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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Monasterĭum; Monasterzyska; Monastir; Monat

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Monasterium - Monat.

Monasterĭum (lat.), Kloster, dann Klosterkirche (aus M. entstand das deutsche Münster).

Monasterzyska, Marktflecken in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Buczacz, an der Staatsbahnlinie Stanislau-Husiatyn, hat ein Bezirksgericht, eine ärarische Tabaksfabrik, eine Papierfabrik, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und (1880) 4333 Einw.

Monastir, 1) (Bitolia) nächst Saloniki die größte Stadt Makedoniens, Hauptstadt des gleichnamigen europäisch-türk. Wilajets, an einem Zufluß der Tscherna, in der Nähe des alten Heraklea Lynkestis, am Fuß des Peristeribergs gelegen, mit zahlreichen Bädern, Moscheen, einer großen griechischen Kirche, 2 Kasernen, Kadettenhaus, griechischem Gymnasium, Priesterseminar, Lehrerseminar, höherer Töchterschule und reizender Umgebung, hat über 50,000 Einw., Ausfuhr von Getreide und Landesprodukten, Silberfiligran- und Teppichindustrie. M. ist Sitz eines Wali und des Generalstabs der dritten türkischen Armee, eines griechischen Erzbischofs, mehrerer Konsulate etc. Pelagonia war der Name der Landschaft im Altertum, und der Erzbischof von M. wird immer noch danach bezeichnet. - 2) (Mistir, das antike Ruspina) Hafenstadt an der Ostküste von Tunis, auf einer Halbinsel im südlichen Teil des Golfs von Hammamet, mit 7500 Einw., ist von einer starken, mit Türmen gekrönten Mauer umgeben, durch welche fünf Thore führen. Im Innern der Stadt steht die starke Kasbah. M. hat 13 Moscheen, eine von den Franzosen für die Eingebornen errichtete Normalschule, in der Umgebung schöne Gärten und gilt als die sauberste Stadt von ganz Tunis. Das Ras M. im N. der Stadt war das Promontorium Dionysii.

Monat (Mond), im allgemeinen die Umlaufszeit des Mondes um die Erde. Da sich aber Anfang und Ende eines Mondumlaufs auf verschiedene Weise bestimmen lassen, so ergeben sich auch verschiedene Arten von Monaten. Die wahre Umlaufszeit des Mondes beträgt 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten 11,5 Sekunden oder 27,32166 Tage und wird ein siderischer M. genannt, weil innerhalb derselben der Mond wieder zu demselben Fixstern zurückkehrt. Rechnet man aber die Umlaufszeit von einem der Nachtgleichenpunkte an bis wieder zu dem nämlichen Punkt, so gibt dies den tropischen M., welcher wegen des Zurückweichens der Nachtgleichen 6,9 Sek. kürzer als der siderische ist, indem er bloß 27 Tage 7 St. 43 Min. 4,6 Sek. oder 27,32158 Tage umfaßt. Die Zeit von einer Mondphase bis zur Wiederkehr derselben ist der synodische M., welcher wegen des Vorrückens der Erde auf ihrer Bahn der längste sein muß und 29 Tage 12 St. 44 Min. 2,9 Sek. oder 29,53059 Tage enthält. Der Umlauf von dem auf- oder niedersteigenden Knoten bis wieder zu demselben heißt der drakonitische M., Drachen- oder Knotenmonat und hat 27 Tage 5 St. 5 Min. 36 Sek. oder 27,21222 Tage; er ist kleiner als der siderische M., weil die Knotenlinie sich, entgegen der Richtung der Mondbewegung, in ungefähr 19 Jahren einmal herumdreht. Endlich bezeichnet man noch als anomalistischen M. die Zeit von 27 Tagen 13 St. 18 Min. 37,4 Sek. oder 27,55460 Tagen von einem Durchgang des Mondes durch sein Perihel bis zum nächsten; er ist länger als der siderische M., weil das Perihel während eines solchen ungefähr 3½° weiter nach Osten rückt. Alle bisher genannten Monate werden astronomische genannt im Gegensatz zu den bürgerlichen Monaten, die man behufs der Jahreseinteilung angenommen, und denen man eine gewisse Anzahl von vollen Tagen, meist 30 oder 31, gegeben hat.

Die Dauer der bürgerlichen Monate und ihre Anzahl im Jahr war im Altertum ziemlich verschieden. Bei den Ägyptern wurde das Jahr schon frühzeitig in 12 Monate zu 30 Tagen und 5 einzelne Ergänzungstage eingeteilt. Bei den Griechen teilte man die Monate in 30tägige oder volle und 29tägige oder hohle Monate, die mit einander wechselten; jeder attische M. wurde in drei Dekaden geteilt, und die verschiedenen Monate hießen: Hekatombäon (Juli), Metageitnion (August), Boëdromion (September), Pyanepsion (Oktober), Mämakterion (November), Poseideon (Dezember), Gamelion (Januar), Anthesterion (Februar), Elaphebolion (März), Munychion (April), Thargelion (Mai), Skirophorion (Juni). Das Jahr der Lakedämonier begann zur Zeit der Herbst-Tag- und Nachtgleiche; ihre Monate waren: Herasios (Oktober), Apelläos (November), Diosthyos (Dezember), der Name für unsern Januar ist unbekannt, Eleusinios (Februar), Gerastios (März), Artemisios (April), Delphinios (Mai), Phliasios (Juni), Hekatombeos (Juli), Karneios (August), Panamos (September).

Die Römer teilten ursprünglich das Jahr in 10 Monate ein: Martius (31 Tage), Aprilis (30 Tage), Maius (31 Tage), Junius (30 Tage), Quintilis (31 Tage), Sextilis (30 Tage), September (30 Tage), Oktober (31 Tage), November (30 Tage), Dezember (30 Tage). Von diesen Monaten hießen die 4 mit der größern Anzahl von Tagen die vollen (pleni), die übrigen 6 die hohlen (cavi). Später fügte Numa noch Januarius mit 29 und Februarius mit 28 Tagen hinzu und zwar den erstern am Anfang, den letztern am Schluß des Jahrs. Zugleich verkürzte er die hohlen Monate um einen Tag und erhielt so ein Mondjahr von 355 Tagen. Um den Unterschied zwischen diesem und dem Sonnenjahr von 365 Tagen auszugleichen, schaltete man alle zwei Jahre zwischen 23. und 24. Februar einen M., den Mercedonius, ein, dem man abwechselnd 22 und 23 Tage gab. Cäsar hob 46 v. Chr. diesen Schaltmonat wieder auf, legte dem Januar, Sextilis und Dezember je zwei Tage zu, dem April, Juni, September und November je einen und führte einen alle vier Jahre wiederkehrenden Schalttag (24. Febr.) ein, durch den der Februar auf 29 Tage gebracht wurde. Schon die Dezemvirn hatten 304 diesem M. die zweite Stelle im Jahr gegeben. Im J. 45 erhielt der Quintilis den Namen Julius, und 8 v. Chr. wurde der Sextilis dem Augustus zu Ehren Augustus genannt. Die später eingeführten Namen Nero für April, Claudius für Mai, Domitianus für Oktober sind wieder verschwunden. Name, Dauer und Reihenfolge der Monate sind aus dem Julianischen auch in den Gregorianischen Kalender übergegangen. Karl d. Gr. führte folgende Monatsnamen ein: Wintarmanoth, Hornung, Lenzinmanoth, Ostarmanoth, Winnemanoth, Brachmanoth, Hewimanoth, Aranmanoth, Widemanoth, Windumemanoth, Herbistmanoth, Heilogmanoth.

Die Juden haben 12 Monate für ihre gemeinen Jahre und 13 für ihre Schaltjahre. Die Monate heißen: Tischri, Marcheschwan, Kislev, Tebet, Schebat, Adar, Veadar (für das Schaltjahr), Nissan, Ijar, Siwan, Thamus, Ab, Ellul. Das kirchliche Jahr beginnt mit dem Nissan, in den das Osterfest fällt, das bürgerliche mit dem Tischri, um die Zeit der Herbst-Tag- und Nachtgleiche. Die Mohammedaner haben 12 Monate, die abwechselnd 29 und 30 Tage zählen: Muharrem, Safar, Rebilewel, Rebilachir, Dschemasilewel, Dschemasilachir, Redscheb, Schaaban, Ramasan, Schewwal, Silkade, Silhidsche. Die Monatsnamen des bürgerlichen (griechisch-osmanischen) Kalenders (Ruznameh) der Türken sind: Kianunisani (Januar),