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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Minto; Minton; Mintrop; Mintúrnä; Minucĭus Felix; Minuéndus; Minuetto; Minus; Minúskel; Minussinsk; Minute

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Minto - Minute.

16. Jahrh. waren sie in der öffentlichen Meinung so sehr gesunken, daß 1597 die Königin Elisabeth eine Verordnung erließ, nach welcher vagabundierende M. als Landstreicher bestraft werden sollten. Seit dieser Zeit wird ihrer nicht mehr gedacht. In Schottland hielten sie sich etwas länger in Ehren.

Minto, 1) Gilbert Elliot, Graf von, brit. Staatsmann, geb. 23. April 1751, Sohn des Dichters und Parlamentsmitglieds Sir Gilbert Elliot (gest. 1777), trat schon 1774 ins Unterhaus, wo er sich der Opposition anschloß, näherte sich aber später der Regierung, ward 1793 Mitglied des Geheimen Rats und bald darauf nach Corsica gesandt, um diese Insel vor Frankreich zu wahren. Im Juni 1794 huldigte Corsica dem König Georg III., und M. wurde zum Vizekönig der Insel ernannt, mußte aber Ende 1796 nach Landung einer französischen Armee die Insel verlassen. Er ging darauf als Gesandter nach Neapel, wurde im Oktober 1797 als Baron M. zum Peer erhoben, war von 1799 bis zu Pitts Austritt aus dem Ministerium 1801 Botschafter in Wien und wurde 1806 zum Generalgouverneur von Ostindien ernannt. Er besetzte dort im Einverständnis mit der portugiesischen Regierung Goa, dann Trankebar und die übrigen dänischen Besitzungen in Indien, eroberte 1809 die französischen Inseln Bourbon und Ile de France, nahm 1810 die holländischen Besitzungen Amboina, Celebes und Ceylon, 1811 Java und 1812 die holländischen Kolonien auf Sumatra und Borneo. Seine zerrüttete Gesundheit zwang ihn, 1813 nach England zurückzukehren, wo er zum Viscount Melgund und Grafen von M. befördert wurde und 21. Juni 1814 starb. Vgl. "Life and letters of Sir G. Elliot, first Earl of M." (Lond. 1874, 3 Bde.).

2) Gilbert Elliot Murray Kynynmound, Graf von, Sohn des vorigen, geb. 16. Nov. 1782, war bis zum Tod seines Vaters Mitglied des Unterhauses und stimmte nachher im Oberhaus mit den Whigs für Katholikenemanzipation und parlamentarische Reform. 1831 ward er zum Gesandten in Berlin, 1835 unter dem Ministerium Melbourne zum ersten Lord der Admiralität ernannt, trat aber mit dem Whigministerium im August 1841 zurück. Im Juli 1846 wurde er aufs neue Mitglied des Kabinetts und Geheimsiegelbewahrer und nahm im Februar 1852 mit den übrigen Gliedern des Ministeriums Russell seine Entlassung. Er starb 31. Juli 1859 in London. Seine Titel gingen auf seinen Sohn William Hugh Elliot Murray Kynynmound, dritten Grafen von M., geb. 19. März 1814, über.

Minton, Thomas, engl. Steingutwarenfabrikant, geb. 1765, war ursprünglich Graveur und gründete 1791 in Stoke upon Trent eine Manufaktur, deren Spezialität in der Nachahmung fremder Erzeugnisse bei höchster technischer Vollendung und in Anfertigung von matten und glasierten Fliesen beruht. Seit 1837 wurde diese sich immer weiter ausdehnende Fabrik von Herbert M. (gest. 1861) geleitet (vgl. Tafel "Keramik", Fig. 2). Da der Name M. jetzt noch in andern Firmen englischer Steingutfabriken vorkommt, führt die alte Manufaktur den Beinamen China works.

Mintrop, Theodor, Maler, geb. 4. April 1814 auf dem Gut Barkhofen bei Werden a. d. R., war ursprünglich Landmann, beschäftigte sich jedoch nebenbei mit Zeichnen und Malen. Der Genremaler Geselschap bestimmte ihn 1844, sich ganz der Kunst zu widmen. M. ging nach Düsseldorf und wurde Schüler der Akademie unter K. Sohn und Schadow. Seine großen Ölgemälde: Maria mit Jesus und Johannes (1852, in der Kunsthalle zu Düsseldorf) und Maria mit St. Ludgerus und St. Benedictus (Altarbild für die Kirche in Werden, 1856-59) zeigten bereits eine harmonische Wirkung. Besonders aber zeichnete er sich durch seine trefflich komponierten und phantasievollen Zeichnungen aus, deren er eine große Menge schuf. Davon sind hervorzuheben: das Engelständchen, Einzug Christi und Christus mit Johannes, von Engeln umringt (1852), das fruchtbare Jahr, das Kinderbacchanal, der großartig gedachte und sinnig ausgeführte Christbaum (eins seiner besten Werke), die edel und würdig aufgefaßte Bergpredigt (1861, großer Karton), die Darstellungen der Passion in Aquarell, die bethlehemitischen Kinder und das phantastisch-poetische Märchen vom König Heinzelmann in 60 Blättern. Bald folgten größere dekorative Aufträge. Herr v. Kaufmann-Asser in Köln bestellte bei ihm einen Fries: die Jahreszeiten in Kindergestalten (1863), der Schaaffhausensche Bankverein einen Fries: Handel und Industrie, und das Deckengemälde: die vier Elemente, der Kaufmann Schmitz in Düsseldorf ein Deckengemälde: die Jahreszeiten. M. starb 30. Juni 1870 in Düsseldorf. Sein letztes Staffeleibild war eine symbolische Darstellung, die Maibowle, auf Goldgrund (im Museum zu Köln). Die königliche Akademie in Düsseldorf kaufte sein Skizzenbuch an.

Mintúrnä, Stadt in Latium, unweit der Lirismündung (beim heutigen Traetto) und an der Appischen Straße, mit wichtigem Hafen, ein alter Ort der Aurunker, der 296 v. Chr. römische Kolonie (colonia maritima) wurde. In der Nähe befanden sich große Sümpfe, in welchen sich Marius 88 vor den Sullanern versteckt hielt. Noch sind Trümmer eines Amphitheaters, eines Aquädukts etc. vorhanden.

Minucĭus Felix, christlicher Apologet und Popularphilosoph, schrieb eine Schutzschrift für die christliche Kirche unter dem Titel: "Octavius" in Form eines philosophischen Gesprächs. Sie ward am besten von Halm (Wien 1867) und Cornelissen (Leiden 1882) herausgegeben, deutsch von Dombart (2. Aufl., Erlangen 1881). Über die Abfassungszeit gehen die Kritiker weit auseinander, doch ist der frühste Termin (um 180) der wahrscheinlichste. Alles hängt dabei von der Bestimmung seines schriftstellerischen Verhältnisses zu Tertullian ab. Vgl. Kühn, Der Octavius des M. F. (Leipz. 1882); Wilhelm, De Minucii Felicis Octavio et Tertulliani apologetico (Bresl. 1887).

Minuéndus (lat.), s. Subtraktion.

Minuetto (ital.), s. Menuett.

Minus (lat., "weniger"), mathemat. Ausdruck zur Andeutung der Subtraktion (s. d.). Das Zeichen dafür ist - oder ÷; es wird auch zur Bezeichnung der negativen Größen gebraucht, während man den positiven das Additions- oder Pluszeichen (+) vorsetzt.

Minúskel (lat.), Gegensatz zu Majuskel (s. d.); eckige M., s. Mönchsschrift.

Minussinsk, Hauptort des gleichnamigen Kreises im südlichsten Teil des sibir. Gouvernements Jenisseisk, am rechten Ufer des Jenissei, Mittelpunkt eines bedeutenden Handelsverkehrs mit dem Becken der Kem und der Mongolei, welcher durch Getreideproduktion, Viehzucht und Goldwäschereien genährt wird, mit (1881) 7406 Einw. Die Stadt hat bei dem großen Reichtum des Distrikts an Kohle, Salz (aus Salzseen) und Eisen eine bedeutende Zukunft.

Minute (lat.), der 60. Teil einer Stunde, bezeichnet mit m, z. B. 10 m = 10 Minuten Zeit; in der Kreiseinteilung der 60. Teil eines Grades, bezeichnet mit ', z. B. 15' = 15 Bogenminuten; in der Baukunst der 30. Teil eines Moduls (s. d.); in der bilden-^[folgende Seite]