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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Montag - Montaigu.

13. Jahrh. Stadtrecht. Der Montabaurer Wald ist ein Glied des Westerwaldes (s. d.).

Montag, der "Tag des Mondes", entsprechend dem lateinischen Namen dies Lunae, woraus französisch Lundi, nach dem Brauch der abendländischen Kirche der zweite, nach dem der morgenländischen der erste Tag der Woche. Vgl. auch Blauer Montag.

Montage (franz., spr. mongtahsch), das Aufstellen von Maschinen.

Montagna (spr. -tannja), 1) Bartolommeo, ital. Maler, geboren um 1450 zu Orzinuovi bei Brescia, war seit 1480 in Vicenza ansässig und starb daselbst 11. Okt. 1523. Er bildete sich unter dem Einfluß von Mantegna und, wahrscheinlich in Venedig, nach Giovanni Bellini und Carpaccio. Er war auch vorübergehend in Bassano, Padua und Verona thätig. Seine Hauptwerke sind: Wandgemälde aus dem Leben des heil. Blasius (Verona, San Nazaro e Celso), thronende Madonna mit vier Heiligen und musizierenden Engeln (Mailand, Brera), thronende Maria mit drei Heiligen und dem Stifter Bernardino da Feltre (Berlin, Museum), die heil. Magdalena unter einem Baldachin thronend (Vicenza, Santa Corona), Ecce homo (Paris, Louvre). Mit herber Charakteristik verband er die reiche Farbengebung der ältern venezianischen Schule.

2) Benedetto, Sohn des vorigen, Maler und Kupferstecher, geboren um 1500 zu Vicenza, malte daselbst im Dom eine Dreieinigkeit, die heil. Monika und den heil. Johannes, war aber vorzugsweise als Kupferstecher thätig. Seine Stiche (etwa 56) tragen das Gepräge der ältern venezianischen Schule, schließen sich in der Technik aber mehr an Dürer an. Er starb nach 1553.

Montagnac (spr. mongtanjack), Stadt im franz. Departement Hérault, Arrondissement Béziers, links am Hérault und an der Eisenbahn Montbazin-St.-Chinian, mit (1881) 3231 Einw., bedeutendem Weinbau, Öl- und Branntweinfabrikation.

Montagnana (spr. -tanjāna), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Padua, am Frassine und an der Bahnlinie Monselice-M., von einer Ringmauer mit Türmen umgeben, hat eine große Kirche mit schönen Gemälden, ein Theater, Seidenspinnerei, Wollzeug- und Hutfabrikation, Gerberei, Handel mit Seide, Hanf und Getreide und (1881) 3200 Einw.

Montagnards (fr., spr. mongtanjár), s. Berg, S. 719.

Montagne (spr. mongtannj), Landschaft in den franz. Departements Côte d'Or und Aube, mit den Städten Châtillon und Bar sur Seine.

Montagnes Noires (spr. mongtannj nŏáhr, "schwarze Berge"), 1) Bergkette der Cevennen im franz. Departement Tarn, ist wald- und wasserreich und bis 1177 m hoch. -

2) Höhenzug in der Halbinsel Bretagne, welcher sich am linken Ufer der Aulne in westlicher Richtung hinzieht, 303 m Höhe erreicht u. an der Bai von Douarnenez im Departement Finistère endigt.

Montague (spr. mónntēghju), Mary Pierrepont, Lady Wortley, engl. Schriftstellerin, geb. 1690 zu Thoresby in der Grafschaft Nottingham, Tochter des Herzogs Evelyn Pierrepont von Kingston, lebte 1716-19 mit ihrem Gemahl, dem britischen Gesandten Lord Edward Wortley M., in Konstantinopel und suchte, nach England zurückgekehrt, der Schutzpockenimpfung, die sie im Orient kennen gelernt, auch in ihrem Vaterland Eingang zu verschaffen. Auf ihrem Landsitz Twickenham versammelte sie einen Kreis geistreicher Schriftsteller, unter welchen besonders Addison, Steele, Young und Pope zu nennen sind. Seit 1739 nahm sie ihren Aufenthalt in Italien und kehrte erst 1761 nach England zurück, wo sie 21. Aug. 1762 starb. Ihre elegant geschriebenen Briefe enthalten manchen satirischen Zug und zeugen von scharfer Beobachtung. Ihre "Letters and works" gab am besten Lord Wharncliffe (zuletzt Lond. 1887, 2 Bde.) heraus. - Ihr Sohn Edward Wortley M., ein bekannter Sonderling, geboren im Oktober 1713 zu Wharncliffe Lodge bei Sheffield, wurde nach einer abenteuerlich verbrachten Jugend 1754 Parlamentsmitglied, widmete sich dann mehrere Jahre in Zurückgezogenheit wissenschaftlichen Beschäftigungen, bereiste nach dem Tod seiner Eltern Italien und den Orient, lebte seit 1773 zu Venedig, später zu Padua ganz als Orientale und starb 2. Mai 1776. Er schrieb unter anderm: "Reflexions on the rise and the fall of the ancient republics" (Lond. 1759). Vgl. Nichols, Literary anecdotes of the XVIII. century, Bd. 4 (Lond. 1812).

Montaigne (spr. mongtannj oder -tennj), Michel Eyquem de, geistreicher franz. Skeptiker und Moralist, geb. 28. Febr. 1533 auf dem Schloß M. in Périgord, ward gelehrt erzogen, so daß er schon als Kind geläufig lateinisch und griechisch sprach, studierte die Rechte, erhielt 1554 die Stelle eines Rats im Parlament zu Bordeaux und machte sich als Schriftsteller zuerst durch eine treffliche Übersetzung der natürlichen Theologie des Raimund von Sabunde (Par. 1569) bekannt. Nach dem Tod seines Vaters legte er sein Amt nieder und zog sich, nachdem er 1580 Deutschland, Italien und die Schweiz bereist hatte, auf sein Stammschloß zurück, wo er sein berühmtes Werk "Les Essais de messire Michel, seigneur de M." schrieb. Er starb 13. Sept. 1592. Seine "Essais", von denen er 1580 zwei Bücher, 1588 das dritte Buch selbst veröffentlichte (in erweiterter Gestalt erschienen sie nach seinem Tod, Bordeaux 1793), gehören zu den bedeutendsten moralistischen Werken und stellen eine wahre Philosophie für "Weltleute" dar. M. wird zu den besten Schriftstellern Frankreichs gezählt; doch ist sein Stil weder korrekt noch eigentlich edel, wohl aber einfach, lebhaft und kraftvoll. Als Philosoph war er in theoretischer Hinsicht dem Skeptizismus ergeben (daher seine Devise: Que sais-je?), in praktischer dem Epikureismus. Seine Ansichten von der Welt und der Menschheit stellte er in seinem Hauptwerk, vermischt mit interessanten Reflexionen über sich selbst, verbunden auch mit frivolen Derbheiten, dar. Von seinen "Essais" gibt es zahllose Ausgaben; von den neuern sind hervorzuheben die von Leclerc (1826-27, 5 Bde.; 1865-66, 4 Bde.), Courbet und Royer (Par. 1873 ff., 6 Bde.), von Motheau u. Jouaust (1886-88, 7 Bde.), von Dezeimeris und Barckhausen (Bordeaux 1874, 2 Bde.). Eine deutsche Übersetzung gab Bode unter dem Titel: "Montaignes Gedanken und Meinungen" (Berl. 1793, 6 Bde.). Sein "Journal du voyage de Michel M. en Italie, par la Suisse et l'Allemagne" ward durch Guerlon (Par. 1774) veröffentlicht. Vgl. Alph. Grün, La vie publique de Michel M. (Par. 1855); Payen, Documents inédits sur M. (das. 1847, neue Folge 1856); Malvezin, Michel de M., son origine, sa famille (das. 1874); Léveaux, Études sur les Essais de M. (das. 1870); Voizard, Étude sur la langue de M. (das. 1885); Réaume, Rabelais et M. pédagogues (das. 1886).

Montaigu (spr. mongtägüh), Ort im franz. Departement Vendée, Arrondissement Roche sur Yon, an der Eisenbahn Nantes-Coutras, mit (1881) 1731 Einw., Hammelzucht und Branntweinbrennerei. Hier 21. Sept. 1793 Sieg der Vendéer unter Charette über die Republikaner unter Beysser.