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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mönch - Mond.

nannt und half 30. März die Stadt verteidigen. Nach der Abdankung Napoleons ward er von Ludwig XVIII. zum Pair erhoben, verlor jedoch wegen seiner Weigerung, über Ney mit abzuurteilen, 1815 diese Würde und erhielt sie erst 1819 wieder. 1820 ward er zum Kommandanten der 9. Militärdivision ernannt; 1823 befehligte er das 4. Korps in Spanien, mit dem er Katalonien eroberte. Nach seiner Rückkehr hielt er sich bis zur Julirevolution in der Pairskammer zu der gemäßigten Opposition. Ludwig Philipp ernannte ihn 1833 zum Gouverneur des Invalidenhauses, wo er 1840 die Asche Napoleons in Empfang nahm. Unter den Generalen des ersten Kaiserreichs war er durch seinen edlen, gemäßigten Charakter ausgezeichnet. Er starb 20. April 1842. Sein Titel Conegliano ging auf seinen Schwiegersohn, Baron Gillevoisin, Marquis von Conegliano, über. Vgl. Chenier, Éloge historique du maréchal M. (Par. 1848).

Mönch (v. lat. monachus), in der römisch- und griechisch-kathol. Kirche eine männliche Person, welche zurückgezogen von der Welt in Gemeinschaft mit andern nach gewissen Regeln (Mönchsregeln) asketischen Übungen obliegt und den abgelegten Gelübden der Armut, Keuschheit und des unbedingten Gehorsams gegen die Befehle seiner Vorgesetzten (Mönchsgelübde) gemäß lebt. Über das Mönchswesen im allgemeinen s. Kloster und Orden (geistliche); über die einzelnen Mönchsgesellschaften (Mönchsorden) s. die betreffenden Artikel.

Mönch, 1) Weißmönch, ein abgerundeter Schneegipfel der Finsteraarhorngruppe in den Berner Alpen, nordöstlich von der Jungfrau, 4106 m hoch, wurde zuerst 14. Aug. 1857 von Porges aus Wien erstiegen. Die Besteigung geschieht gewöhnlich von Grindelwald aus über die Klubhütte am Bergli (2900 m) und ist beschwerlich; besonders berüchtigt ist das Mönchsjoch, über das der Weg führt, wegen der fast stets dort wehenden heftigen Winde (sogen. "Glux") und des ungemein schnell eintretenden Witterungswechsels. - 2) Schwarzmönch, eine zur Jungfrau gehörige Felsmasse, welche sich auf der aus dem Lauterbrunner Thal emporragenden Stellifluh erhebt.

Mönch, Vogel, s. Grasmücke.

Mönchgut, s. Rügen.

Monchique (spr. mongschihke), Stadt und Badeort in der portug. Provinz Algarve, Distrikt Faro, an der Serra de M. malerisch zwischen Kastanienwäldern und Orangenhainen gelegen, mit (1878) 6135 Einw. Die sehr heilkräftigen Schwefelbäder von M. (31-34° C.) liegen in einem tiefen Thal der Serra und werden schon seit Jahrhunderten benutzt.

Mönchschriftsthaler, bei den Münzsammlern Bezeichnung für die ältesten Thaler aus dem Ende des 15. und dem Anfang des 16. Jahrh. nach den Inschriften mit verschnörkelten lateinischen Buchstaben.

Mönchskappenmuskel (Cucullaris musculus), einer der breiten Rückenmuskeln, welcher die Schulter dreht. Die Mönchskappenmuskeln beider Seiten ähneln zusammen einer zurückgeschlagenen Möchskappe ^[richtig: Mönchskappe] (cucullus).

Mönchskolben, s. Pumpe.

Mönchslatein, s. v. w. Küchenlatein (s. d.).

Mönchsorden, s. Orden (geistliche).

Mönchspfeffer, s. Vitex.

Mönchsrhabarber, s. Rumex.

Mönchsschrift (gotische, neugotische Schrift), Schriftgattung der Urkunden und Handschriften des Mittelalters vom 13.-16. Jahrh., entstand aus der römischen Schrift und nahm unter den Händen der Mönche durch Verzierungen und Schnörkeleien eine mehr eckige und winkelreiche Gestalt an, daher sie in der diplomatischen Kunstsprache eckige Minuskel genannt ward. Am schönsten erscheint sie in der sogen. Missaltype. Sie wurde von dem Erfinder der Buchdruckerkunst und seinen nächsten Nachfolgern nachgebildet, so daß heute noch eine bestimmte Schriftgröße als Missaltype bezeichnet wird. Aus den romanischen Sprachen ward sie durch die runde römische (Antiqua), aus der deutschen im 16. Jahrh. durch die noch jetzt übliche Druckschrift (Fraktur) verdrängt. Neuere Nachahmungen sind das englische Black letter, das in mehrfach modernisierter Gestalt bis zur Gegenwart Mode geblieben ist.

Mönchswesen, s. Kloster.

Mönchswurz, s. Arnica.

Monclōva, Stadt im mexikan. Staat Coahuila, 180 km nördlich von Saltillo, hat eine große Baumwollfabrik (500 Webstühle) und (1883) 1236 Einw. In der Nähe Eisenerze.

Moncontour (spr. mongkongtuhr), 1) Flecken im franz. Departement Côtes du Nord, Arrondissement St.-Brieuc, mit vielbesuchter Wallfahrtskirche (St.-Mathurin) und (1881) 1369 Einw. - 2) Flecken im franz. Departement Vienne, Arrondissement Loudun, an der Dive und der Eisenbahn Poitiers-Saumur, mit (1881) 868 Einw., bekannt durch die Niederlage der Hugenotten unter Coligny gegen die königliche Armee 3. Okt. 1569.

Moncrif (Moncriff, spr. mongkrif), François Augustin Paradis de, franz. Dichter, geb. 1687 zu Paris, wegen seiner persönlichen Eigenschaften (er war Dichter, Musiker, Schauspieler und ein ausgezeichneter Fechter) in den feinen Zirkeln äußerst beliebt, Sekretär des Grafen d'Argenson und 1734 Vorleser der Königin Maria Leszczynska, trat 1733 in die Akademie und starb 19. Nov. 1770. Am besten gelungen sind seine Lieder und Romanzen, besonders "Le rajeunissement inutile". Seine mäßige "Histoire des chats" (Par. 1727-48), eine Parodie auf die pedantische Gelehrsamkeit, zog ihm den Namen "l'historiogriffe" zu. Seine übrigen Werke, Romane, Lustspiele, Ballette etc., haben nicht viel Wert. Er veranstaltete selbst Ausgaben seiner "Œuvres" (1751, 3 Bde.; 1768, 4 Bde.); eine Auswahl derselben erschien 1801 in 2 Bänden und, herausgegeben von Uzanne, 1879.

Moncton, Stadt in der britisch-amerikan. Provinz Neubraunschweig, am Petit Caudiac, der 30 km unterhalb in die Chignectobai der Fundybai mündet, in fruchtbarer Gegend, mit (1881) 5032 Einw.

Mond (lat. Luna, hierzu die "Mondkarte" und Tafel "Mondlandschaften"), der unsrer Erde am nächsten stehende Himmelskörper, läuft in einer mittlere Entfernung von 384,420 km = 60,27 Erdhalbmessern in Zeit von 27 Tagen 7 Stund. 43 Min. 11,5 Sek. (vgl. Monat) um die Erde, indem er dabei gleichzeitig an der Bewegung der letztern um die Sonne teilnimmt. Seine wahre Bahn im Weltraum ist daher eine teilweise innerhalb, teilweise außerhalb der Erdbahn liegende Wellenlinie ohne Schlingen. Da die Exzentrizität seiner Bahn 0,05491 ist, so schwankt sein Abstand von der Erde zwischen 405,500 u. 363,300 km. Die Bahn ist 5° 8' 47,9'' gegen die Erdbahn geneigt. Übrigens weicht die Bewegung des Mondes um die Erde infolge der Anziehung der Sonne und der Planeten erheblich von der rein elliptischen ab, und insbesondere sind die unter den Namen Evektion, Variation und jährliche Gleichung bekannten Störungen