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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mevania; Mewar; Mewe; Mewlewi; Mewlud; Mexborough; Mexikanischer Meerbusen

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Mevania - Mexikanischer Meerbusen.

gemeinschaftliche Widersetzung oder Thätlichkeit gegen den Vorgesetzten verabreden; ebenso wird auch derjenige mit Strafe bedroht, welcher, obgleich er von einer M. glaubhafte Kenntnis erhielt, gleichwohl zur Verhütung derselben eine rechtzeitige Anzeige unterläßt, während umgekehrt den bei einer M. Beteiligten Straflosigkeit zugesichert wird, wenn sie rechtzeitig von derselben Anzeige erstatten. Ferner gehört die Bestimmung der deutschen Seemannsordnung hierher, wonach mehrere Schiffsleute, welche es auf Verabredung gemeinschaftlich unternehmen, den Schiffer (Kapitän) oder einen andern Vorgesetzten durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt oder durch Verweigerung der Dienste zur Vornahme oder zur Unterlassung einer dienstlichen Verrichtung zu nötigen, mit Gefängnisstrafe bis zu 4 Jahren bedroht werden. Gleiche Strafe trifft diejenigen, welche es unternehmen, dem Schiffer oder einem andern Vorgesetzten durch Gewalt oder durch Bedrohung mit Gewalt Widerstand zu leisten oder denselben thätlich anzugreifen. Endlich bestraft das Reichsstrafgesetzbuch diejenigen Gefangenen wegen M., welche sich zusammenrotten und mit vereinten Kräften das Beamten- und Aufsichtspersonal angreifen oder es unternehmen, dieses zu Handlungen oder Unterlassungen zu nötigen, oder endlich mit vereinten Kräften einen gewaltsamen Ausbruch unternehmen. In solchen Fällen tritt Gefängnisstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren und gegen diejenigen, welche dabei Gewaltthätigkeiten gegen die Anstaltsbeamten oder gegen das Aufsichtspersonal verübten, Zuchthausstrafe bis zu 10 Jahren ein. Vgl. Deutsches Militärstrafgesetzbuch, § 103-105; Deutsche Seemannsordnung, § 89 bis 92, und Deutsches Strafgesetzbuch, § 122.

Mevania, Stadt der Umbrer, s. Bevagna.

Mewar (Meywar, jetzt gewöhnlich nach der Hauptstadt Udaipur genannt), Vasallenstaat im englisch-ind. Kaiserreich, Aufsichtsbezirk Radschputana, 32,814 qkm (596 QM.) groß mit (1881) 1,443,144 Einw., darunter 1,321,521 Hindu, grenzt im W. an die englischen Landschaften Bombay und Adschmir, sonst an Vasallenstaaten, ist im S. gebirgig und durch die Quellflüsse des Banas gut bewässert, im N. auf großen Strecken zur Weide geeignet und nur in der Regenzeit kultivierbar, dagegen meilenweit mit Weizen- und Gerstefeldern, mit Baumwolle-, Mohn- und Zuckerpflanzungen bedeckt, wo Bewässerung möglich. Die Temperatur beträgt im S. im Mittel 20° C., die Regenmenge 910 mm. Die reichen Lager von Eisen, Kupfer, Zink und Bausteinen liefern den kriegerischen Bewohnern und prachtliebenden Fürsten das Material zu Waffen und Kunstbauten, die Eindampfung der zahlreichen Salzsolen bedeutende Einnahme aus der Gewinnung und Verfrachtung von Salz. Außer Rindern und Pferden werden auch Kamele gezüchtet. Die Bevölkerung ist selbst da, wo das Land nur gute Weidegründe bietet, keineswegs dünn und wohnt meist in stattlichen Dörfern. Der Herrscher ist Hindu. In den tiefen und rauhen Schluchten der Arawaliberge hausen die wilden Stämme der Bhil, Mina und Mhair in noch fast unabhängigem Zustand. Den herrschenden Streitigkeiten zwischen den einzelnen Fürsten hat der "internationale Mewar-Gerichtshof", gebildet aus Fürsten und englischen Beamten, ein Ende gemacht. Die Einkünfte des Fürsten werden auf 180,000 Pfd. Sterl. geschätzt, wovon er 25,000 Pfd. Sterl. als Tribut zu zahlen hat. Die Armee besteht aus 6240 Mann Kavallerie und 15,100 Mann Infanterie mit 538 Geschützen. - Die gegenwärtig regierende Familie nimmt unter allen Dynastien in Radschputana den höchsten Rang ein; sie führt ihren Stammbaum auf 144 n. Chr. zurück, gab manchem Nachbarstaat seine Dynastie und stellte sich hartnäckig und kühn den mohammedanischen Herrschern entgegen. Indessen ward der Fürst 1627 jenen tributpflichtig. Ein Bündnis mit den Nachbarstaaten Dschaipur und Dschodpur gegen die Mohammedaner unter Einräumung von Successionsvorrechten an M. gab Anlaß, die Marathen herbeizurufen, die das Land ärger verwüsteten als frühere Eroberer. Das 18. Jahrh. füllen Kriege mit den Großen des Reichs, mit fremden Fürsten, z. B. dem persischen Eroberer Nadir Schah, und Thronstreitigkeiten zwischen den Prinzen des Hauses. Zwischen 1806 und 1817 verwüsteten Armeen der Fürsten von Gwalior und Indor das Land, bis England unterm 13. Jan. 1818 das Protektorat übernahm. Der jetzige Fürst, mit dem Titel Maharana ("Großkönig"), bestieg 7. Okt. 1874 den Thron. Die Hauptstadt des Landes ist Udaipur. S. Karte "Ostindien".

Mewe (Gniew), Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Kreis Marienwerder, am Einfluß der Ferse in die Weichsel, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Strafanstalt (im ehemaligen Ordensschloß), Maschinenfabrikation, Bierbrauerei und (1885) 4499 meist kath. Einwohner. Die Burg ward 1283, die Stadt 1297 gegründet.

Mewlewi, Name eines mohammedan., vom Dichter Dschelâl eddin Rumi (s. d.) gestifteten Ordens, dessen Aufgabe in der Verherrlichung Gottes mittels Recitierung besonderer Gebete und Verrichtung gewisser Zeremonien besteht, die als eine bildliche Darstellung sufischer Dogmen aufgefaßt werden sollen. Zu letztern gehört der kreisende Tanz um den in der Mitte sitzenden Scheich (Ordensoberhaupt), eine Symbolisierung des das göttliche Licht umkreisenden menschlichen Sinnes. Ihr Ordensgewand besteht aus einer hohen, zuckerhutförmigen Filzmütze, einer langen Dschubbe (Oberkleid) und einem Gürtel, dessen Schnalle mit einem Stein versehen ist. Da sie in Pera ein Kloster (Tekijeh) haben und bei ihrem Gottesdienst auch Nichtmohammedanern den Zutritt gestatten, so sind die M. unter dem Namen "tanzende Derwische" in Europa bekannt.

Mewlud (arab.), Geburtstag, besonders der Mohammeds, dessen Feier von Murad III. 1588 eingesetzt wurde.

Mexborough (spr. mecksböro), Stadt im südlichen Yorkshire (England), am Don, unterhalb Rotherham, hat Glas- und Eisenhütten und (1881) 6319 Einw.

Mexikanischer Meerbusen (Golf von Mexiko), großer Busen des Atlantischen Ozeans, an der Ostküste Amerikas, wird im N. von den Vereinigten Staaten von Nordamerika, im W. und S. von Mexiko, im O. von der Halbinsel Florida, im S. von Yucatan und Cuba eingeschlossen und steht mit dem Atlantischen Ozean durch die Floridastraße und den alten Bahamakanal zwischen der Insel Cuba, den Bahamainseln und Florida in Verbindung. Außerdem bleibt ihm nach S. noch zwischen Cuba und Yucatan ein andrer Ausweg, die Straße von Yucatan, welche in das Antillenmeer führt. Die Gestalt des Meerbusens nähert sich der eines Eirundes, dessen größter Durchmesser von SW. gegen NO. eine Länge von 1780 km hat, während der kleinere nur 1112 km zählt. Das Innere des Meerbusens bildet einen ungeheuern, über 1000 Faden tiefen Kessel, dessen Wandungen sich steil und schroff gegen die Küsten hin erheben, um dann in sanftem Anstieg allmählich als Boden eines flachen submarinen Litoralplateaus an