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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mävĭus; Mavors; Mavrodin; Max; Max.; Maxau; Maxcanú; Maxdor; Maxen; Maxentĭus

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Mävius - Maxentius.

Rechte, daneben Sprachen und Mathematik, stand während des Siebenjährigen Kriegs 1759-65 in hannöverschen Kriegsdiensten, ward 1766 Kollaborator am Pädagogium zu Ilfeld und 1771 Lehrer der Kriegsbaukunst zu Kassel. Nachdem er 1785 als Major in braunschweigische Dienste getreten, avancierte er später zum Oberstleutnant bei dem Ingenieurkorps und war zugleich als Lehrer am Carolinum thätig. Von Mirabeau, der sich damals in Berlin aufhielt, veranlaßt und mit dem nötigen Material versehen, schrieb er die von diesem sodann unter eignem Namen zu Paris veröffentlichte Schrift über Preußen, die M. später in seiner "Schilderung des preußischen Staats unter Friedrich II." (Leipz. 1793 bis 1795, 4 Bde.) neu bearbeitete. M. starb 11. Jan. 1794 in Braunschweig. Er schrieb noch: "Physiokratische Briefe an Dohm" (Braunschw. 1780); "Einleitung in die militärischen Wissenschaften" (das. 1783); "Geschichte Ferdinands, Herzogs von Braunschweig" (das. 1794, 2 Bde.).

Mävĭus, s. Bavius.

Mavors, s. v. w. Mars; mavortisch, kriegerisch.

Mavrodin, Städtchen in der Walachei, Kreis Teleorman, mit 800 Einw., wichtig durch seinen am 17. Mai stattfindenden sehr besuchten Jahrmarkt.

Max, 1) Joseph, Bildhauer, geb. 8. Jan. 1803 zu Burgstein in Böhmen, war seit 1821 Schüler der Akademie in Prag und erwarb sich später einen geachteten Namen durch eine Reihe von dekorativen Werken, von welchen die 25 allegorischen und geschichtlichen Figuren an dem Franzensmonument, die vier Regentenbilder des neuen Rathauses zu Prag sowie die Figuren am Piedestal des Radetzkydenkmals zu nennen sind. Er starb 18. Juni 1854 in Prag.

2) Emanuel, Bildhauer, Bruder des vorigen, geb. 1810 zu Burgstein, bildete sich auf der Akademie in Prag unter Bergler, dann auf der Akademie in Wien und hielt sich von 1839 bis 1849 in Rom auf. Er lebt in Prag. Von seinen Arbeiten, die einen edlen, nach der Antike gebildeten Stil, verbunden mit gesunder Naturauffassung, zeigen, sind hervorzuheben: die Marmorstatuen der Heiligen Cyrillus und Methodius in der Teynkirche zu Prag; die heil. Ludmilla in der Kirche St. Veit daselbst; das Modell einer Pietà; die Hauptfigur zu dem Radetzkydenkmal in Prag und eine Statue des Herzogs Bretislaw.

3) Gabriel, Maler, Sohn von M. 1), geb. 23. Aug. 1840 zu Prag, erhielt seine erste Unterweisung in der Kunst von seinem Vater, war von 1854 bis 1858 Schüler der Prager Akademie, besuchte dann drei Jahre lang die Akademie zu Wien und eignete sich dort auch eine umfassende litterarische Bildung an. Nachdem er 1861 in seine Vaterstadt zurückgekehrt war, veröffentlichte er in Photographien eine Reihe von zwölf leicht kolorierten Zeichnungen zu Kompositionen von Beethoven, Mendelssohn, Liszt u. a., in welchen sich bereits die Anfänge der mystischen Richtung offenbarten, die sein späteres Schaffen beherrschen sollte. 1863 siedelte er nach München über und besuchte bis 1869 die Schule Pilotys. Hier entstand 1865 sein erstes Märtyrerbild: die erwürgte heil. Ludmilla, welcher 1867 die Märtyrerin am Kreuz folgte, vor welcher ein von einem Zechgelage heimkehrender junger Römer andächtig seinen Kranz niederlegt. Damit beginnt die lange Reihe seiner Bilder aus dem Leben der Märtyrer der Religions-, Welt- und Kulturgeschichte, welche sein Schaffen charakterisieren. In allen herrscht eine starke Neigung für das Tragische und Mitleiderregende vor, wobei M. das Sentimentale mit dem Grauenhaften und Nervenerregenden geschickt zu mischen versteht. Er liebt das Absonderliche und Bizarre, zeigt ein lebhaftes Interesse für den Spiritismus und nimmt gern zu den humanitären Fragen der Gegenwart Stellung. In dieser Absicht hinderte ihn die Rücksicht auf seine Kunst nicht, über die Grenzen derselben hinauszugehen und an die krankhafte Neigung der Gegenwart für das Sensationelle zu appellieren. Gleich gestimmte Naturen weiß er schon durch den Inhalt seiner meist geistvoll erdachten Gemälde zu fesseln, durch die feine und zarte Modellierung der Figuren, durch die duftige, meist licht gehaltene Behandlung des Kolorits aber auch gesund organisierte Naturen zu gewinnen, welchen die gesuchten Motive seiner Bilder unsympathisch sind. Unter der großen Zahl seiner Werke, welche durch Wanderausstellungen und Nachbildungen allgemein bekannt geworden sind, bezeichnen die folgenden den Umfang und die Richtung seiner Thätigkeit: die Nonne im Klostergarten (1869); der Anatom vor der Leiche eines Mädchens (1869); Adagio, ein Frühlingsbild (1870); Frühlingsmärchen (1873); Herbstreigen (1875); die blinde Märtyrerin in den Katakomben (1872); Gretchen in der Walpurgisnacht; Julia Capulet als Scheintote (1873); der letzte Gruß, eine christliche Märtyrerin unter Löwen im Zirkus; Christuskopf auf dem Schweißtuch der heil. Veronika mit geschlossenen und geöffneten Augen (1874, radiert von Woernle); die Löwenbraut, nach Chamisso; Ahasver an der Leiche eines Kindes (1875); die Kindesmörderin (1877); die Auferweckung von Jairi Töchterlein (1877); Maria Magdalena; Judas Ischariot; der Geistesgruß (1879, eine Dame am Klavier, die von einer Geisterhand berührt wird); die Jungfrau von Orléans auf dem Scheiterhaufen (1882); Es ist vollbracht (1883, Christus am Kreuz und unten die gerungenen Hände der um Erlösung flehenden Menschheit, radiert von Woernle); der Vivisektor (1883); Christus heilt ein Kind (1885, Berliner Nationalgalerie) und Astarte, nach Lord Byron. Er hat auch mehrere Madonnen mit dem Kind gemalt und Illustrationen zu Uhlands Gedichten (1865), zu Wielands "Oberon" (1867), zu Schillers und Lenaus Gedichten (1867) und zu Goethes "Faust" (1868) gezeichnet. Vgl. Klemt, G. M. und seine Werke (Wien 1887).

Max., Maxim., bei botan. Namen Abkürzung für K. J. ^[Karl Johann] Maximowicz (s. d.).

Maxau, Weiler im bad. Kreis Karlsruhe, am Rhein, Knotenpunkt der Linien Karlsruhe-M. der Badischen Staatsbahn und Winden-Maximiliansau der Pfälzischen Maximiliansbahn, 106 m ü. M., hat eine Eisenbahnschiffbrücke (s. Tafel "Brücken III", Fig. 10), einen Hafen für Ruhrkohlenschiffe, eine Rheinbadeanstalt, Cellulosefabrik und mit Knielingen, zu welchem es gehört, (1885) 2447 meist evang. Einwohner.

Maxcanú (spr. mach-), Stadt im mexikan. Staat Yucatan, 60 km südwestlich von Merida, mit berühmten altindianischen Ruinen (Cueva de M.). Der gleichnamige Distrikt hat (1880) 15,865 Einw.

Maxdor, frühere Goldmünze in Bayern, = 2 Goldgulden = 14,02 Mark.

Maxen, Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Pirna, hat ein Schloß, (1885) 757 evang. Einwohner und ist historisch bekannt durch das Treffen vom 21. Nov. 1759 zwischen den Preußen und Österreichern, infolge dessen die erstern unter dem General Finck das Gewehr streckten.

Maxentĭus, röm. Kaiser, Sohn des Maximianus 1), wurde 306 n. Chr. von den Prätorianern zum Augustus erhoben und von dem Volk und Senat zu Rom anerkannt. Er lud seinen Vater, der 305 die Herr-^[folgende Seite]