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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mechanik - Mechitaristen.

1878); Weisbach, Lehrbuch der Ingenieur- und Maschinenmechanik (5. Aufl., das. 1872 ff.); Decher, Handbuch der rationellen M. (Augsb. 1851-61, 4 Bde.); Henneberg und Smreker, Lehrbuch der technischen M. (Darmst. 1886 ff.); Mach, Die M. in ihrer Entwickelung (das. 1883); Dühring, Kritische Geschichte der allgem. Prinzipien der M. (3. Aufl., Leipz. 1887).

Mechānik (engl. action), bei Musikinstrumenten die mehr oder minder komplizierte innere Einrichtung, besonders der Klaviere, Orgeln, Orchestrions etc. Über die M. der ältern Arten der Klaviere (Klavichord, Klavicimbal) sowie über die Unterschiede der englischen (Silbermannschen, Cristoforischen) und deutschen (Wiener, Steinschen) M., über Erards Repetitionsmechanik etc. s. Klavier, S. 817.

Mechanĭker, Kenner der Mechanik (s. d.), Handkünstler, insbesondere Verfertiger mathematischer und physikalischer Instrumente (Mechanikus).

Mechānisch, maschinenmäßig.

Mechanische Niederschläge, alle nach dem Gesetz der Schwere erfolgenden Niederschläge oder Sedimente von solchen Bestandteilen, die nur mechanisch im Wasser suspendiert und mit ihm fortgeführt worden waren. Durch solche m. N. bilden sich die meisten Schichtgesteine. Vgl. Gesteine und Sediment.

Mechanische Potenzen, die einfachen Maschinen: Hebel, Rolle, Rad an der Welle, Schraube, Keil.

Mechanismus (griech.), eigentlich der Bau oder die innere Einrichtung einer Maschine, mittels welcher die Kraft in derselben ihre Wirkung hervorbringt, z. B. M. einer Uhr, eines Mühlwerks u. dgl.; im weitern Sinn die Art und Weise überhaupt, auf welche eine materielle Ursache ihre Wirkung hervorbringt.

Méchant (franz., spr. -schāng), boshaft, schändlich.

Mechanurgīe (griech.), Lehre von den unblutigen Operationen; vgl. Chirurgie, S. 39.

Mechel, Christian von, Kupferstecher, geb. 1737 zu Basel, erhielt seine künstlerische Ausbildung in Nürnberg, Augsburg und Paris, bei den Preißlern, Kilian und Wille, ward sodann Lehrer der Kupferstecherkunst in Basel und gründete daselbst eine Schule sowie eine Kunsthandlung. 1778 ward er nach Wien berufen, um die Galerie des Belvedere zu ordnen und zu katalogisieren; doch kehrte er 1783 in seine Vaterstadt zurück. 1803 ging er nach Berlin, wo er 1815 starb. Von seinen Werken sind ein Katalog der Düsseldorfer Galerie mit Kupfern und eine Sammlung von Kupferstichen nach den besten Werken Holbeins hervorzuheben.

Mecheln (vläm. Mechelen, franz. Malines), Hauptstadt eines Arrondissements in der belg. Provinz Antwerpen, in fruchtbarer Ebene an der Dyle und einem von Löwen nach Antwerpen führenden Kanal gelegen, steht mit Antwerpen, Löwen, Brüssel, Gent und Terneuzen durch Eisenbahnlinien in Verbindung, hat eine fast kreisrunde Form, breite, regelmäßige Straßen und ansehnliche öffentliche Plätze, darunter der sogen. Große Platz mit dem Denkmal Margaretes von Österreich (seit 1849, von Tuerlinckx). Unter den öffentlichen Gebäuden sind bemerkenswert: die kolossale gotische Kathedrale des heil. Romuald, mit einem 98 m hohen, aber noch unvollendeten Turm (im 13.-15. Jahrh. erbaut) und wertvollen Gemälden (Altarblatt von van Dyck); die Liebfrauenkirche (aus dem 16. Jahrh.), mit Rubens' berühmtem Fischzug; die Johanniskirche, als Gebäude unbedeutend, doch mit einigen wertvollen Gemälden von Rubens; ferner das Stadthaus, der "Beyar" genannt (aus dem 15. Jahrh.); der erzbischöfliche Palast, das Munizipalkollegium (früher Deutschordenshaus), das Zeughaus, die sogen. Hallen (von 1340) mit Türmchen und das Beghinenhaus. Die Zahl der Einwohner betrug 1886: 47,672. Die ansehnliche Industrie besteht in Flachs- und Hanfspinnerei, Fabrikation von wollenen Decken, Spitzen (bekannt unter dem Namen points de Malines), Leinwand, Leder, Teppichen, Hüten, Stärke, Nadeln etc. Auch sind daselbst bedeutende Brauereien, eine Kupferschmelze und große Werkstätten der Staatseisenbahnen sowie eine Stückgießerei. Der Handel ist gegen früher sehr gesunken. M. hat ein Athenäum, eine höhere Knabenschule, ein erzbischöfliches Seminar und ein Lehrerseminar, einen botanischen Garten (mit der Büste des 1517 hier gebornen Botanikers Dodonäus), ein Museum (Sammlung städtischer Altertümer), eine Malerakademie, mehrere gelehrte Gesellschaften und ist Sitz des Kardinalerzbischofs und eines Tribunals. - M. (Malinae) fiel bei der Teilung des fränkischen Reichs zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen an Lothringen, wurde aber 915 von Karl dem Einfältigen den Bischöfen von Lüttich geschenkt, kam 1336 durch Kauf an die Herzöge von Brabant, 1383 durch Heirat an Philipp den Kühnen von Burgund, endlich 1477 durch Verheiratung Marias, der Erbtochter Karls des Kühnen, mit Maximilian I. an das Haus Österreich. 1490 wurde M. von Kaiser Friedrich III. zu einer edlen Grafschaft erhoben und bildete als solche die 17. der niederländischen Provinzen. Nach dem Abfall der sieben vereinigten Provinzen wurde es wieder zu Brabant gezogen und zum Sitz des höchsten Gerichtshofs für die gesamten habsburgischen Niederlande bestimmt. 1572 richtete Alba hier eine seiner grausamsten Schlächtereien an. Vgl. Matthieu, Histoire du grand conseil de Malines (Brüssel 1875).

Mecherīno (spr. meke-), ital. Maler, s. Beccafumi.

Mechernich, Pfarrdorf im preuß. Regierungsbezirk Aachen, Kreis Schleiden, an der Linie Köln-Hillesheim der Preußischen Staatsbahn und mehreren Industriebahnen, hat bedeutende Bleierzgruben, eine Bleihütte und (1885) 4042 meist kath. Einwohner.

Mechitaristen, Kongregation armenischer Christen, 1701 in Konstantinopel von dem Armenier Mechitar ("Tröster") da Petro, geb. 7. Febr. 1676 zu Sebaste, zur geistlichen und geistigen Regeneration seiner Landsleute gestiftet. In Konstantinopel dem armenischen Patriarchen wegen Hinneigung zur lateinischen Kirche verdächtig geworden, siedelte Mechitar nach Morea über und erhielt 1703 von der venezianischen Regierung die Erlaubnis, zu Modon ein Kloster und eine Kirche zu erbauen. Nach ihrem Übertritt zu den mit der katholischen Kirche unierten Armeniern erhielt die Kongregation 1712 von Papst Clemens XI. die Bestätigung und eine dem Benediktinerorden entlehnte Regel. Der 1714 zwischen den Venezianern und den Türken ausgebrochene Krieg nötigte sie zur Übersiedelung nach Venedig, wo sie 1717 vom Senat die Insel San Lazzaro geschenkt erhielt, auf der sich bald ein stattliches Kloster mit Kirche erhob. Mechitar starb daselbst 27. April 1749. Die M. daselbst behielten ihren eignen Ritus und die armenische Sprache beim Kultus bei und widmeten sich namentlich seit 1789, wo die erste Druckerei auf San Lazzaro entstand, ganz der Herausgabe klassischer Werke in armenischer Sprache. Seit 1810 besitzen sie in Wien ein großes Kloster, das Mechitaristenkollegium, und eine eigne Druckerei und Buchhandlung. Ein Zweigverein besteht in München. Ihre Bibliothek in San Lazzaro aber gehört in Bezug auf Reichtum an orientalischen