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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Montgomeryshire; Month; Monthermé; Monthey; Montholon; Monthyon; Monti

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Montgomeryshire - Monti.

(neue Ausg. in 1 Band 1875). Vgl. Holland und Everett, Memoirs of the life and writings of J. M. (Lond. 1855-56, 7 Bde.); Marrat, M., christian, poet and philanthropist (1879).

3) Robert, engl. religiöser Dichter, geb. 1807 zu Bath, gest. 3. Dez. 1855 als Pfarrer in Brighton. Seine Gedichte, unter denen "Satan" (1830), "The Messiah" (1832), "Luther" (1842) die vorzüglichsten sind, erschienen gesammelt London 1853. Am verbreitetsten wurde seine Jugenddichtung "The omnipresence of the deity" (Lond. 1828, 26. Aufl. 1857), trotz der scharfen Kritik, der sie Macaulay in der "Edinburgh Review" (1842) unterzog.

Montgomeryshire (spr. mōntgömmeri-, welsch: Maldwyn), Grafschaft im engl. Fürstentum Wales, zwischen Merioneth-, Denbigh-, Shrop-, Radnor- und Cardiganshire, umfaßt 2004 qkm (36,4 QM.) mit (1881) 65,718 Einw. Der größte Teil der Grafschaft ist mit kahlen, höchstens mit Heidekräutern bewachsenen Bergen bedeckt; die höchsten davon sind der Plinlimon (756 m hoch) im SW. und die Berwynkette (828 m hoch) im NW. Nach O. zu erweitern sich die Thäler und werden fruchtbar. Fast die ganze Grafschaft liegt im Flußgebiet des Severn; die Wye entspringt im südwestlichen Winkel derselben, der Dovey fließt nach W. in die Cardiganbai. Auch mehrere Kanäle durchschneiden das Land; der bedeutendste davon, der Montgomerykanal, fließt längs des Severn. Das Klima ist mild und gesund. Von der Oberfläche bestehen 19 Proz. aus Ackerland, 35 Proz. aus Weiden, 3½ Proz. aus Wald. An Vieh zählte man 1887: 14,899 Ackerpferde, 68,075 Rinder, 339,365 Schafe, 22,626 Schweine. Der Bergbau liefert silberhaltiges Blei, Zink und Kupfer, Bau-, Schiefer- und Mühlsteine. Die Industrie ist unbedeutend und erstreckt sich auf die Herstellung von Flanell, Gußeisen und Nägeln. - Hauptstadt ist Welshpool; früher war es Montgomery.

Month (Menth), ägypt. Gott von solarer Bedeutung, der in der Thebais und besonders in Hermonthis verehrt wurde. Er wird sperberköpfig und mit dem Diskus und zwei langen Federn auf dem Haupte dargestellt und hält in der Hand das Sichelschwert, denn er ist zugleich der Kriegsgott.

Monthermé (spr. mong-), Stadt im franz. Departement Ardennen, Arrondissement Mézières, am tief eingeschnittenen Ufer der Maas, welche hier die Semoy aufnimmt, und an der Eisenbahn von Reims nach Givet, mit einer alten Abtei (Val Dieu), (1881) 3094 Einw., Eisenwerken, Stein- und Schieferbrüchen und Holzhandel.

Monthey (spr. mongtä), Bezirkshauptort im schweizer. Kanton Wallis, an der Viège und am Eingang in das Val d'Illiez, Station der Simplonbahn (Linie Bouveret-Brieg), mit altem Felsenschloß und (1880) 2678 Einw.

Montholon (spr. mongtolóng), Charles Tristan de M., Graf von Lee, Generaladjutant des Kaisers Napoleon I., geb. 1782 zu Paris aus einer alten Juristenfamilie, zeichnete sich schon 1792 als Marineschüler am Bord der "Juno" bei dem Geschwader des Admirals Truguet während der Expedition nach Sardinien aus, trat 1798 in ein Kavallerieregiment, focht hierauf in Italien, Deutschland und Polen und wurde 1807 zum Obersten befördert. 1809 zum Kammerherrn ernannt, ward er in die unmittelbare Nähe des Kaisers gezogen und, nachdem er mehrere diplomatische Missionen ausgeführt, 1811 als bevollmächtigter Minister an den Hof des Großherzogs Ferdinand von Würzburg gesandt; 1814 wurde er Brigadegeneral, war während der Hundert Tage Generaladjutant Napoleons und folgte sodann demselben nach St. Helena. Von Napoleon mit der Vollstreckung seines Testaments und der Bewahrung eines Teils seiner Manuskripte betraut, gab er mit dem General Gourgaud die "Mémoires pour servir à l'histoire de France sous Napoléon, écrits à Ste-Hélène sous sa dictée" (Par. 1822-25, 8 Bde., 2. Aufl. 1830; auch Berl. 1822-25, 8 Bde., und zugleich deutsche Ausgabe) heraus. Da er an dem Unternehmen Ludwig Napoleons in Boulogne 1840 teilgenommen, ward er verhaftet und vom Pairshof zu 20jähriger Haft verurteilt; doch ward ihm gestattet, die Haft mit Ludwig Napoleon in Ham zu teilen. Die Februarrevolution 1848 gab ihm die Freiheit wieder, und das Departement Niedercharente wählte ihn 1849 in die Legislative. Er starb 24. Aug. 1853 in Paris. M. schrieb: "Récits de la captivité de l'empereur Napoléon à Ste-Hélène" (1846, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1846).

Monthyon, Antoine de, s. Montyon.

Monti, Vincenzo, berühmter ital. Dichter, geb. 19. Febr. 1754 zu Alfonsine bei Ravenna, studierte auf der Universität Ferrara und versuchte sich schon früh zuerst in lateinischen, sodann in italienischen Gedichten. 1778 nahm ihn der Legat zu Ferrara, Kardinal Borghese, mit nach Rom, wo der Fürst Luigi Bracchi, Neffe Pius' VI., ihn zu seinem Sekretär erwählte. Bisher hatte er sich nur an die leichtern Dichtungsgattungen gewagt; Alfieris Anwesenheit in Rom veranlaßte ihn, sich im Drama zu versuchen. Seine Tragödie "Aristodemo", die 1785 aufgeführt wurde, hatte großen Erfolg, den sie jedoch mehr ihrer schönen Diktion als dem Interesse der Handlung verdankte. Weniger Beifall fand in den folgenden Jahren die zweite: "Galeotto Manfredi". Als 1793 der französische Gesandte Hugo Basseville in Rom vom Volk ermordet wurde, schrieb M. seine berühmte "Cantica in morte di Ugo Basville", in vier Gesängen und in Terzinen, sein schönstes Gedicht und die glücklichste Nachahmung Dantes in der neuern italienischen Litteratur. Trotz seiner hier und in den satirischen Gedichten: "La Feroniade" und "La Musogonia" ausgesprochenen antirevolutionären Gesinnungen verherrlichte er nach dem Einmarsch der Franzosen das neue Regiment und wurde dafür mit der Stelle eines Sekretärs der Cisalpinischen Republik belohnt. Nach dem Einrücken der russisch-österreichischen Armee 1799 floh er nach Paris, wo er seine dritte Tragödie: "Cajo Gracco", und seine "Mascheroniana", ein Gedicht auf den Tod des berühmten Mathematikers Mascheroni, gleichfalls in Dantes Manier und in drei Gesängen, schrieb, das jedoch unvollendet blieb. Nach der Schlacht von Marengo nach Italien zurückgekehrt, wurde er Professor der Beredsamkeit anfangs zu Mailand, dann zu Pavia, wo er jedoch nur die Antrittsreden bei Eröffnung der Vorlesungen hielt. Nach der Krönung Napoleons zum König von Italien ernannte ihn dieser zu seinem Historiographen und Hofdichter, in welch letzterer Eigenschaft er außer einer großen Anzahl von Fest- und Gelegenheitsgedichten zu Ehren der kaiserlichen Familie auch den zur Verherrlichung der Napoleonischen Siege bestimmten "Bardo della Selva nera", in sieben Gesängen, schrieb, welcher indes seiner seltsamen Form wegen sowohl in als außerhalb Italiens eine sehr strenge Beurteilung erfuhr. Nach dem Sturz der Napoleonischen Dynastie brachte M. auch dem neuen Gebieter in Italien, Franz I., bereitwillig seine poetischen Huldigungen dar und blieb im Besitz seiner Pension. Aus seinen spätern