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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Matamoros - Materia.

eine Figur der spanischen Komödie, eine Art Bramarbas, dem Capitano (s. d.) verwandt.

Matamōros, 1) Stadt im mexikan. Staate Tamaulipas, am Rio Grande del Norte, 64 km von seiner Mündung in den Golf von Mexiko, Brownsville gegenüber, hat eine Kathedrale, ein Colegio, San Juan, 2 Theater, ein Kasino und (1880) 13,740 Einw. im Munizipium. Mit den andern am Rio Grande gelegenen Städten des Staats, von Bagdad (El Refugio) an der Mündung bis nach Nuevo Laredo, bildet es seit 1861 ein Freihandelsgebiet. Kleinere Seeschiffe gehen den Fluß etwa 118 km weit (bis Reinosa) hinauf. Die Einfuhr von M. belief sich 1883 auf 1,5, die Ausfuhr (Ixtle, Gelbholz, Häute, Wolle etc.) auf 1,2 Mill. Pesos. - 2) M. de Izúcar, Stadt im mexikan. Staat Puebla, am südwestlichen Abhang des Plateaus, 1268 m ü. M., mit Kohlengruben und (1880) 13,408 Einw. im Munizipium.

Matamōros, Manuel, ein 1835 zu Lepe geborner spanischer Offizier, welcher zum Protestantismus übergetreten war und mit Gesinnungsgenossen protestantische Andachten gehalten und Bibeln verbreitet hatte. Dafür wurde die ganze Gesellschaft in die Kerker von Malaga und Granada geworfen, 1861 aber M., José Alhama, Trigo u. a. zu langjähriger Zwangsarbeit auf den Galeeren verurteilt. Im letzten Augenblick noch erlangte eine aus Vertretern aller Nationen bestehende Deputation, um die sich besonders Capadose (s. d.) verdient gemacht hat, Verwandlung der Strafe in Verbannung. Die Exilierten gründeten nunmehr in Pau, Lausanne und Genf Anstalten zur Evangelisation Spaniens. M. starb bereits 1866.

Matánzas, Stadt auf der Nordküste der Insel Cuba, 75 km östlich von Havana, in äußerst reicher Umgebung, gut gebaut, mit einem befestigten Hafen, großer Wasserleitung, Brennereien und Gießereien und (1877) 87,760 Einw. Nächst Havana ist es der wichtigste Handelsplatz der Insel. Die Ausfuhr besteht namentlich aus Zucker (1886: 675,000 Ton.), Melasse (150,000 T.), Rum (5958 Faß), Zigarren. M. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Matapān, Kap, südlichste Spitze der griech. Halbinsel Morea, unter 36° 22' nördl. Br. und 22° 29' östl. L. v. Gr.; im Altertum Tänaron mit gleichnamigem Ort und Poseidonheiligtum.

Mataró, Bezirksstadt in der span. Provinz Barcelona, am Mittelländischen Meer und an der Eisenbahn Barcelona-Gerona gelegen, zerfällt in die alte und neue Stadt, hat einen frequenten Hafen, eine nautische Schule, große Baumwollspinnereien und -Webereien, Färbereien und Druckereien, Spitzenfabrikation, Segeltuch-, Nudel-, Seife- und Talgfabriken, Eisengießerei, Glasfabrikation, Maschinenbauwerkstätten, Branntweinbrennereien, Korkstöpselfabriken, ansehnlichen Schiffbau und (1878) 17,405 Einw. In der Umgebung wächst der Matarowein, ein dem Portwein ähnlicher Rotwein.

Match (engl., spr. mättsch), Partie, Wette; im Schachspiel Wettkampf zwischen zwei Spielern, welcher sich auf mehrere, öfters auch auf viele Partien erstreckt, neuerdings nach dem Vorgang von Macdonnell und de la Bourdonnais (1834) sehr in Mode gekommen (renommierte Matchspieler sind zur Zeit L. Paulsen, W. Steinitz und J. H. ^[Johannes Hermann] Zukertort). Beim Billard bedeutet das Spiel mit dem M. eine Verdoppelung, Verdreifachung oder Vervierfachung des verabredeten Preises für den Gewinner, je nach der Zahl der gemachten Points; im Sport ein Rennen, welches nur von zwei Pferden gelaufen wird, deren Besitzer um einen bestimmten Preis eine Privatwette unter sich ausmachen.

Mate (engl., spr. meht), s. v. w. Maat (s. d.).

Maté, Thee, s. Ilex.

Matebele, Kaffernstamm, s. Matabele.

Matejko, Johann, Maler, geb. 30. Juli 1838 zu Krakau, studierte auf der dortigen Kunstschule und erwarb sich 1865 eine Medaille. Auf der Pariser Weltausstellung von 1867 wurde er zuerst weiten Kreisen durch einen Reichstag zu Warschau 1773 bekannt, der noch manches Unruhige und Unfertige zeigte, aber doch von einer originalen Kraft Zeugnis ablegte. Es folgten: der Alchimist Sendziwoj ^[richtig: Sędziwój] vor Siegmund III.; Wladislaw der Weise wird auf den polnischen Thron berufen; der Hofnarr des Königs Siegmund; Union der Polen und Litauer zu Lublin; Stephan Báthori, vom russischen Gesandten um Frieden gebeten; Johann Wilczek während der Verteidigung eines Benediktinerklosters gegen Matthias Corvinus; König Johann Sobieskis Gebet vor Beginn der Türkenschlacht (im Nationalmuseum zu Rapperswyl); Einsegnung der Siegmundsglocke; Ermordung des Königs Przemysl u. v. a. Seit der Mitte der 70er Jahre nahm die Charakteristik seiner Figur an Energie und Derbheit zu, die bisweilen bis zur Roheit gesteigert wurde. Auch bevorzugte er die unvermittelte Zusammenstellung der grellsten Farben. Von seinem einseitigen national-polnischen Standpunkt verband er mit seinen Gemälden eine politische Tendenz, deren Spitze gegen Deutschland und Preußen gerichtet ist. Dieser Tendenz dienen die figurenreichen Kolossalgemälde: die Schlacht bei Tannenberg 1440, die Niederlage des Deutschen Ordens verherrlichend; die Niederlage bei Warna; Huldigungseid des Herzogs Albrecht von Preußen vor König Siegmund von Polen (1883); der Entsatz von Wien durch Johann Sobieski und der Einzug der Jungfrau von Orléans. Diese letzten Gemälde leiden sowohl durch übertriebene Charakteristik und harte und bunte Färbung als durch die wirre, überladene Komposition. M. ist Direktor der Kunstschule zu Krakau.

Matelĭca, Stadt in der ital. Provinz Macerata, am Gino und der Eisenbahn Albacina-M., Sitz eines Bischofs, hat eine Kirche, San Francesco, mit mehreren wertvollen Gebäuden, Fabrikation von Tuch und (1881) 2814 Einw.

Matelot (franz., spr. mat'loh), Matrose; danach benannt ein auf Matrosenart (à la matelote), mit einer scharfen Sauce bereitetes Fischgericht. Feine Matelotsauce wird mit Rotwein, Schinkenwürfeln, Zwiebeln, Thymian, Lorbeerblättern, Petersilie, Champignons, Nelken und Pfeffer bereitet.

Mater (lat.), Mutter; s. auch Matrize.

Matēra, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Potenza, hat eine Kathedrale (des Erzbistums Acerenza und M.), ein Lyceum und Gymnasium und (1881) 15,700 Einw. In der Nähe zahlreiche Steinbrüche und Höhlen.

Mater dolorōsa (lat., "Schmerzensmutter"), bildliche Darstellung Marias, der Mutter Jesu, im Schmerzgefühl über die Leiden ihres Sohns. Die M. erscheint entweder stehend oder sitzend mit einem oder sieben Schwertern in der Brust (die sieben Schmerzen der Maria), meist allein, seltener zur Rechten des Kreuzes Christi (Johannes an der Linken). Im weitern Sinn ist M. auch die Madonna mit dem Leichnam Christi in den Armen (s. Pietà).

Mater familĭas (lat.), bei den Römern die Frau des Hausherrn (Pater familias); Familienmutter.

Materĭa (lat.), s. Materie.