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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mola di Bari; Mola di Gaeta; Molānus; Molaren; Molasse; Molay; Molbech; Molche

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Mola di Bari - Molche.

zu Lugano, arbeitete in Florenz und in Rom für die Päpste Urban VIII. und Alexander VII. und starb um 1666. Seine Medaillen schließen sich an die Einfachheit und Strenge antiker Vorbilder an.

Mola di Bari, Stadt in der ital. Provinz Bari, am Adriatischen Meer und an der Eisenbahn Bologna-Otranto, mit schöner Kirche aus der Normannenzeit, befestigtem Hafen, Schiffbau und (1881) 12,070 Einw.

Mola di Gaeta, früherer Name von Formia (s. d.).

Molānus, Gerhard Walter, Abt in Lokkum, geb. 1633 zu Hameln, war durch seine Studien unter Georg Calixtus (s. d.) in Helmstedt auf die Durchführbarkeit einer Union zwischen Katholiken und Protestanten sowie zwischen Lutheranern und Reformierten hingewiesen. Seit 1677 Abt von Lokkum, beteiligte er sich an den Verhandlungen Spinolas (s. d.) am Hof zu Hannover. M. starb 1727.

Molaren (lat.), die Backenzähne, von denen die vordern, welche gewechselt werden, Prämolaren heißen.

Molasse, s. Tertiärformation.

Molay (spr. mollä), Jakob Bernhard von, der letzte Großmeister des Templerordens, um die Mitte des 13. Jahrh. in Burgund geboren, wurde 1298 Großmeister. Als er eben auf Cypern zum Kriege gegen die Sarazenen rüstete, erhielt er 1306 eine Aufforderung des Papstes Clemens V., nach Frankreich zurückzukehren. Er leistete ihr Folge und ließ sich mit dem ganzen Konvent des Ordens im Templerhaus zu Paris nieder. Auf Befehl König Philipps des Schönen, der den Orden haßte und sich seiner reichen Schätze bemächtigen wollte, wurde er aber 13. Okt. 1307 nebst allen in Frankreich lebenden Templern verhaftet, auf der Folter zum Geständnis ruchloser Schandthaten des Ordens gezwungen und zu lebenslänglicher Haft verdammt, als er aber diese Geständnisse als erlogen widerrief, 18. März 1314 zu Paris bei langsamem Feuer verbrannt. Auf dem Scheiterhaufen bekannte er sich wegen seines falschen Geständnisses des Todes für schuldig und forderte den Papst und den König vor den Richterstuhl Gottes.

Molbech, 1) Christian, namhafter dän. Gelehrter, geb. 28. Okt. 1783 zu Sorö, studierte in Kopenhagen, ward 1804 Amanuensis bei der königlichen Bibliothek daselbst, 1823 erster Bibliotheksekretär, 1829 Professor der Litteraturgeschichte an der Universität und 1830 Mitglied der Direktion der königlichen Schauspiele. Seit 1846 Etatsrat, starb er 23. Juni 1857. Seine zahlreichen Schriften erstrecken sich über vaterländische und nordische Geschichte, über dänische Sprache und Lexikographie, ästhetische Kritik, Bibliothekswissenschaft etc. Besondere Beachtung verdienen unter ihnen: "Historie om Dithmarskerkrigen" (Kopenh. 1813); "Kong Erik Plogpennings Historie" (1821); "Fortällinger og Skildringer af den danske Historie" (1837-40, 2 Bde.); "Videnskabernes Selskabs Historie i det förste Aarhundrede 1742-1842" (1843); "Dansk poetisk Anthologi" (1830-40, 3 Bde.); "Foreläsninger over den danske Poesie" (1831-32, 2 Bde.); "Dansk Haand-Ordbog" (1813) und sein Hauptwerk: "Dansk Ordbog" (1833, 2 Bde.; 2. Ausg. 1854-59); "Dansk Glossarium eller Ordbog over föraldede danske Ord" (1853-66); "Dansk Dialekt-Lexikon" (1833-41). Sein Werk über Bibliothekswissenschaft wurde von Ratjen (Leipz. 1833) ins Deutsche übersetzt. Auf politischem Gebiet that er sich erst in der letzten Periode seines Lebens hervor; er eiferte zwar für Dänemarks Einheit, bekämpfte aber noch in seiner letzten größern Schrift: "Den skandinaviske Eenhedstanke" (1857) den modernen Skandinavismus. Auch gab er verschiedene Zeitschriften heraus. Seine kleinern Abhandlungen sind gesammelt in "Blandede Smaaskrifter" (1834-36, 2 Bde.) und "Blandede Skrifter" (1853-56, 4 Bde.). 1883 erschien sein Briefwechsel mit Karen Margarethe Rahbek.

2) Christian Knut Frederik, dän. Dichter, Sohn des vorigen, geb. 20. Juli 1821 zu Kopenhagen, gewann schon als Student die goldene Medaille der Universität für die Abhandlung "Om Bildhuggerkunsten og dens Poesie" (Kopenh. 1841) und gab einen Cyklus von Gedichten heraus: "Billeder af Jesu Liv" (1841). Seit 1842 bei der königlichen Bibliothek in Kopenhagen angestellt, gab er "Digtninger" (1845) und das lyrische Drama "Klintekongens Brud" (1845) heraus, machte dann eine Reise nach Spanien, Sizilien, Italien, Frankreich und Deutschland, worauf er "En Maaned i Spanien" (1848, 2. Ausg. 1856), "Den guddommelige Comödie" (1851-55), eine treffliche Übersetzung Dantes mit Einleitung und Noten, "Dämring", lyrische Gedichte (1852), welche ganz besonders gefielen, und die Tragödie "Dante" (1852) veröffentlichte. Nach einer abermaligen Reise nach Deutschland und Italien wurde M. zum Professor der dänischen und norwegischen Sprache und Litteratur an der Universität Kiel ernannt, aus welcher Stellung er infolge der politischen Ereignisse 1864 ausschied. Er wurde Mitarbeiter vom "Dagblad". Eine Reihe politischer, kritischer und polemischer Artikel aus dieser Zeit sammelte er unter dem Titel: "Fra Danaidernes Kar" (Kopenh. 1873). Eine Sammlung seiner poetischen Arbeiten erschien 1879. Seit 1871 ist M. Zensor des königlichen Theaters. Zur Enthüllung von Holbergs Denkmal schrieb er das Lustspiel "Renteskriveren" (1875) sowie 1879 das Schauspiel "Ambrosius" (6. Aufl. 1882, deutsch 1878), welches sein Motiv dem Leben des Dichters Ambrosius Stub entnahm und mit großem Erfolg (auch in Deutschland) zur Aufführung kam. Geringern Beifall fand "Faraos Ring" (1879, deutsch 1879); seine neuesten Stücke sind: "Empor", eine Satire auf die modernen Bühnenzustände, und das Schauspiel "Opad!" (1881).

Molche (Salamander, Salamandrina mecodonta Strauch), Amphibienfamilie aus der Ordnung der Schwanzlurche, mehr oder minder eidechsenartig geformte Amphibien mit großem, breitem, mehr oder weniger flachgedrücktem Kopf, schwachen Beinen, vierzehigen Vorder-, meist fünfzehigen Hinterfüßen, selten durch Schwimmhäute verbundenen, krallenlosen Zehen, langem, kräftigem, meist seitlich zusammengedrücktem Schwanz, feuchter, schlüpfriger, mehr oder minder uneben warziger, einen scharfen, milchweißen Saft sezernierender Haut, in welcher bewegliche Chromatophoren einen Farbenwechsel ermöglichen, im ausgebildeten Zustand ohne Kiemen und Kiemenloch, mit in schmalen Streifen stehenden Gaumenzähnen, die Männchen oft mit einem Rückenkamm. Sie leben an feuchten, schattigen Orten oder in seichtem Wasser, seltener in Seen und nähren sich von Insekten und Würmern. Eine wirkliche Begattung findet nicht statt; die Männchen entleeren den Samen in das Wasser, worauf ihn die Weibchen der Landsalamander durch den After aufsaugen, um die Eier im Innern ihres Körpers zu befruchten, während die Weibchen der Wassersalamander die Eier in das samenhaltige Wasser legen und an Pflanzenblättern befestigen. Bei dem Landsalamander entwickeln sich die Embryos im Mutterleib, werden aber auch ins Wasser abgesetzt und verlassen dies erst nach vollendeter Metamorphose. Die M. sind ungemein zählebig und be-^[folgende Seite]