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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mene Tekel; Menēnius Agrippa; Menephta; Menes; Ménes; Menestrels; Ménet.; Ménétriers; Menfi; Mengel; Mengelberg; Mengen; Menger; Mengeringhausen

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Menenius Agrippa - Mengeringhausen.

bischer und hebräischer Übersetzung erhalten sind (hrsg. von Halley und Costard, Oxf. 1758).

Menēnius Agrippa wurde, nachdem er 503 v. Chr. das Konsulat bekleidet hatte, bei der ersten Sezession der Plebejer auf den Heiligen Berg (494) vom Senat an das Volk gesandt, um dieses zur Rückkehr zu bewegen, und erreichte diesen Zweck durch die bekannte Parabel von den Gliedern des Leibes, welche sich gegen den Magen, als müßigen Verzehrer aller Nahrung, empörten, aber dadurch sich selbst den größten Schaden zufügten.

^[Abb.: Menelaos mit dem Leichnam des Patroklos (Florenz).]

Menephta, König von Ägypten, Sohn Ramses' II., herrschte 1322-1302 v. Chr. Unter ihm fand der Auszug der Israeliten aus Ägypten statt.

Ménes (spr. mehnesch), Dorf im ungar. Komitat Arad, mit 1295 Einw. und hervorragendem Weinbau (s. Ungarweine).

Menes (Mena), nach der ägyptischen Sage der älteste König von Ägypten, der auf die Dynastie der Halbgötter folgte, um 3000 (4000) v. Chr., erbaute Memphis und lehrte die Ägypter die Verehrung der Götter u. die Darbringung der Opfer; s. Ägypten, S. 224.

Menestrels (v. lat. Ministeriales), im Mittelalter in Nordfrankreich Name der umherziehenden Volkssänger und Spielleute (vgl. Jongleur).

Ménet., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für E. Ménetries, Konservator am kaiserlichen Museum in Petersburg (Entomolog).

Mene Tekel (vollständig: Mene Mene Tekel Upharsin), im Buch Daniel die von Geisterhand an die Wand geschriebenen, den nahen Sturz des Königs Belsazar (s. d.) verkündenden Worte; daher s. v. w. Warnungsruf.

Ménétriers (spr. -trié), in Frankreich die Spielleute und Fiedler, bildeten im Mittelalter eine Zunft, die ihre eignen Gesetze, ihre Versammlungstage und ihr Oberhaupt (roi des ménetriers) hatte.

Menfi, Stadt in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), Kreis Sciacca, mit starkem Ölbau und (1881) 10,003 Einw.

Mengel, s. v. w. Mineralgelb, s. Bleichlorid.

Mengelberg, Otto, Maler, geb. 1817 zu Düsseldorf, widmete sich seit 1834 der Kunst an der dortigen Akademie unter Sohn und Schadow, lebte von 1842 an mehrere Jahre in Köln, besuchte 1847 Paris und ließ sich 1848 in Düsseldorf nieder. Seine durch Kränklichkeit mehrfach unterbrochene Thätigkeit erstreckt sich großenteils auf Bilder biblischen Inhalts, die, im protestantischen Geist aufgefaßt, in Zeichnung, Modellierung und Farbe, wenn auch ohne höhern Schwung der Phantasie, gewissenhaft ausgeführt sind. Zu seinen ältern Bildern gehören: der Tod des Moses (1838), Judith (1839), der Erzengel Michael (1839, Apostelkirche in Köln), der verlorne Sohn (1848) und zu den spätern das Genrebild: Erst beten! (1860), die Auferstehung Christi (1862, Kirche zu Gütersloh), Christus mit den Jüngern zu Emmaus (1866), Christus in Gethsemane (Kirche zu Hirschberg in Schlesien), die heilige Familie auf der Wanderung nach Jerusalem (1876).

Mengen, Stadt im württemberg. Donaukreis, Oberamtsbezirk Saulgau, Knotenpunkt der Linien Radolfzell-M. der Badischen und Ulm-Sigmaringen der Württembergischen Staatsbahn, 560 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen, eine evang. Kapelle, ein ehemaliges Benediktinerkloster (jetzt Schulhaus), bedeutende Waldungen, Wollwaren- und Kunstdüngerfabrikation, eine Fabrik für elektrische Drähte, Mühl- und Sägewerke, Hopfenbau, Getreidehandel und (1885) 2441 meist kath. Einwohner. M. wird bereits 819 genannt und kam 1805 von Österreich an Württemberg.

Menger, Karl, Volkswirt, geb. 23. Febr. 1840 zu Neusandec in Galizien, studierte in Wien und Prag Rechts- und Staatswissenschaften, wurde 1872 Ministerialsekretär und 1873 Professor der politischen Ökonomie an der Universität zu Wien. In den Jahren 1876-78 begleitete er den Kronprinzen Rudolf von Österreich auf einer Studienreise durch die Schweiz, England, Schottland, Irland, Frankreich und Deutschland und nahm im Sommer 1878 seine Lehrthätigkeit an der Wiener Universität wieder auf. Er schrieb: "Grundsätze der Volkswirtschaftslehre" (Wien 1872); "Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften" (Leipz. 1883); "Die Irrtümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie" (Wien 1884); "Zur Kritik der politischen Ökonomie" (das. 1887). In diesen Schriften vertritt M. die analytische Richtung, welche die verwickelten Erscheinungen der Volkswirtschaft als das Gesamtergebnis der wirtschaftlichen Bestrebungen zahlreicher durch den Verkehr miteinander verbundener physischer und juristischer Personen und der staatlichen und gesellschaftlichen Einflußnahme theoretisch zu erklären habe, während es daneben Aufgabe der geschichtlichen Forschung und der Statistik sei, die sogen. empirischen Gesetze festzustellen. - Sein Bruder Anton M., geb. 12. Sept. 1841, Professor der Rechte an der Wiener Universität, schrieb: "Die Zulässigkeit neuen thatsächlichen Vorbringens in den höhern Instanzen" (Wien 1873); "System des österreichischen Zivilprozeßrechts" (das. 1876, Bd. 1) und "Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag in geschichtlicher Darstellung" (Stuttg. 1886).

Mengeringhausen, Stadt im Fürstentum Waldeck, Kreis der Twiste, hat eine gotische Kirche, ein fürstliches Palais, Bierbrauerei und (1885) 1330 meist