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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Möller; Mollerbai; Möllerung; Mollets Pumpe; Möllhausen

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Möller - Möllhausen.

1845); "Originalzeichnung des Doms zu Köln" (das. 1818, 2. Aufl. 1837); "Die Elisabethkirche zu Marburg" (das. 1822); "Die Domkirche zu Limburg a. d. Lahn und die Paulskirche zu Worms" (das. 1828); "Der Münster zu Freiburg i. Br." (das. 1826); "Über die altdeutsche Baukunst" (das. 1831); "Beiträge zur Lehre von den Konstruktionen" (das. 1833 bis 1844).

Möller, 1) Poul Martin, dän. Schriftsteller, geb. 21. März 1794 bei Veile, studierte in Kopenhagen Theologie, widmete sich aber daneben mit Vorliebe dichterischen Arbeiten und nahm später (1818) an der Baggesen-Öhlenschlägerschen Fehde auf Öhlenschlägers Seite in prosaischen und poetischen Schriften lebhaften Anteil. Von Reiselust getrieben, machte er im Herbst 1819 als Schiffspastor eine Fahrt nach China mit, die er in "Opteguelser paa en Reise til China" schilderte. Während dieser Reise dichtete er sein bekanntestes Gedicht: "Glæde over Danmark" ("Freude an Dänemark"). Nach seiner Rückkehr wurde er 1822 als Adjunkt bei der Metropolitanschule in Kopenhagen angestellt, 1826 als Lektor der Philosophie nach Christiania berufen und 1828 zum Professor befördert, kehrte aber schon 1831 in gleicher Eigenschaft nach Kopenhagen zurück. Er starb 13. März 1838. Von seinen poetischen Werken, welche sich durch originelle und gewählte Form auszeichnen und eine gesunde, oftmals echt humoristische Lebensanschauung bekunden, verdienen Hervorhebung: die nordische Erzählung "Eyvind Skaldaspiller", der Roman "En dansk Students Eventyr", das einaktige Drama "De opdigtede Historier" sowie einige kleinere Gedichte. Seine "Efterladte Skrifter" (hrsg. von Chr. Winther, Kopenh. 1839-43, 3 Bde.; 3. Ausg. 1856, 6 Bde.; Auswahl 1873) enthalten zugleich eine vortreffliche Biographie Möllers von F. C. Olsen.

2) Heinrich Karl, Bildhauer, geb. 22. Dez. 1804 zu Berlin, besuchte die Akademie daselbst und arbeitete von 1827 bis 1840 im Atelier Rauchs. Seine streng antikisierenden Hauptwerke sind: Pallas reicht dem Krieger die Waffen (eine der acht Gruppen auf der Schloßbrücke zu Berlin), die Allegorie der Wahrheit (auf der Dachbalustrade des königlichen Schlosses), die Gruppe Rußland (auf der Börse in Berlin), die Figuren der Mathematik und der Naturwissenschaft (auf der Universität zu Königsberg), Amor, Hebe und die Gruppe eines Knaben mit einem Neufundländer Hund (1879, Nationalgalerie zu Berlin). Er starb 21. April 1882 in Berlin.

3) Peter Ludwig, dän. Dichter und Ästhetiker, geb. 18. April 1814 zu Aalborg, studierte in Kopenhagen, gab 1840 einen Band "Lyriske Digte" heraus und gewann 1841 die goldene Medaille der Universität für eine ästhetische Abhandlung, worauf er sich ganz der litterarischen Thätigkeit widmete. Weiterhin erschienen von ihm: "Kritiske Skizzer" (1847), "Billeder og Sange" (1848) sowie unter dem Pseudonym Otto Sommer: "Lövfald", eine neuere Sammlung von Gedichten (Kopenh. 1855), und die interessante Arbeit: "Det nyere Lystspil i Frankrig og Danmark" (das. 1858). M. starb 7. Dez. 1865 zu Rouen im Irrenhaus.

4) Eduard von, Oberpräsident von Elsaß-Lothringen, geb. 3. Juni 1814 zu Minden, studierte in Heidelberg Jurisprudenz, trat 1835 als Auskultator in preußischen Staatsdienst und ward, nachdem er im Justizdienst und dann in der Administration gearbeitet hatte, 1840 Landrat des Kreises Simmern und 1844 königlicher Eisenbahnkommissar für die Rheinprovinz und Westfalen. Ende 1848 ward er bereits zum Regierungspräsidenten in Köln, nach dem Krieg von 1866 zum Oberpräsidenten der neuen Provinz Hessen-Nassau ernannt. Die schwierige Aufgabe, diese zu organisieren und dem neuen Staatswesen einzuordnen, ohne die berechtigten Eigentümlichkeiten und Gefühle der Bevölkerung zu verletzen, löste M. in so glänzender Weise und erwarb sich in so kurzer Zeit die Anhänglichkeit und das Vertrauen der Hessen-Nassauer, daß er Anfang September 1871 an die Spitze der Verwaltung der eroberten Provinzen Elsaß-Lothringen berufen wurde. Bei der Feindseligkeit der von den Ultramontanen überdies aufgehetzten Bevölkerung und der verwickelten staatsrechtlichen Stellung der neuen Provinzen war dieser Posten ein äußerst dornenvoller; M. erwarb sich wenigstens persönlich das Vertrauen der Elsässer. Nach der Verleihung einer neuen Verfassung an die Reichslande und der Ernennung eines kaiserlichen Statthalters in Straßburg 1879 legte M. sein Amt nieder und zog sich nach Kassel zurück, wo er 3. Nov. 1880 starb. Vgl. Schricker, E. v. M. (Kassel 1881).

5) Heinrich, Bildhauer, geb. 1835 zu Altona, war anfangs Tischler, bis er durch Unterstützung eines Mäcens in den Stand gesetzt wurde, nach München zu gehen, um die Bildhauerkunst zu erlernen. Doch erhielt er seine eigentliche Ausbildung erst bei Schilling in Dresden, wo er mit seinem Erstlingswerk, einem Satyr, der einen jungen Faun Becken schlagen lehrt, Glück machte. Seitdem behandelte er meistens lyrische und mythologische Gegenstände von großer Naivität und Anmut sowie sorgfältiger Durchführung. Dahin gehören: als Gegenstück zu der genannten Gruppe ein weiblicher Faun mit einem Satyrknaben, Hans Sachs, Äsop, Amor auf dem Anstand, Pan als Erfinder der Schalmei, ein schlafender Knabe mit einem Hund, Sommer und Herbst u. a. 1880 vollendete er ein Siegesdenkmal für Altona. Er lebt in Dresden.

Mollerbai, an der Westseite von Nowaja Semlja, zwischen dem Gänseland und Kap Britwin (72 und 73° nördl. Br.). In derselben liegt die russische Polarstation Karmakuli.

Möllerung, im Hüttenwesen s. v. w. Gattierung. Möller, ein zu einem niedrigen pyramidalen Haufen aufgestürztes, aus Erzen und Zuschlägen bestehendes Gemenge von bestimmter Quantität, welches während einer gewissen Zeit verschmolzen wird.

Mollets Pumpe, s. Feuerzeuge.

Möllhausen, Balduin, Reise- und Romanschriftsteller, geb. 27. Jan. 1825 zu Bonn, erlernte in Pommern die Landwirtschaft, begab sich 1850 nach Amerika, wo er sich 1851 der Reise des Herzogs Paul von Württemberg nach den Felsengebirgen anschloß, wurde auf derselben unter die Omahaindianer verschlagen, bei denen er fünf Monate verbrachte, fuhr dann den Mississippi herab nach New Orleans, wurde später auf Verwenden A. v. Humboldts einer amerikanischen Expedition nach dem fernen Westen als Topograph und Zeichner beigegeben und kehrte 1854 über San Francisco und den Isthmus von Panama nach Deutschland zurück, wo ihn König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Kustos der Bibliotheken in den Schlössern von Potsdam ernannte. Eine abermalige Reise nach Nordamerika 1857-58 führte ihn in Gesellschaft des Ingenieurs Ives in die noch unbekannten Gegenden am mittlern Colorado. Die Ergebnisse seiner Reisen legte er nieder in den Werken: "Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee" (Leipz. 1858; 2. umgearb. Aufl.: "Wanderungen durch die Prärien und Wüsten des