masse, s. Konkursmasse.

Masse, die zur Herstellung der Gußformen benutzte Mischung von Sand mit Thon oder Lehm.

Masse auf Masse, s. v. w. Pâte-sur-pâte (s. d.).

Massé, Victor (eigentlich Félix Marie), franz. Opernkomponist, geb. 7. März 1822 zu Lorient (Morbihan), erhielt seine Ausbildung 1834-44 am Pariser Konservatorium unter Zimmermann (Klavier) und Halévy (Komposition), ging dann, nachdem er den sogen. Römerpreis erhalten, nach Italien, von wo er unter anderm eine italienische Oper: "La favorita e la schiava", einsandte, machte sich nach seiner Rückkehr erst durch Romanzen bekannt und debütierte als Opernkomponist mit gutem Erfolg 1852 an der Komischen Oper mit "La chanteuse voilée". Seit 1860 Chordirektor der Großen Oper, 1866 Kompositionsprofessor am Konservatorium, trat er 1880 in den Ruhestand und starb 5. Juli 1884 in Paris. Seit 1871 war er (an Aubers Stelle) Mitglied der Akademie. Von seinen übrigen Opern sind besonders "Galatée" (1852), "Les noces de Jeannette" (1853), "La fiancée du diable" (1854), "Le cousin de Marivaux" (1857), "La fée Carabosse" (1859), "Le fils du brigadier" (1867), "Paul et Virginie" (1876) und "La nuit de Cléopatre" (1877) zu erwähnen.

Maßeller, s. Ahorn.

Masseln, s. Gänze.

Masséna, André, Herzog von Rivoli, Fürst von Eßling, Marschall des ersten franz. Kaiserreichs, geb. 6. Mai 1758 zu Leven bei Nizza, Sohn eines Weinhändlers, begleitete früh einen Verwandten, Kapitän eines Kauffahrers, auf zwei Seereisen, trat 1772 in die französische Armee ein, nahm aber 1786 als Unteroffizier den Abschied und kehrte nach Nizza zurück. Nach der Revolution 1792 trat er in das Freiwilligenbataillon Var ein, war 1793 bereits zum Brigadegeneral gestiegen und focht besonders 1794 im Süden gegen Italien bei Saorgia und Loana mit Auszeichnung; 1795 wurde er Divisionsgeneral. An dem glorreichen Feldzug von 1796 bis 1797 hatte er einen hervorragenden Anteil; 14. Jan. 1797 entschied er mit seiner Division den Sieg von Rivoli. Nach halbjähriger Anwesenheit zu Paris, wohin er die Ratifikation des Friedens überbracht hatte, löste er 1797 Berthier im Oberbefehl im Kirchenstaat ab, legte jedoch wegen der Zügellosigkeit der Truppen, die er nicht zu hindern vermochte, das Kommando bald nieder und erhielt 1799 den Befehl über die Armee in der Schweiz. Hier errang er 25. Sept. 1799 den Sieg über die russisch-österreichische Armee bei Zürich. Nach dem Staatsstreich vom 18. Brumaire beauftragte ihn Napoleon, Genua gegen die Österreicher zu verteidigen; doch mußte M. nach zäher Verteidigung der Stadt im Juni 1800 kapitulieren. Nach der Schlacht bei Marengo ward er Oberbefehlshaber der ganzen Armee in Italien. Bei der Errichtung des Kaisertums erhielt er die Würde eines Marschalls von Frankreich. 1805 wieder zum Oberbefehlshaber in Italien ernannt, hielt er sich in der Schlacht von Caldiero 30. und 31. Okt. gegen den Erzherzog Karl und besetzte nach dem Frieden von Preßburg das Königreich Neapel. 1807 übernahm er nach der Schlacht von Eylau den Oberbefehl über den rechten Flügel der französischen Armee. Nach Beendigung des Feldzugs erhielt er den Titel eines Herzogs von Rivoli. Während des Friedens verlor er bei einer Jagdpartie durch eine Unvorsichtigkeit des Prinzen Berthier das linke Auge. Im Feldzug gegen Österreich 1809 befehligte er auf dem rechten Donauufer und focht mit Auszeichnung bei Landshut, Eggmühl, Ebersberg an der Traun. Am zweiten Tag der Schlacht bei Aspern oder Eßling (22. Mai) war er es namentlich, der mit großer Kaltblütigkeit und Ausdauer den Übergang der Armee über die Donau deckte und sie so vor dem Verderben rettete. Nach dem Frieden erhielt er dafür den Titel eines Fürsten von Eßling. 1810 mit dem Oberbefehl über die Armee von Portugal betraut, nahm er Ciudad Rodrigo und Almeida und drang bis ins Innere von Portugal, wurde aber vor den Linien von Torres Vedras von Wellington zurückgeschlagen. Mangel an Lebensmitteln und allen andern Bedürfnissen nötigte ihn, nach fünf Monaten Portugal wieder zu verlassen. Anfang 1812 abberufen, kehrte er nach Frankreich zurück und erhielt kein Kommando im Krieg mehr. Am 20. Dez. 1814 ward er von Ludwig XVIII. zum Pair ernannt. Während der Hundert Tage 1815 blieb er in seiner Zurückgezogenheit den Ereignissen fremd. Erst während des Prozesses des Marschalls Ney erschien er wieder öffentlich, um die Inkompetenz des Kriegsgerichts zu erklären. Er starb 4. April 1817. Auf dem Kirchhof Père Lachaise zu Paris, wo er begraben liegt, wurde ihm ein Obelisk von weißem Marmor errichtet. Seine "Mémoires" gab General Kock heraus (Par. 1849-50, 7 Bde.); eine Biographie lieferte Toselli (das. 1869).

Massenanziehung, allgemeine, s. Gravitation.

Massenaufgebot, s. Aufgebot (militär.).

Massenbach, Christian von, preuß. Oberst, geb. 16. April 1758 zu Schmalkalden, wurde in der Militärakademie zu Stuttgart gebildet und trat 1778 als Leutnant in württembergische, 1782 in preußische Dienste. Mehrere Schriften über die Differentialrechnung und Mechanik erwarben ihm die Stelle eines Lehrers des preußischen Prinzen Ludwig in der Mathematik und eine Anstellung im Generalquartiermeisterstab. 1787 machte er den Feldzug in Holland und 1792-95 den Krieg gegen Frankreich mit. Zum Obersten avanciert, wurde er 1806 Generalquartiermeister des Fürsten von Hohenlohe, machte aber als unpraktischer Theoretiker vor, während und nach der Schlacht bei Jena die verhängnisvollsten Fehler. Auf dem Marsch zu Magdeburg erkrankt, mußte er dem Korps zu Wagen nach Prenzlau folgen. Durch seine ungeschickte Leitung des Marsches, dann durch eine offenbare Unwahrheit brachte er Hohenlohe zur schmachvollen Kapitulation von Prenzlau. Infolge derselben ward er in eine Untersuchung verwickelt, welche indes durch die Kriegs-^[folgende Seite]