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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Michelstadt; Michiels; Michigan

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Michelstadt - Michigan.

Geschichte des Landes Dithmarschen" (Altona 1834) sowie die "Sammlung altdithmarscher Rechtsquellen" (das. 1842). 1842 ging er als Professor des Staats- und Völkerrechts nach Jena, wo er 1843 auch Mitglied der Juristenfakultät und des Schöppenstuhls und 1854 des Oberappellationsgerichts ward. Bei der Erhebung der Herzogtümer Schleswig und Holstein (1848) nahm er sofort Urlaub und stellte sich der provisorischen Regierung in Rendsburg zur Verfügung, die ihn alsbald in außerordentlicher Mission nach Berlin sandte. Kaum zurückgekehrt, wurde er von Fehmarn und Nordschleswig in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, wo er seinen Sitz in dem rechten Zentrum nahm. Von da kehrte er in seine frühere Stellung zu Jena zurück, die er bis 1861 bekleidete. Ende 1862 folgte er dem Ruf als erster Vorstand des Germanischen Museums nach Nürnberg, legte aber 1864 diese Stelle nieder und begab sich nach Kiel. Seit 1867 lebte er in Schleswig, wo er 11. Febr. 1881 starb. Von seinen übrigen Schriften sind besonders zu erwähnen: "Der ehemalige Oberhof zu Lübeck" (Altona 1839); "Rechtsdenkmale aus Thüringen" (Jena 1852-63, 5 Lfgn.); "Die Hausmarke" (das. 1853); "Codex Thuringiae diplomaticus" (das. 1854). Neuerdings gab er H. N. A. Jensens "Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte" aus dessen hinterlassenen Handschriften (Kiel 1873-81, 4 Bde. nebst Register) heraus.

Michelstadt, Stadt in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach, an der Mümling und der Linie Frankfurt a. M.-Babenhausen-Eberbach der Hessischen Ludwigsbahn, 262 m ü. M., hat eine schöne gotische evang. Pfarrkirche mit Grabdenkmälern und alter Bibliothek, eine Real- und eine Zeichenschule, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, eine Kaltwasserheilanstalt, Kattun-, Tuch- und Lederfabrikation, Maschinenfabriken, Eisengießerei, Holzschneiderei, Elfenbeinschnitzerei und (1885) 3158 meist evang. Einwohner. M. wird schon 741 genannt, kam später an das Kloster Lorsch und nach Aufhebung desselben an die Grafen von Erbach.

Michiels (spr. mīschĭäl), Joseph Alfred Xavier, franz. Schriftsteller, geb. 25. Dez. 1813 zu Rom aus einer holländischen Familie, kam mit dieser 1817 nach Frankreich, studierte seit 1834 Jurisprudenz in Straßburg, wandte sich dann aber in Paris ausschließlich der Litteratur und Kunstgeschichte zu. Er veröffentlichte: "Études sur l'Allemagne" (1839, 2. Aufl. 1850); "Histoire des idées littéraires en France au XIX. siècle" (1842, 2 Bde.); "Voyage d'un amateur en Angleterre" (1844, 4. Aufl. 1872); "Histoire de la peinture flamande et hollandaise" (Brüss. 1845, 4 Bde.; neue Ausg. 1865-76, 10 Bde.), ein Werk, das ihn in eine heftige Polemik mit Arsène Houssaye (s. d.) verwickelte, mit der Fortsetzung: "L'art flamand dans l'est et le midi de la France" (1877); "L'architecture et la peinture en Europe depuis le V. au XVI. siècle" (1853, 3. Aufl. 1873); "Rubens et l'école d'Anvers" (4. Aufl. 1877); "Histoire secrète du gouvernement autrichien" (4. Aufl. 1878); "Histoire de la politique autrichienne depuis Marie-Thérèse" (1861); "Le comte de Bismarck" (1871); "Les droits de la France sur l'Alsace et la Lorraine" (1871); "Histoire de la guerre franco-prussienne" (1872); "L'invasion prussienne en 1792" (1880); "Van Dyck et ses élèves" (1880) u. a.; daneben die beliebten "Contes des montagnes" (1857) und "Drames politiques" (1865).

Michigan (spr. míschĭgän, abgekürzt Mich.), nordamerikan. Unionsstaat, liegt zwischen 41° 40'-48° 20' nördl. Br. und 82° 12'-90° 30' westl. L. v. Gr. und besteht aus zwei Halbinseln, von denen die kleinere, nördliche von Wisconsin aus sich zwischen dem Obern und dem Michigansee bis zur Straße von St. Mary erstreckt, während der Hauptteil des Staats, nördlich von Indiana und Ohio, zwischen dem Michigansee, dem Huronensee, dem St. Clair- und dem Eriesee liegt. Die Oberflächenverhältnisse in diesen beiden Halbinseln sind sehr verschieden. Die südliche Halbinsel (Southern Peninsula), ungefähr drei Fünftel des Gesamtareals umfassend, ist durchgängig einförmig und ohne andre Bodenerhebung als die durchschnittlich etwa 90 m über dem Niveau der Seen und 300 m ü. M. liegende Wasserscheide zwischen dem Michigan-, Erie- und Huronensee. Das Land ist wellenförmig; Hügel von 50-60 m relativer Höhe sind selten, und nur die Küste am Michigan- und Huronensee, welche in sogen. Bluffs bis zu einer Höhe von 30-90 m steil ansteigt, hat ein weniger einförmiges Ansehen. Die wichtigsten Flüsse sind: der Saginaw, welcher in den Huronensee mündet, und die dem Michigansee zuströmenden Grand River, Kalamazoo und St. Joseph's River. Kleinere Landseen sind zahlreich. Fruchtbares, gut bewässertes Land findet sich namentlich im S.; dagegen trifft man im N. viel unfruchtbaren Boden, dessen Anbau sich kaum lohnen dürfte. Die Wälder sind hier noch ziemlich ausgedehnt; als Hauptholzarten sind Buchen, Walnußbäume, Eichen, Ulmen, Ahorne, Kastanien, Linden etc. zu nennen. Ganz andrer Natur und weit mannigfaltiger gestaltet ist die Oberfläche der nördlichen Halbinsel. Der östliche Teil, von der Spitze der Halbinsel an bis zu den Pictured Rocks (vom Wasser durchwühlten Sandsteinfelsen) reichend, ist wellenförmig und steigt gegen das Innere allmählich zu einem höhern Plateau an. Westwärts davon und bis zur Westgrenze des Staats fällt das Land in einem steilen Felsufer nach dem Obern See hin ab und ist großenteils von einem rauhen, unfreundlichen Charakter. Der an Kupfer und Eisen reiche Mineral Range (mit der "Phönixmine", die für die reichste Kupfermine der Welt gilt) erreicht hier eine Höhe von 600 m. Fischreiche Seen sind zahlreich. Der einzige größere Fluß ist der Menomonie, der einen Teil der Westgrenze des Staats bildet und sich in die Green Bay des Eriesees ergießt. Ausgedehnte Waldungen, namentlich von Fichten, kommen vor, und wenn auch einzelne fruchtbare Thäler selbst am Obern See angetroffen werden, so ist doch dieser Teil des Staats für den Ackerbau wenig geeignet. Das Klima von M. ist auf der untern Halbinsel ziemlich mild und hat wegen der Nähe der großen Seen mehr den Charakter eines Seeklimas mit weit geringern Temperaturgegensätzen als in den östlichen, unter gleicher Breite liegenden Staaten. Mais gedeiht hier noch neben dem Wintergetreide. Das Klima der obern Halbinsel dagegen ist schon ein nordisches, das keinen Maisbau gestattet. Der nördliche Teil derselben wird durch die Bezeichnung "Sibirien von M." hinlänglich charakterisiert; im südlichen gedeihen unsre sämtlichen Getreidearten. Die mittlere Jahrestemperatur von Detroit ist 8,5° C., die von Marquette am Obern See 4,9° C. Die Winter sind dort sehr streng, und die Straße von Mackinaw, welche den Erie- mit dem Huronensee verbindet, ist in der Regel vom 1. Dez. bis 1. Mai mit Eis bedeckt. Jährlich fallen etwa 660 mm Regen. M. hat ein Areal von 152,584 qkm (2807,4 QM) mit (1880) 1,636,937 Bewohnern, unter denen 15,100 Farbige und 388,508 Ausländer (89,085 Deutsche) waren. Mitgezählt sind hierbei nicht 10,141