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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Monnikendam - Monodie.

1877 in Paris. Vgl. Champfleury, Henri M., sa vie, son œuvre (Par. 1879).

2) Marc, franz. Schriftsteller, geb. 1829 zu Florenz als Kind französisch sprechender Eltern, brachte einen großen Teil seines Lebens in Italien zu und erwarb sich gründliche Kenntnisse von den Zuständen und der Geschichte dieses Landes. Zeuge davon ist unter anderm sein berühmtes Pamphlet "L'Italie est-elle la terre des morts?" (Par. 1860). Durch seine Mutter, eine Genferin, kam er auch mit der Schweiz in nähere Verbindung. Er wirkte lange Jahre als Professor der Litteratur in Genf und starb daselbst 18. April 1885. Außer seinen dramatischen Versuchen, worunter seine Comédies de marionnettes: "Le roi Babolein", "La princesse Danubia", "Le curé d'Yvetot" (gesammelt, Genf 1871) etc. an Gozzis Manier erinnern, und seinen Novellen ("Les amours permises", 1861; "Nouvelles napolitaines", 1879; "Le charmeur", "Gian et Hans", 1882; "Un détraqué", 1883; "Le roman de Gaston Renaud", 1884; "Après le divorce", 1885) erwähnen wir von seinen Schriften: "Étude historique de la conquête de Sicile par les Sarrazins" (Genf 1847); "Le protestantisme en France" (das. 1854); "Garibaldi, histoire de la conquête des Deux-Siciles" (1861); "Histoire du brigandage dans l'Italie méridionale" (1862); "La Camorra, mystères de Naples" (1863); "Pompéi et les Pompéiens" (1864); die ebenso geistreiche wie gelehrte Geschichtsstudie über das Theater: "Les aïeux de Figaro" (1868); "Poésies" (1871, 2. Aufl. 1877); "Genève et ses poètes" (2. Aufl. 1885); eine gereimte "Vie de Jésus" (1873); "Les contes populaires en Italie" (1880); "Récits et monologues" (1880); "Un aventurier italien de siècle dernier" (Graf Jos. Gorani, 1884); das litterargeschichtliche Werk "La Renaissance, de Dante à Luther" (1884, preisgekrönt von der franz. Akademie) und "La Réforme, de Luther à Shakespeare" (1885). Vgl. Rambert, Écrivains nationaux suisses, Bd. 1 (Genf 1874).

Monnikendam, Stadt in der niederländ. Provinz Nordholland, an dem Monnikendamer Gat, einer Bucht des Zuidersees, mit 5 Kirchen, bedeutendem Handel mit Anschovis und (Edamer) Käse und (1883) 2701 Einw.

Monochāsium (griech.), eine Form des Blütenstandes (s. d., S. 81).

Monochlamydeen, s. v. w. Apetalen (s. d.), Bezeichnung im Pflanzensystem De Candolles.

Monochórd (griech., "Einsaiter"), Apparat mit einer über einen Resonanzboden gespannten Saite zu Versuchen über die Schwingungen der Saiten; s. Schall (mit Abbildung).

Monochrōisch (monochromatisch, griech.), einfarbig (s. Farben); Monochroismus (Monochromie), Einfarbigkeit.

Monochrōmen (griech., monochromatische Bilder), "einfarbige" Gemälde, mit Einer Farbe ausgeführte Umrisse, die älteste Art der Malerei. Gewöhnlich sind die M. rot auf weißem oder schwarzem oder schwarz auf rotem Grund ausgeführt. Die in Pompeji gefundenen M. (rote Umrisse auf Marmorgrund) scheinen jedoch ehemals buntfarbige, enkaustische Gemälde gewesen zu sein, von denen nur die untermalten Konturen übriggeblieben, die zartern Wachsfarben zerstört sind. Vgl. Malerei, S. 149.

Monocle (franz., spr. mŏnóckl, Monokel), Augenglas, Fernrohr oder Mikroskop für nur ein Auge.

Monoclīnus (griech.), einbettig, Blüten, welche Staubgefäße und Pistille zugleich enthalten, s. v. w. zwitterig (Gegensatz: diklinisch). Davon Monoclinia, Abteilung des Linnéschen Systems, Gewächse mit Zwitterblüten enthaltend, die ersten 20 Klassen.

Monoecus (griech.), einhäusig, Pflanzen, bei denen zweierlei eingeschlechtige (männliche und weibliche) Blüten auf der nämlichen Pflanze vorkommen (Gegensatz: diözisch). Derartige Pflanzen bilden die Monoecia, die 21. Klasse des Linnéschen Systems.

Monod (spr. monoh), 1) Adolphe, namhafter reform. Theolog, geb. 1802 zu Kopenhagen als Sohn des aus Genf gebürtigen reformierten Predigers und Schriftstellers Jean M. (gest. 1836 in Paris), studierte in Genf, wirkte 1825-27 als Prediger zu Neapel, wo er die evangelische Gemeinde gründete, 1828-31 in Lyon, seit 1836 als Professor zu Montauban und seit 1849 als Prediger an der reformierten Kirche in Paris, wo er 6. April 1856 starb. Außer vielen kleinern, streng bibelgläubigen, sämtlich auch in deutschen Übersetzungen erschienenen Schriften veröffentlichte er: "Sermons" (3. Aufl., Par. 1860, 4 Bde.); "La femme" (8. Aufl. 1862; deutsch unter andern von Seinecke, 8. Aufl., Hann. 1887) und "Les adieux à mes amis et à l'Église" (11. Aufl., Par. 1884; deutsch, 2. Aufl., Berl. 1877). Eine Auswahl aus seinen Schriften übersetzte Seinecke (2. Aufl., Bielef. 1869, 2 Bde.). Vgl. "Adolf M. Lebenserinnerungen und Briefe" (deutsch von Reichard, Frankf. 1886). - Sein Bruder Frédéric, geb. 17. Mai 1794 zu Monnaz im Kanton Waadt, 1819-49 Pastor zu Paris, gründete 1849 mit dem Grafen Gasparin die freie reformierte Kirche Frankreichs (s. Freie Gemeinden) und redigierte bis zu seinem 30. Dez. 1863 erfolgten Tode die "Archives du Christianisme".

2) Gabriel, franz. Geschichtsforscher, geb. 7. März 1844 zu Le Havre, bildete sich auf dem Lyceum daselbst, später in der Normalschule, widmete sich, nachdem er längere Zeit in den Archiven zu Florenz gearbeitet, 1867-68 in Berlin und Göttingen geschichtlichen Studien, wurde 1869 Unterlehrer an der École des hautes-études, 1874-77 Lehrer der französischen Geschichte an der von ihm mitbegründeten École alsacienne und 1880 zum Repetenten an der École normale supérieure ernannt. Er schrieb auf Grund seiner Erfahrungen als Begleiter einer Ambulanz im Krieg von 1870/71: "Allemands et Français" (Par. 1872); ferner: "Sur les sources de l'histoire mérovingienne" (das. 1872); "Jules Michelet" (das. 1875); "De la possibilité d'une réforme de l'enseignement supérieur" (das. 1876); "Les origines de l'historiographie à Paris" (das. 1877). Auch übersetzte er die "Geschichte der Könige Childebert und Chlodovech" von Junghans (Par. 1879) und veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen in der von ihm mitbegründeten und geleiteten "Revue historique".

Monodīe (griech., "Einzelgesang") nennt man die etwa um 1600 in Italien aufgekommene neue Art von Musik, welche an Stelle des vorher lange allein als Kunstmusik üblichen mehrstimmigen Gesanges den Einzelgesang mit Instrumentalbegleitung setzte. Diese Begleitung war anfänglich einfach genug (ein bezifferter Baß, der auf dem Clavicembalo, der Laute [Theorbe] oder Gambe ausgeführt wurde), gestaltete sich jedoch bald interessanter. Natürlich ist aber der Einzelgesang weit älter als der mehrstimmige, ja selbst der anders als im Einklang begleitete ist zweifellos lange vor dem 17. Jahrh. geübt worden (von den Troubadouren, überhaupt im volksmäßigen und häuslichen Musizieren im Mittelalter); etwas Neues war es nur, daß nun die Künstler und Theoretiker sich der vernachlässigten Stilgattung annahmen. Das musikalische Drama, das Oratorium, die