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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mission, innere - Mississippi.

in Ostafrika, 124,208 in Südafrika und 60,640 in Westafrika. Amerika wird mit 352,033 aufgeführt, wovon auf Westindien 308,260 und auf Nordamerika 43,723 fallen. Den Schluß bildet Polynesien nebst Australien mit 280,648.

Diese Erfolge stehen nun allerdings in keinem Verhältnis zu der enormen Zahl von Arbeitskräften und Geldmitteln, die darauf verwendet werden. Insonderheit stellen das mohammedanische Asien und Amerika einen ziemlich unfruchtbaren Boden dar; sogar in Ostindien, wo alle möglichen Missionen sich in Bekämpfung einer uralten Kulturreligion den Rang ablaufen wollen, sind die Erfolge bis jetzt noch fraglos klein. Wohlthätig hat die M. fast überall da gewirkt, wo sie tiefer stehenden Völkern zugleich mit einer überlegenen Bildung nahen konnte, so besonders bei den Negern, Hottentoten und Kaffern. Auf Madagaskar hat die M. trotz mehrfacher Verfolgungen immer wieder festen Fuß gefaßt. Auf der Westküste Afrikas ist der Erfolg der englischen, amerikanischen und deutschen Missionen fortwährend im Steigen begriffen. Ebenso hat die M. auf den nordöstlichen Inseln, besonders den Gesellschafts-, Sandwich-, Freundschafts- und Markesasinseln, namhafte Erfolge errungen. Nur dürftige Erfolge weist dagegen die M. unter den Juden auf, welche in neuerer Zeit besonders von England aus betrieben wird. Vgl. Henrion, Allgemeine Geschichte der Missionen (a. d. Franz., Schaffh. 1847-52, 4 Bde.); Kalkar, Geschichte der christlichen M. unter den Heiden (deutsch von Michelsen, Gütersl. 1879-81, 2 Bde.); Wiggers, Geschichte der evangelischen M. (Gotha 1845-46, 2 Bde.); Vormbaum, Die Missionsgeschichte in Biographien (Elberf. 1864 ff., 5 Bde.); Burkhardt, Kleine Missionsbibliothek (2. Aufl. von Grundemann, Bielef. 1876-81, 4 Bde.); Plitt, Geschichte der lutherischen M. (Erlang. 1871); Buß, Die christliche M., ihre prinzipielle Berechtigung und praktische Durchführung (Leid. 1876); Christlieb, Der gegenwärtige Stand der evangelischen Heidenmission (Gütersl. 1880); Gundert, Die evangelische M. (2. Aufl., Kalw 1886); Warneck, Abriß einer Geschichte der protestantischen M. (2. Aufl., Leipz. 1883); Grundemann, Missionsatlas (Gotha 1867-71, 72 Karten) und Kleiner Missionsatlas (Kalw 1884, 12 Karten). Zeitschriften: "Evangelisches Missionsmagazin" (Basel, seit 1816); Warnecks "Allgemeine Missionszeitschrift" (Gütersl., seit 1874); "Zeitschrift für Missionskunde etc." (Berl., seit 1887).

Mission, innere, s. Innere Mission.

Missionär (Missionar), s. Mission.

Missionen, Territorium der, s. Misiones.

Missionspriester, in der kath. Kirche überhaupt die Priester, welche in besondern Lehranstalten zu Missionären für Nichtchristen, auch für Protestanten gebildet werden und in klösterlichen Vereinen für die Missionszwecke leben und thätig sind; s. Mission.

Missionswesen, s. Mission.

Missi regĭi (Missi regis, lat.), s. v. w. Sendgrafen, s. Graf.

Mississippi (nach der Algonkinsprache "Vater der Gewässer"), der größte Strom Nordamerikas, der 10 Staaten berührt, in Gegenden entspringt, wo Schnee und Eis den Boden ein halbes Jahr bedecken, und mündet, wo in einem fast tropischen Klima beide nur dem Namen nach bekannt sind. Sein Quellbezirk, der erst 1832 von Allen und Schoolcraft aufgefunden ward, liegt auf dem unbedeutenden Höhenzug der Schwarzen Hügel, die einen Teil der Wasserscheide zwischen dem Mexikanischen Meerbusen, der Hudsonbai und dem Atlantischen Meer bilden. Hier entspringt er in einer Meereshöhe von 512 m, durchfließt den 1,39 qkm großen Elk Lake (481 m ü. M.) und ergießt sich nach kurzem Lauf in den Itaskasee (47° 14' nördl. Br., 479 m ü. M.), der gewöhnlich als seine eigentliche Quelle angesehen wird. Als ein Bach von 5 m Breite und kaum 1/3 m Tiefe tritt der M. aus diesem See heraus, fließt in nordöstlicher Richtung, bildet eine Anzahl Stromschnellen und vereinigt sich bei dem Permidji- oder Traversesee, den er nahe seiner Einmündungsstelle wieder verläßt, mit seinem andern Quellfluß, dem gleich langen La Place. Er durchfließt darauf noch mehrere kleinere und größere Seen, zuletzt den Caß- und Winiboshishsee, von welchem an er südliche Richtung annimmt, die er bis zu seiner Mündung beibehält. Die ersten beträchtlichen Fälle des M. sind die von Peckagama, 432 km unterhalb der Quelle, wo der Fluß in einem felsigen Kanal von 24 m Breite in einem sehr geneigten Bett (von 6 m Fall auf 180 m) dahinstürzt. Von hier an bis zu seiner Mündung ist der Fluß für Dampfschiffe fahrbar. Nur bei den Fällen von St. Anthony (1049 km von der Quelle), welche 5,5 m senkrecht herabstürzen, wird dieselbe unterbrochen. 14 km weiter unten nimmt der M. den Minnesota oder St. Peter's River von W. auf, und etwa 130 km weiter stromabwärts den St. Croix, von O. her, und erweitert sich sodann zu dem 40 km langen und 4,8 km breiten Pepinsee, an dessen unterm Ende der Chippewa von NO. her einmündet. Unter 42° nördl. Br. wird der M. durch den Wisconsin, nahe unter 40° durch den Des Moines, beide von W. her, und unter 39° durch den Illinois, von O. her, verstärkt. 29 km weiter unten (2140 km unterhalb der Quelle) mündet von NO. her der Missouri ein, der bei seiner Vereinigung mit dem M. größer und wasserreicher als dieser ist und dessen bis dahin klares Wasser trübt. Die weitern Nebenflüsse des M. sind von O. her der schiffbare Kaskaskia und der Ohio (2444 km von der Quelle), dann von W. her unter 34° nördl. Br. der White River, der in den Ozarkbergen entspringt, und 25 km unterhalb desselben der Arkansas, nächst dem Missouri der wichtigste Nebenfluß, der im Felsengebirge entspringt. Ungefähr 1½° südlicher ergießt sich der Yazoo wieder von O. her in den M. und schließlich der, wie der Arkansas, an den Felsengebirgen entspringende Red River (503 km oberhalb der Mündung des M.). Unmittelbar unter der Mündung des Red River zweigen sich vom M. vier Arme ab, die aber dem Hauptstrom an Wasserreichtum bedeutend nachstehen: der erste, der Atchafalaya, ein altes Bett des Flusses, mündet in die gleichnamige Bai am Meerbusen von Mexiko; der zweite, der Iberville, zweigt sich auf der Ostseite vom Hauptstrom ab und mündet, den Maurepas-, Pontchartrain- und Borgnesee durchfließend, östlich in den Mexikanischen Meerbusen; die beiden andere Arme, Plaquemine und Bayou la Fourche genannt, verlassen den M. auf der Westseite zwischen dem Atchafalaya und New Orleans, indem der erstere sich mit dem Atchafalaya verbindet, der letztere aber unmittelbar in den Meerbusen von Mexiko mündet. 153 km unterhalb New Orleans ergießt sich der Hauptstrom in sechs Mündungen von ungleicher Größe in den Meerbusen von Mexiko. Diese Mündungen sind: der Nordostpaß, Paß à l'Outre, Ost-, Südost-, Süd- und Südwestpaß. Der ganze Lauf des M. beträgt 4209 km, und sein Flußgebiet umfaßt 3,221,800 qkm (58,514 QM.), verteilt wie folgt: