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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Messēne; Messenger; Messenhauser; Messenĭen

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Messene - Messenien.

Punktes innerhalb eines bekannten Zeitteilchens; so wird die Schwerkraft durch die Zunahme des Fallwegs eines Körpers in jeder Sekunde, die Schwere, besser das Gewicht, wird im Leben mittels konventioneller Gewichtseinheiten gemessen); ferner: Festigkeit, Zugkraft, Druck, Elastizität, in der Praxis meist unter Bezugnahme auf die Fortbewegung einer Gewichtseinheit gemessen, z. B. die Kraft einer Spiralfeder ist = 10 Pfd., wenn sie bei dem Druck oder Zug von über 10 Pfd. ihre Achslänge ändert; so bilden wiederum Federn von bekannter Kraft Maßeinheiten für Gewicht-, Zug- und Druckmessungen (s. Dynamometer). Den logischen Zusammenhang der Raummessung mit der Gewichts- und Kraftmessung stellt am deutlichsten das Metersystem dar in den Beziehungen zwischen dem Meter, dem Liter (= 1 Kubikdezimeter), dem Kilogramm (= 1 Lit. Wasser bei 4° C.) und dem Kilogrammometer (d. h. dem Maß der Kraft, welche 1 kg 1 m hoch hebt). Fernerhin erstreckt sich die Messung auf die Bestimmung der Wärme, des Luftdrucks, der Feuchtigkeit, Elektrizität u. a. und bildet so die unentbehrliche Gehilfin sowohl der naturwissenschaftlichen Disziplinen als auch der Statistik, des Handels, der bildenden Künste, überhaupt sehr vieler Aufgaben der Wissenschaft und des Lebens. Die Genauigkeit jeder Messung hängt von der verwendeten Minimalmaßeinheit ab; die Genauigkeitsgrenze wird mit der Ausbildung der Mikroskopie weiter hinausgeschoben (vgl. Mikrometrie).

Da alle Maßeinheiten lediglich konventionelle Größen sind, die leicht vergessen und verloren werden, wie es thatsächlich mit vielen Maßen der Alten geschehen, so hat man sich bemüht, ein immer auffindbares Naturmaß zu suchen und zu bestimmen, auf welches sich die gesamte Meßkunde (Metrologie) stützen könnte; diese Bestrebungen führten zu der bezüglich der absoluten Genauigkeit immerhin vergeblichen Meterbestimmung im Beginn dieses Jahrhunderts (vgl. Gradmessungen). Man bleibt jetzt bei dem alten Verfahren, daß man sogen. Urmaße künstlich herstellt, auf die man mittels gesetzgeberischen Aktes für alle weitern metrologischen Aufgaben rekurriert. Das wichtigste Urmaß wird einstweilen die in Paris befindliche Toise de Pérou (vgl. Gradmessungen) bleiben, auf welche auch die Länge des heutigen Meters zurückzuführen ist. Das Deutsche Reich hat für seine metrologischen Zwecke besondere Normalmeterstäbe als Basis für Maß und Gewicht konstruieren lassen. Vgl. Dove, Maß und M. (Berl. 1861); Debes, Über Maße (in Behms "Geographischem Jahrbuch", Bd. 1 u. 2); vgl. auch Vermessungskunst, Geodäsie, Maß, Gewicht.

Messēne, s. Messenien.

Messenger (engl., spr. méssindscher, "Bote"), Name vieler engl. Zeitungen und Zeitschriften.

Messenhauser, Cäsar Wenzel, Kommandant der Wiener Nationalgarde 1848, geb. 4. Jan. 1813 zu Proßnitz in Mähren aus niederm Stande, trat 1829 in das Regiment Kaiser Franz, ward infolge seiner Abhandlung "Über die schiefe Schlachtordnung" 1833 Fähnrich und kam 1840 als Leutnant nach Wien in Garnison. Daselbst schrieb er außer einer ganzen Reihe von Novellen und Poesien für Saphirs "Humorist" im Auftrag seines Obersten die Geschichte des Regiments Hoch- und Deutschmeister und ward hierauf zum Oberleutnant befördert. Beim Ausbruch des polnischen Aufstandes von 1846 wurde M. mit seinem Regiment nach Krakau versetzt. Bald darauf veröffentlichte er eine Auswahl seiner Novellen unter dem Titel: "Wildnis und Parkett" (Wien 1847, 3 Bde.) und unter dem Namen Wenzel March "Die Polengräber". Bei Beginn der Revolution von 1848 ließ er sich von der Bürgerschaft zu Lemberg in das Komitee zur Organisation der Bürgerwehr wählen, ward hierfür aber mit Arrest und Versetzung nach Wien bestraft und nahm seinen Abschied, worauf er nach Wien ging. Am 12. Okt. vom Ministerium des Innern zum provisorischen Kommandanten der Nationalgarde für Wien und die Umgegend ernannt, führte er eine strenge Mannszucht ein und entwickelte für die Verteidigung der Stadt eine rastlose Thätigkeit. Nachdem die Vorstädte von Windischgrätz genommen waren, entschloß er sich zur Kapitulation, und als auf die Nachricht von dem Anmarsch der Ungarn die Insurgenten den Kampf von neuem begannen, legte er seine Stelle nieder; nur auf die dringendsten Bitten sämtlicher Offiziere der Nationalgarde übernahm er das Kommando wieder. Nach dem Einzug der kaiserlichen Truppen blieb er in Wien und stellte sich 6. Nov. selbst bei dem Stadtkommandanten, wurde in das Stabsstockhaus gebracht und 16. Nov. standrechtlich erschossen. Aus seinem Nachlaß erschienen noch mehrere Novellensammlungen. Vgl. Nitschner, Wenzel M. (Wien 1849).

Messenĭen (griech. Messēne, dorisch Messāna, später Messenia), die südwestlichste Landschaft des Peloponnes, umfaßt die westlichste der drei großen südlichen Landzungen der Halbinsel und reichte im Altertum im N. bis an den Nedafluß (jetzt Buzi), der sie von Elis schied, im O. bis an das Taygetongebirge, welches die Grenze gegen Lakonien bildete. Gegen Arkadien lief die Grenze auf der Wasserscheide zwischen den Gebieten des Pamisos und Alpheios hin. Im heutigen Königreich Griechenland bildet diese Landschaft den Nomos M.; doch gehört zu diesem nördlich noch das Land bis zum Ruphiafluß (Alpheios), während der südöstlichste Streifen des alten M., an der Ostseite des Messenischen Meerbusens (Golf von Koron), zum Nomos Lakonien geschlagen wurde. Der Nomos M. hat 3443 qkm (62,52 QM.) Flächeninhalt mit (1879) 155,760 Einw. und zerfällt in fünf Eparchien. M. ist seinem Kerne nach das Thal des wasserreichen Pamisos (jetzt Pirnatza), eine schöne weite Kulturebene, welche in eine nördliche und eine südliche Hälfte zerfällt. Erstere ist die von Stenyklaros, wie das Heerlager der eindringenden Dorier hieß; die zweite ist die fruchtbare Küstenebene Makaria. M. ist durch vereinzelt auftretende Gebirge reich gegliedert: im äußersten Süden der Akritas (Hagios Dimitri, 516 m), nördlich davon der Mathia (Lykodimo, 957 m), im W. des Landes das Ägaleongebirge (bis 1220 m) und im Zentrum von M. die Gipfel Ithome (802 m) und Eua. Milde des Klimas, Regen, Wasserfülle und dankbarer Boden machen M. zu der bevorzugtesten Landschaft Griechenlands, in der wie im Altertum, so noch jetzt Wein- und Getreidebau fast überall stattfindet. Das nördliche Gebirgsland enthält die schönsten Weiden, und die südliche, überaus heiße Ebene hat das ergiebigste Land und die üppigste Vegetation. Zu M. gehören auch mehrere Inseln an der Süd- und Westküste des Landes, darunter Sphakteria (jetzt Sphagia), das im Peloponnesischen Krieg eine Rolle spielte. Die historisch merkwürdigsten Orte waren: die Bergfeste Ithome, an deren Belagerung sich das Hauptinteresse des ersten Messenischen Kriegs knüpft; Pylos, die Residenz Nestors; Pharä (das heutige Kalamata), Methone und die 369 von Epameinondas am Fuß des Ithome gegründete Hauptstadt Messene, deren beim