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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Monodimetrisches Kristallsystem - Monometallismus.

Kantate, ja selbst die reine Instrumentalmusik, d. h. also unsre gesamte neuere Musik, gingen aus diesen unscheinbaren Anfängen hervor.

Monodimētrisches Kristallsystem, s. v. w. quadratisches Kristallsystem, s. Kristall, S. 230.

Monodistĭchon (griech.), aus einem einzigen Distichon bestehendes Gedicht.

Monŏdon (griech.), Narwal.

Monodrama (griech.), ein Drama (mit oder ohne Musikbegleitung), welches nur von einer Person gespielt wird.

Monogamīe (griech.), im Gegensatz zur Polygamie (s. d.) die geschlechtliche Verbindung Eines Mannes mit Einer Frau, also die einfache Ehe (s. d.); auch spricht man bei den Tieren von M.

Monogenĕsis (griech.), Abstammung der Menschen oder andrer Arten von Einem Paar.

Monogonīe (griech.), s. v. w. ungeschlechtliche Fortpflanzung.

Monogramm (griech., Handzeichen, lat. Signum, franz. Chiffre), eigentlich ein einziger Buchstabe oder Schriftzug, dann besonders eine Figur, welche, aus einem oder auch aus mehreren in Einen Schriftzug verschlungenen Buchstaben oder aus einer andern Figur bestehend, den Namen oder auch den Charakter einer Person ausdrücken soll. Man bediente sich solcher Monogramme bei Unterschriften und auf Petschaften; auch finden sich dergleichen auf Münzen, Medaillen etc. Über die Abkürzung des Namens Christi s. Christusmonogramm. Die mittelalterlichen Monogramme sind für die Erklärung und Kritik der Denkmäler und Urkunden jener Zeit sehr wichtig, und die Lehre von diesen Zeichen bildet daher einen besondern Teil der Urkundenlehre oder Diplomatik (s. d.). Später belegte man mit dem Namen Monogramme auch die Namenschiffern, Schriftzüge und sonstigen Zeichen, deren sich die Maler, Kupferstecher, Holzschneider, Goldschmiede, Kunsttöpfer etc. bedienten, um ihre Werke als die ihrigen zu bezeichnen. Die Entzifferung dieser Monogramme, die meist aus den Anfangsbuchstaben des Vor- und Zunamens der Künstler gebildet sind, ist ein besonderer Zweig der Kunstwissenschaft. Vgl. Brulliot, Dictionnaire des monogrammes (neue Aufl., Stuttg. 1832-34, 3 Bde.); Nagler, Die Monogrammisten (Münch. 1857-70, 4 Bde.); Duplessis, Dictionnaire des marques et monogrammes de graveurs (Par. 1886-87). Die in der Keramik vorkommenden Marken und Monogramme verzeichneten Grässe ("Guide de l'amateur de porcelaines", 7. Aufl., Dresd. 1885), Jännicke (Stuttg. 1878), Barth (6. Aufl., Dresd. 1887), Ris-Paquot ("Dictionnaire des marques et monogrammes de faiences, poteries, etc.", 4. Aufl., Par. 1885), die Monogramme der Kunstsammler L. Fagan ("Collectors' marks", Lond. 1883). - Ferner nennt man M. eine Strophe, worin die Anfangsbuchstaben einer jeden Zeile einen Namen ausdrücken.

Monographīe (griech.), eine Schrift, in welcher ein einzelner Gegenstand aus irgend einer Wissenschaft als ein besonderes Ganze abgehandelt wird.

Monogynus (griech.), einweibig, Blüten mit Einem Griffel. Davon Monogynia, Ordnung in den 13 ersten Klassen des Linnéschen Pflanzensystems, Pflanzen mit einweibigen Blüten enthaltend.

Monokárpisch (griech.), Bezeichnung einer nur einmal fruktifizierenden Pflanze.

Monoklines (monoklinoëdrisches) Kristallsystem, s. Kristall, S. 231.

Monokotyledōnen (Monokotylen, Spitzkeimer, einsamenlappige Pflanzen), Klasse des Pflanzenreichs, im Gegensatz zu den Dikotyledonen diejenigen Angiospermen umfassend, deren Keimling nur einen einzigen Samenlappen (Kotyledon) besitzt, welcher als ein scheidenartiges, nach oben spitzes Gebilde das Knöspchen umfaßt, daher Reichenbach die M. Akroblasten nannte. Außerdem unterscheiden sie sich von den Dikotyledonen in folgenden Merkmalen. Der Stengel verlängert sich rückwärts in der Regel nicht in eine Pfahlwurzel, sondern ist an seinem im Boden befindlichen Teil nur mit Nebenwurzeln versehen, endigt unten häufig als eine Zwiebel oder Knolle und ist meist einfach oder hat nur wenig Neigung zur Zweigbildung. Die Blätter sind meist wechselständig, am Grund fast immer scheidig und stengelumfassend, meistens ungeteilt und mit parallelen oder bogenförmig laufenden Nerven versehen. Auf dem Querschnitt des Stengels stehen die geschlossenen Gefäßbündel nicht in einem Kreis, wie bei den Dikotyledonen, sondern unregelmäßig zerstreut; der Stengel ist daher auch eines peripherisch fortschreitenden, dauernden Dickenwachstums unter Bildung eines Holzkörpers mit konzentrischen Jahresringen nicht fähig (vgl. Stamm), worauf Endlichers Bezeichnung der M. als Endogenen (Endogenae) sich bezieht. Daher tritt auch die eigentliche Baumform hier nur in sehr wenigen Fällen auf. Die Blüten zeigen in der Zahl der Glieder ihrer Blattkreise vorherrschend die Dreizahl. Wo die Blütenhülle nicht fehlt, ist sie meistens als Perigon entwickelt, selten in Kelch und Blumenkrone differenziert. Die Samen sind meist mit Endosperm versehen. Die M. zerfallen in die Ordnungen Helobiae, Spadiciflorae, Glumiflorae, Enantioblastae, Liliiflorae, Scitamineae und Gynandrae.

Monokratīe (griech.), s. v. w. Monarchie.

Monolíth (griech.), eine aus einem einzigen Steinblock gehauene Figur oder sonstiges Kunstwerk (Obelisk, Säule). Besonders Säulen für Kolossaltempel pflegten in der römischen Kaiserzeit aus Einem Block gehauen zu werden. Eine der größten Einzelsäulen ist die sogen. Pompejussäule in Alexandria.

Monolōg (griech., "Alleinrede, Selbstgespräch"), im Drama im Gegensatz zum Dialog eine solche Szene oder Rede, in der eine einzelne Person für oder mit sich selbst spricht. Der M. dient dazu, die innern Gemütszustände der handelnden Hauptpersonen zur lebendigen Anschauung zu bringen und die Triebfedern ihres Handelns darzulegen. Doch ist er nur da an seiner Stelle, wo mittels des Dialogs der eben angegebene Zweck nicht erreicht werden könnte, und muß, die einzelnen dialogischen Szenen miteinander verbindend, durch eine bedeutende Veränderung, welche in dem Seelen- und Gemütszustand eingetreten, gehörig motiviert sein, also entweder dem folgenden zur Erklärung dienen, oder als Wirkung des Vorhergegangenen erscheinen.

Monōm (Monomĭum, besser Mononōm, griech.), in der Mathematik jede eingliederige Größe, wie 4a, im Gegensatz zum Binom, Trinom, Polynom (s. d.).

Monomachīe (griech.), Einzelkampf, Zweikampf.

Monomanīe (griech.), s. Geisteskrankheiten.

Monomerīe (griech., "Einteiligkeit, Einfachheit"), die Eigenschaft eines Dinges, wonach es nur aus einerlei Teilen besteht; monomerisch, einteilig.

Monometallismus, die einfache Metallwährung als Goldwährung, wie sie z. B. in England besteht und der neuen deutschen Münzgesetzgebung entspricht, oder als Silberwährung, wie sie in Deutschland früher bestand. Der M. bildet den Gegensatz zum Bimetallismus (s. d.) oder der Doppelwährung.