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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Metrum; Metschnikow; Metsovon; Metsu; Metsys; Mett; Mett.; Mettau; Mette; Metten; Mettenleiter; Metternich

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Metrum - Metternich.

Alle Arten bewohnen die Sundainseln, wo sie weite Waldungen bilden. M. laeve Mart. (Sagus laevis Rumph), ein 8-16 m hoher Baum mit starkem, unter der großen Krone mit gebleichten Resten abgestorbener Blätter bedecktem Stamm, aufrecht stehenden, großen Wedeln mit unbewehrten Blattstielen und aus der Mitte der Krone sich erhebender Blütenähre, liefert den größten Teil des Sagos. M. Rumphii Mart. (Sagus Rumphii Willd., s. Tafel "Nahrungspflanzen I"), bis 10 m hoch, mit 6 m langen, fast aufrechten Blättern, ist an Blattstielen und Blütenscheiden stachlig und liefert ebenfalls Sago. Diese Bäume blühen im 15. Jahr und sterben, wenn die Frucht nach weitern 3 Jahren gereift ist, ab; man benutzt sie zur Sagogewinnung, sobald sich die Blüte zeigt.

Metrum (griech., "Maß"), in der Dichtkunst das Silben- oder Versmaß, welches aus einer rhythmischen Aufeinanderfolge der Silben besteht und die bestimmte Form der Dichtersprache bildet (s. Vers). Je ein drei- oder viersilbiger Versfuß (Takt) gilt für ein M. (z. B. ‒ ⌣ ⌣); von den zweisilbigen aber nur die Vereinigung zweier Versfüße (z. B. ⌣ ‒ ⌣ ‒); daher Dimeter, eine aus zwei Metra zusammengesetzte rhythmische Reihe (z. B. ‒ ⌣ ⌣ ‒ ⌣ ⌣), Trimeter (⌣ ⌣ ‒ ⌣ ⌣ ‒ ⌣ ⌣ ‒) etc. Im weitern Sinn gebraucht man M. dann auch für diese rhythmische Reihe selbst.

Metschnikow, Elias, Zoolog, geb. 3. (15.) Mai 1845 auf einem Landgut in der Provinz Charkow, studierte seit 1862 zu Charkow Naturwissenschaft, weilte 1864-67 im Ausland und machte namentlich in Gießen, Göttingen und München zoologische Studien. 1870 wurde er als Professor der Zoologie nach Odessa berufen. M. besuchte Madeira und Teneriffa und machte zwei anthropologische Reisen in die Kalmückensteppe der Wolgagegend. Er lieferte auch einige anthropologische Arbeiten, die Mehrzahl seiner Untersuchungen aber gehört der vergleichenden Entwickelungsgeschichte der wirbellosen Tiere an. In erster Linie sind zu nennen seine Arbeiten über Entwickelung der Nemertinen und Echinodermen (1869) und über Siphonophoren und Medusen (1870), ferner die embryologischen Studien an Insekten (1866), Krebsen, Tausendfüßen (1871) und Würmern und die Arbeiten über die Schwämme.

Metsovon, Stadt im türk. Wilajet Janina, ostnordöstlich von der Stadt Janina, 1150 m hoch, am Fuß des Epirus und Thessalien verbindenden Passes Zygos gelegen, den sie beherrscht. M. zählt etwa 1000 Häuser und ist Hauptort der sogen. Kutzowlachen oder Tsintsaren, welche, vielleicht Nachkommen der alten Thraker, besonders nördlich und südlich der Stadt in kompakter Menge und, rings von Griechen umgeben, eine Anzahl Gebirgsdörfer des Pindos bewohnen. Dieselben treiben besonders Viehzucht, Handel und Gewerbe.

Metsu (Metzu), Gabriel, holländ. Maler, geboren um 1630 zu Leiden als Sohn des aus Belle in Flandern stammenden Malers Jacques M., war Schüler des G. Dou und bildete sich auch nach Rembrandt. Seit 1648 Mitglied der Malergilde in Leiden, kam er 1650 nach Amsterdam, verheiratete sich hier 1658 und erhielt 1659 das Amsterdamer Bürgerrecht. Er starb daselbst im Oktober 1667. M. hat zumeist Sittenbilder aus dem Bürgerstand gemalt mit gemütlicher, bisweilen humoristischer Auffassung und klarer, weicher Farbe. Nebenbei malte er auch Porträte. Hauptbilder von ihm sind: der Amsterdamer Gemüsemarkt und eine Dame am Klavier (Paris, Louvre); das Bohnenkönigsfest und eine Köchin in der Speisekammer (München, Pinakothek); der Hahnenverkäufer, die Wildbrethändlerin und die Spitzenklöpplerin (Dresden, Galerie); die Musikfreunde (Museum des Haag); Familie des Kaufmanns Gelfing, lebensgroßes Bildnis einer alten Frau und eine Köchin (Berlin, Museum). M. ist einer der volkstümlichsten Genremaler der holländischen Schule.

Metsys, Quintin und Jan, Maler, s. Massys.

Mett (niederd.), Fleisch, wovon das Fett abgesondert ist, und woraus die Mettwurst bereitet wird.

Mett., bei botan. Namen Abkürzung für G. Mettenius, geb. 1823 zu Frankfurt a. M., starb als Direktor des botanischen Gartens in Leipzig 1866. Rhizokarpeen, Farne, Cykadeen.

Mettau, linker Nebenfluß der Elbe im östlichen Böhmen, entspringt in den Glatzer Bergen unweit Adersbach, mündet bei Josephstadt; 70 km lang.

Mette (v. lat. matutina), der vor Tagesanbruch gehaltene Frühgottesdienst, insbesondere am Weihnachtsfest (Christmette); daher auch der erste Teil der im Brevier enthaltenen Gebete der katholischen Priester. Vgl. Finstermetten und Nokturn.

Metten (niederd.), die fliegenden Spinnweben im Herbst, Sommerfäden (s. Alterweibersommer).

Metten, Pfarrdorf im bayr. Regierungsbezirk Niederbayern, Bezirksamt Deggendorf, links an der Donau, hat ein 801 gestiftetes, 1803 aufgehobenes, aber 1830 wiederhergestelltes Benediktinerkloster mit Gymnasium, Bierbrauerei, Granitbrüche und (1885) 1854 kath. Einwohner. Vgl. Aichinger, Das Kloster M. (Landsh. 1859).

Mettenleiter, Johann Georg, Komponist, geb. 6. April 1812 zu St. Ulrich bei Ulm, erhielt seine musikalische Ausbildung bei seinem Oheim, dem Chordirigenten Michael M. (gest. 1859) zu Wallerstein, wurde 1839 Organist in Regensburg, zwei Jahre später auch Chorregent; starb 6. Okt. 1858. Er komponierte mehrere schätzenswerte Kirchensachen, gab ein katholisches Choralwerk ("Enchiridion chorale", Regensb. 1853) heraus und machte sich insbesondere durch die gemeinschaftlich mit Proske unternommene Herausgabe der klassischen Kirchenwerke der Palestrinaschen Schule verdient. Seine Biographie schrieb sein Bruder Dominikus M. (Brixen 1866).

Metternich, altes rhein. Dynastengeschlecht, das die Erbkämmerei von Köln bis in den Anfang dieses Jahrhunderts innehatte. Ursprünglich ein Zweig derer von Hemmerich (Hemberg), benannte es sich im 14. Jahrh. nach dem Dorf Metternich im preußischen Kreis Koblenz. Die von den zwölf frühern Linien noch bestehende einzige Linie erhielt 1635 den Reichsfreiherrenstand, 1679 die reichsgräfliche, 30. Juni 1803 die reichsfürstliche Würde für den jedesmaligen Senior und 1813 vom Kaiser Franz I. von Österreich die fürstliche Würde für alle Nachkommen. Als im Anfang des 17. Jahrh. die Linien Winneburg und Beilstein erloschen und ihre Besitzungen, die Reichsgrafschaften Winneburg und Beilstein, an das Kurfürstentum Trier zurückfielen, gab der damalige Kurfürst, Lothar von M. (1599-1623), diese Grafschaften seinen Vettern Karl Heinrich von M. und Phil. Emmerich von M. zu Lehen. Als die eben genannten und andre unmittelbare reichsritterschaftliche Herrschaften und Güter jenseit des Rheins durch den Lüneviller Frieden an Frankreich fielen, wurde die Familie M. durch die Reichsabtei Ochsenhausen in Schwaben entschädigt, die dann als Landesherrschaft den Namen Fürstentum Winneburg erhielt, 1806 mediatisiert und an Württemberg abgetreten und 1825 für 1,300,000 Gulden vom König von Württem-^[folgende Seite]