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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mengōni; Mengs; Mengtse; Menhaden; Menhir; Menidi

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Mengoni - Menidi.

evang. Einwohner. Dabei das Hospital Leiborn, die Domäne Kappel und der Braunser Hammer mit Holzspulerei.

Mengōni, Giuseppe, ital. Architekt, geb. 1827, hat sich besonders durch den imposanten, aber in den Details barocken Bau der Galleria Vittorio Emmanuele in Mailand bekannt gemacht. Kurz vor ihrer Vollendung fand er 30. Dez. 1877 bei Besichtigung des Baues durch einen Sturz vom Gerüst den Tod.

Mengs, Anton Raphael, Maler, geb. 12. März 1728 zu Aussig in Böhmen, hatte schon in früher Kindheit seinen Vater, den Miniaturmaler Israel M., einen gebornen Dänen, zum Lehrer und ging 1741 mit demselben nach Rom, wo er die Antike, Michelangelo und Raffael studierte. Dies Studium sowie seine ganze frühere Übung in der Kunst war aber mehr ein ihm auferlegter Zwang als frei gewählte Beschäftigung, denn sein Vater hatte ihn bei seiner Geburt zum Maler bestimmt und ihn mit der rücksichtslosesten Härte zu ausschließlich künstlerischer Thätigkeit angehalten. 1744 nach Dresden zurückgekehrt, ward er von August III. zum Hofmaler ernannt mit der Erlaubnis, wieder nach Rom zurückzukehren. Hier besuchte er die Akademie und fertigte zuerst 1748 einige eigne größere Kompositionen, darunter eine heilige Familie, bei der ihm ein schönes Bauernmädchen, Margareta Quazzi, seine nachherige Gattin, welcher zu Gefallen er zur katholischen Kirche übertrat, zum Modell diente. Nach Dresden zurückgekehrt, erhielt er bei der Einweihung der katholischen Hofkirche daselbst (1751) den Auftrag, das Gemälde für den Hochaltar, die Himmelfahrt Christi, zu verfertigen, und die Erlaubnis, dasselbe in Rom auszuführen. 1754 übernahm er die Direktion der neuerrichteten Malerakademie auf dem Kapitol, malte dann für die Cölestinermönche die Decke in Sant' Eusebio, für den Kardinal Albani in dessen Villa als Deckengemälde den Parnaß und für andre Privatpersonen mehrere Ölgemälde, wie eine Kleopatra, eine heilige Familie, eine Magdalena. Ein junger Engländer, Webb, dem M. seine Ideen über Kunst mitteilte, gab diese als seine eignen unter dem Titel: "Untersuchungen über die Schönheit" (Zürich 1771; deutsch von Schnorr, 2. Aufl., Leipz. 1818) heraus und machte sich durch dieses Plagiat einen Namen. 1761 folgte M. einem Ruf des Königs Karl III. nach Spanien und malte daselbst unter anderm eine Götterversammlung und eine Kreuzabnahme, vollendete dort auch das Altargemälde für Dresden. Intrigen veranlaßten ihn, 1770 nach Italien zurückzukehren, wo er zunächst acht Monate in Florenz verweilte und darauf in Rom für den Papst ein großes allegorisches Deckengemälde in der vatikanischen Bibliothek ausführte. Drei Jahre später ging er zwar wieder nach Spanien, um den Plafond im Speisesaal des Königs, welcher die Vergötterung des Trajan und den Tempel des Ruhms darstellt, zu malen; aber schon 1776 finden wir ihn wieder in Rom, wo er bis zu seinem 29. Juni 1779 erfolgten Ableben blieb. Der Ritter d'Azara ließ ihm ein Denkmal neben dem Raffaels setzen und die Kaiserin Katharina II. von Rußland in der Peterskirche, wo er beigesetzt wurde, ein prachtvolles Grabmal errichten. Seine bedeutende Einnahme von etwa 10,000 Scudi jährlich verwandte M. teils zur Unterstützung unbemittelter Künstler, teils zu dem Ankauf von Handzeichnungen berühmter Meister, von Vasen, Gipsabgüssen (von denen er eine Sammlung der königlichen Akademie in Madrid schenkte, eine andre sich in Dresden befindet), Kupferstichen und andern Kunstgegenständen. Der Grundzug in M.' Kunst ist ein strenges Studium schöner Formen, und wenn seinen Werken auch die freie, lebendige Originalität des Genies fehlt, so sind sie doch durch edle Komposition, korrekte Zeichnung und schönes, kräftiges Kolorit hervorragende Schöpfungen. M. war Eklektiker, der die Schönheiten der Antike, Raffaels, Tizians und Correggios zu verschmelzen suchte. Auch durch seine theoretischen Schriften über die Kunst hat er dieselbe wesentlich gefördert. Die italienische Ausgabe seiner Werke (Parma 1780, 2 Bde.) ist vom Ritter d'Azara, die deutsche (Halle 1786, 3 Bde.) von Prange besorgt worden. An der letztern hat sich auch Winckelmann, mit welchem M. in Rom in freundschaftlichem Verkehr lebte, beteiligt. Von M.' namhaftesten Gemälden befinden sich im königlichen Museum zu Berlin das große Bild einer heiligen Familie und das Bildnis seines Vaters. Die Dresdener Galerie besitzt das Pastellbildnis des Künstlers, einen den Bogen schnitzenden Amor in Pastell und eine Magdalena in Miniatur, die Münchener Pinakothek das Bildnis eines Kapuziners und das eigne Bildnis des Künstlers, die k. k. Galerie zu Wien den heil. Petrus mit der Flamme auf dem Haupte, die Bildnisse der Infantin Maria Theresia von Neapel und der Infantin Maria Ludovika von Spanien, Großherzogin von Toscana. Viele Bilder von M. besitzen die Galerien zu Madrid und Petersburg.

Mengtse ("Lehrer Meng", latinisiert Mencius), chines. Sittenlehrer, geb. 371 v. Chr. in der heutigen Provinz Schantung, bekleidete mehrere Jahre lang das Amt eines Ratgebers am Hof des Prinzen Seuen in Tse, dann ähnliche Stellungen in andern Staaten, zog sich endlich in seine Heimat zurück, um sein System auszubilden und sich Schüler heranzuziehen, und soll ein Alter von 84 Jahren erreicht haben. Mengtses Lehren befassen sich vorwiegend mit zwei großen Gegenständen: dem Verhältnis des Regenten zu den Regierten und der moralischen Natur des Menschen. In ersterer Beziehung stellt er als obersten Grundsatz auf: das Volk ist das wichtigste Element in einer Nation; erst nach dem Volke kommt das Reich und erst in dritter und letzter Reihe der Fürst. In ethischer Hinsicht nimmt M. eine ursprünglich gute Beschaffenheit der menschlichen Natur an und tritt ebenso der Philosophie des Egoismus, welche Jangtschu lehrte, entgegen wie der von Mihtse gepredigten allgemeinen und gleichmäßigen Menschenliebe, welche ihm unverträglich schien mit der besondern Liebe, die man den Eltern schulde. Mengtses Lehren wurden von seinen Anhängern in der Form von Dialogen im "Buch des M.", dem vierten der sogen. "Sseschu" ("Vier Bücher"), aufgezeichnet; dasselbe ward öfters, unter anderm ins Lateinische von Julien (Par. 1824, 2 Bde.), ins Englische von Collin (Malakka 1828) und von Legge ("Life and works of Mencius", Lond. 1874) und ins Französische von Pauthier (Par. 1841), übersetzt. Vgl. Faber, Lehrbegriff des Philosophen Mencius (Elberf. 1877).

Menhaden (Bunker, Alosa tyrannus Latr.), ein der Alse nahe verwandter und sehr ähnlicher Fisch, wird an den atlantischen Küsten Nordamerikas jährlich zu Millionen gefangen und zu Thran und Fischguano verarbeitet. Der Wert der jährlichen Ausbeute beträgt ca. 10 Mill. Mk. Über einen andern M. s. Forelle.

Menhir, s. Bautasteine.

Menidi, Dorf im griech. Nomos Attika und Böotien, 11 km nördlich von Athen (2015 Einw.), berühmt durch das dort 1879 aufgedeckte prähistorische