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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Monsefú - Monsummano.

die Stadt 10. Juli 1746 von den Franzosen unter Conti eingenommen, doch kam sie bald darauf wieder an Österreich zurück. Endlich fiel sie 1792 nach der Schlacht bei Jemappes in die Gewalt der Republik Frankreich. Die damals geschleiften Festungswerke wurden 1818 wiederhergestellt und verstärkt, in neuester Zeit jedoch abermals abgetragen. M. ist Geburtsort des Komponisten Orlando di Lasso, dem 1853 ein Denkmal (von Frison) daselbst errichtet ward. Vgl. Boussu, Histoire de la ville de M. (Mons 1868, 2 Bde.).

Monsefú, Stadt im Departement Lambayaque der südamerikan. Republik Peru, unfern Eten, hat (1876) 7264 gewerbthätige Einwohner und ist namentlich durch seine Sattelranzen (alforjas) bekannt.

Monseigneur (franz., spr. mong-ssänjör, "mein Herr"), Titel, den man in Frankreich im Mittelalter den Rittern und den Präsidenten der obersten Gerichtshöfe, später bloß noch den Prinzen und höchsten Würdenträgern der Kirche und des Staats gab. War jedoch ein Prinz von Geblüt zugegen, so durften auch Prälaten nicht M. angeredet werden, sondern mußten sich mit dem Prädikat Monsieur (s. d.) begnügen. Im 16. Jahrh. ward M. allgemein als Anrede der Ritter durch Monsieur ersetzt, und seit Ludwig XIV. blieb es, allein gebraucht, die ausschließliche Bezeichnung des Dauphins. Vgl. Seigneur.

Monselet (spr. mongss'lä), Charles, franz. Schriftsteller, geb. 30. April 1825 zu Nantes, erhielt seine Bildung hier und in Bordeaux, veröffentlichte bereits mit 17 Jahren das anmutige Gedicht "Marie et Ferdinand" (Bord. 1842) und lebt seit 1846 als Schriftsteller in Paris. Seine zahlreichen Schriften sind zumeist Romane oder litterarisch-kritische Schilderungen aus der Gegenwart und Vergangenheit. In letztere Kategorie gehören: "Statues et statuettes" (1851); "Rétif de la Bretonne" (1853, 2. Aufl. 1858); "La lorgnette littéraire" (1857); "Les Oubliés et les Dédaignés" (1857, 2 Bde.; wieder gedruckt unter den Titeln: "Les originaux du siècle dernier", 1863, und "Les Ressuscités", 1876); "Portraits après décès" (1866) u. a. Von seinen Romanen und sonstigen Schriften erwähnen wir: "La franc-maçonnerie des femmes" (1856, 7 Bde., u. öfter); "Monsieur de Cupidon" (1854); "Les galanteries du XVIII. siècle" (1862); "L'argent maudit" (1862); "Les ^[richtig: Le] plaisir et l'amour" (Dichtungen, 1865); "Monsieur le duc s'amuse" (1865); "François Soleil" (1866); "Les amours du temps passé" (1875); "Le petit Paris" (1879); "Une troupe de comédiens" (1879); "Mon dernier-né, gaietés parisiennes" (1883); "Petits mémoires littéraires" und "Encore un!" (1885). Seine "Poésies complètes" erschienen 1881. M., der sich gern besondere kulinarische Kenntnisse nachrühmen läßt, veröffentlichte auch eine "Gastronomie" (1873) und "Lettres gourmandes" (1877) sowie mehrere Lustspiele; in den letzten Jahren wirkte er als Chroniqueur im "Évènement".

Monselice (spr. -sselītsche), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Padua, am Abhang eines Trachytkegels der Euganeen, am Kanal von Battaglia und an der Eisenbahn Padua-Bologna gelegen, hat Reste ehemaliger Befestigungen, eine hoch gelegene alte Burg (Rooca di M.), einen zinnengekrönten Palast, mehrere schöne Kirchen, ein Altertumsmuseum (Museo Piombin), Seidenfilanden, Hutfabrikation, Weinbau, bedeutenden Handel und (1881) 3372 Einw.

Mons en Pevêle (spr. mongs ang pöwähl), Ort im franz. Departement Nord, Arrondissement Lille, mit (1881) 2079 Einw.; merkwürdig durch den hier am 18. Aug. 1304 erfochtenen Sieg Philipps IV. von Frankreich über das aufständische Flandern.

Monsieur (franz., spr. mŏsjöh, "mein Herr", im Plural Messieurs), im Französischen die Anrede an jede männliche erwachsene Person. Im Mittelalter nannte man die Heiligen und den Papst M., und bis zur Zeit der Valois war in den öffentlichen Akten auch der König stets M. le roi betitelt. Später nannten ihn bloß noch die Enfants de France (s. Enfant) so, die sich auch untereinander M. anredeten, während M. allein ausschließlich den ältesten Bruder des Königs von Frankreich bezeichnete, der aber Monseigneur angeredet wurde. M. de Paris ist der Scherzname für den Pariser Scharfrichter, früher war es auch Bezeichnung des Bischofs von Paris (jetzt Monseigneur); M. Vautour ("Herr Geier"), der Hauswirt; M. Véto, Spottname Ludwigs XVI.

Monsigny (spr. mongssinji), Pierre Alexandre, Opernkomponist, geb. 17. Okt. 1729 zu Fauquemberg bei St.-Omer in Nordfrankreich, kam frühzeitig nach Paris, wo er durch Protektion Haushofmeister beim Herzog von Orléans wurde, studierte unter Gianotti die Komposition und schrieb dann eine Reihe komischer Opern, welche mit denen Grétrys und Philidors die Blüte dieser Kunstgattung in Frankreich eröffneten und ihr eine der großen Oper ebenbürtige Stellung errangen. Die Revolution brachte ihn um Amt und Vermögen. Er lebte später von einer Pension der Opéra comique, wurde 1815 Mitglied der Akademie u. starb 14. Jan. 1817 in Paris. Unter seinen Opern wurden "Les aveux indiscrets" (1759), "Le cadi dupé" (1760), "Le roi et le fermier" (1762), "Le déserteur" (1769, sein bestes Werk) und "Le faucon" (1772) sehr populär.

Mons pietātis (lat.), s. Montes.

Monster (engl., v. lat. monstrum), Ungeheuer; in Zusammensetzungen etwas ungeheuer Großes, Unermeßliches bezeichnend, z. B. M.-meeting, eine sehr volkreiche Versammlung; Monsterpetition, eine Bittschrift mit sehr vielen Unterschriften, etc.

Monstránz (v. lat. monstrare, zeigen), bei den Katholiken das meist aus Gold oder Silber verfertigte, oft mit Edelsteinen verzierte Gefäß, welches die geweihte Hostie (s. Allerheiligstes) enthält und an besondern Tagen zur kniefälligen Verehrung auf den Hochaltären ausgestellt wird. Sie ist für gewöhnlich im Tabernakel des Hochaltars verschlossen und darf nur von einem mit den Weihen versehenen Priester berührt werden.

Monstratīv (lat.), was unmittelbar auf sinnlicher Wahrnehmung beruht und daher gewiß ist.

Monstre (franz., spr. mongstr), s. v. w. Monstrum.

Monstrosität (lat.), s. Mißbildung.

Monstrum (lat.), Ungeheuer; jeder Gegenstand, der in seiner Gestaltung von Gegenständen derselben Art in auffallender Weise abweicht, sowohl im physischen als im moralischen Sinn gebraucht. Das Adjektiv ist monströs. Vgl. Mißbildung.

Monsummāno, Flecken in der ital. Provinz Lucca, im Nievolethal, mit altem Kastell, Denkmal des hier gebornen Dichters Giusti und (1881) 996 Einw. Nahe dabei die Grotte von M., 1849 aufgefunden, jetzt ein berühmter Kurort mit natürlichen Dampfbädern. Die Grotte besteht aus mehreren sich absenkenden Gängen, ist 248 m lang, bis 12 m breit und hat zwei von warmen Quellen gespeiste, salzhaltige Wasserbassins mit einer Wassertemperatur von 32-40° und einer Luftwärme von 27-35° C. Die Luft ist feucht und bleibt wegen der Kommunikation mit der äußern Atmosphäre stets frisch. Die Wirkung der