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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mischungsgewicht - Misol.

lesische oder Elu auf der Insel Ceylon, ein Gemisch aus arischen (indogermanischen) und vielleicht drawidischen Bestandteilen mit der Ursprache der Insel, u. a.

Mischungsgewicht, s. Äquivalent.

Mischungsrechnung, s. Alligationsrechnung.

Mischwährung, bisweilen im Sinn von Doppelwährung gebraucht (s. Währung).

Misdemeanour (engl., spr. -diménner, "übles Betragen"), im engl. Strafrecht s. v. w. Vergehen, im Gegensatz zu Felony (s. Felonie).

Misdroy, altes Fischerdorf und Seebad auf der Insel Wollin, hat eine evang. Kirche, eine Oberförsterei, ein großartiges Kurhaus, schöne Spaziergänge in dem nahen Walde, Dampfschiffsverbindung mit Stettin und (1885) 1356 evang. Einwohner. Die Zahl der Badegäste belief sich 1886 auf 6000. Vgl. v. Raumer, Die Insel Wollin und das Seebad M. (Berl. 1851).

Mise (franz., spr. mihs'), Einsatz beim Spiel; der jeweilige Wert von Rentenforderungen; die einmalige Kapitalzahlung des Versicherungsnehmers für den Erwerb einer Rentenforderung; überhaupt die Einlage bei einem Handelsgeschäft.

Mise en pages (franz., spr. mihs' ang pahsch), in der Buchdruckerei das "Bilden der Satzseiten" und Satzformen, das Geschäft des Metteur en pages (s. d. und Buchdruckerkunst, S. 559).

Mise en scène (franz., spr. mihs' ang ssähn), s. v. w. Inszenierung, Einrichtung eines Stückes zur Bühnendarstellung.

Miselsucht, s. Aussatz.

Misēnum, Vorgebirge in Kampanien, südlich von Cumä, den Meerbusen von Cumä im W. begrenzend, bekannt durch die Zusammenkunft des Octavianus und Antonius mit Sextus Pompejus (jetzt Punta di Miseno). Die Bucht nördlich von demselben (ein Lieblingsaufenthalt reicher Römer) machte Augustus zur Hauptstation für die römische Flotte auf dem Tyrrhenischen Meer, infolgedessen hier die Stadt M. entstand, welche später die Sarazenen zerstörten.

Miserābel (lat.), elend, bejammernswert.

Misĕra contribuens plebs (lat.), "das arme steuerzahlende Volk", Citat aus dem "Decretum tripartitum" des ungarischen Juristen Verböczi (1514).

Misère (franz., spr. -sähr), Elend, Not, Jammer.

Miserēre (lat.), s. Kotbrechen.

Miserēre (lat., "erbarme dich"), kathol. Kirchengesang, der 57. Psalm, welcher in der Vulgata mit den Worten: "M. mei, Domine" beginnt. Berühmt ist die Komposition des M. von Allegri (s. d.).

Miséricorde (franz., Gnadengeber), meist dreischneidiger Dolch, in Deutschland gewöhnlich Panzerbrecher genannt (s. Dolch).

Misericordĭa (lat., "Mitleid, Barmherzigkeit"), in Klöstern Bezeichnung einer ausnahmsweise von der strengen Ordensregel verstatteten Abweichung; Misericordiae, Stühle für Alte und Schwache zum Sitzen beim Gottesdienst.

Misericordĭas Domĭni (lat., "die Barmherzigkeit des Herrn"), der zweite Sonntag nach Ostern, nach den Anfangsworten der Messe (Psalm 89, 2).

Mises, Pseudonym für G. Th. Fechner (s. d.).

Misilmeri, Stadt in der ital. Provinz Palermo (Sizilien), mit bedeutendem Weinbau, Marmorbrüchen und (1881) 10,170 Einw. Entscheidender Sieg der Normannen unter Roger über die Sarazenen 1068.

Misiónes, 1) der Name, mit dem man noch jetzt das Gebiet am Parana und Uruguay bezeichnet, in welchem die Jesuiten im 16. Jahrh. ihre Missionen der Guarani anlegten. Von den Portugiesen um 1631 aus ihren Ansiedelungen am obern Parana (oberhalb der Guairafälle) vertrieben, zogen sie mit 12,000 ihrer Neophiten flußabwärts und ließen sich dort nieder, wo der Parana sich dem Uruguay am meisten nähert. Im Lauf der Zeit entstanden in dieser Gegend 33 größere Ansiedelungen (Reducciones), nämlich die 11 M. del Paraguay, im jetzigen Paraguay, auf der Nordseite des Parana, die 15 M. occidentales, zwischen dem Paraguay und Uruguay, und die 7 M. orientales, am Ostufer des Uruguay. Als Spanien 1750 dieses vielgeschmähte "Reich der Jesuiten" an Portugal abtrat, lebten dort 100,000 Guarani und andre Indianer in Frieden und Wohlstand, allerdings unter eigentümlich kommunistisch-patriarchalischen Einrichtungen, die aber den Verhältnissen vollkommen entsprachen. Die Guarani setzten der Abtretung mit Erfolg bewaffneten Widerstand entgegen. Als Spanien 1765 die Jesuiten aus seinen amerikanischen Besitzungen vertrieb, wurden die M. unfähigen Franziskanern und habgierigen Beamten überliefert und gerieten in Verfall. Schließlich verwüsteten die Portugiesen (1817-19) auf barbarische Weise die M. occidentales, und in den spätern Bürgerkriegen schwand der letzte Rest des Wohlstandes. Die großartigen Ruinen von Kirchen und andern Gebäuden bezeugen die ehemalige Blüte des Landes. Vgl. Martin de Moussy, Mémoire historique sur la décadence et la ruine des missions des Jésuites etc. (Par. 1868). - 2) Territorium der Argentinischen Republik, den größern Teil der ehemaligen M. occidentales zwischen Parana und Uruguay umfassend, eins der gesegnetsten Länder Südamerikas. Das Territorium ist 61,337 qkm (1114 QM.) groß und hatte 1879: 32,472 Einw., unter denen 879 Europäer waren. In jüngerer Zeit sind dort Zuckerplantagen entstanden, und auch Baumwolle, Mandioka, Orangen, Wein etc. werden angebaut. Yerba-maté und Bauholz gelangen zur Ausfuhr. Hauptort ist Posadas am Parana. Vgl. R. Lista, El Territorio de las M. (Buenos Ayres 1883).

Misiwria, Stadt in Ostrumelien, am Schwarzen Meer, unweit des Vorgebirges Emine, Sitz eines griechischen Metropoliten, mit Hafen, Fischerei und 3000 meist griech. Einwohnern, welche Wein und Holz ausführen. M. ist das alte Mesambria.

Miskal, Gewicht, s. Mitskal.

Miskolcz (spr. míschkolz), Stadt im ungar. Komitat Borsod, an der Ungarischen Staatsbahn (Budapest-Kaschau, M.-Debreczin und M.-Fülek), mit (1881) 24,319 ungar. Einwohnern, bedeutendem Wein-, Getreide- und Viehhandel, Dampfmühle, Maschinenfabrik etc. M. ist der Sitz des Komitats, eines Gerichtshofs, einer Handels- und Gewerbekammer und eines reform. Superintendenten, hat 7 Kirchen, ein reform. Obergymnasium, ein lutherisches und ein kath. Untergymnasium und ein Theater. Eine Flügelbahn, welche das Szinyvathal durchzieht, verbindet M. mit Diós-Györ.

Misnĭa, lat. Name von Meißen.

Misocco (Misox), Thal, s. Mesocco.

Misogamīe (griech.), Ehescheu; daher Misogam, Ehehasser, Hagestolz.

Misogynīe (griech.), Weiberhaß, Weiberscheu.

Misol (Meisol), eine der Papuainseln, im NW. von Neuguinea, wird von steilen, wilden Bergen eingenommen, die nur an der Nordküste kleine Strandebenen übriglassen. Der Boden gilt für nicht ergiebig, doch ist er gut bewässert und mit üppiger Vegetation bedeckt. Die Küsten sind von Korallenriffen umgeben. Ankerplätze gibt es wenige. Mit den kleinern Inseln im O. mißt M. 1740 qkm (31,6 QM.).