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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mosco; Mosdok; Mosel; Mosellānus; Moselweine; Mosen

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Mosco - Mosen.

Mosco (span.), Volksstamm, s. Mosquitoküste.

Mosdok, Stadt im Terekgebiet der russ. Statthalterschaft Kaukasien, links am Terek, 141 m ü. M., hat 4 griechisch-katholische, 5 armen. Kirchen sowie je eine katholische und protestantische und (1876) 8379 Einw., ein Gemisch von Kabardinern, Osseten, Tschetschenzen, Georgiern, Armeniern, welche Lichter, Seile, Leder, Ziegel und Branntwein fabrizieren und Handel mit groben Baumwoll- und Wollstoffen, Ziegelthee, Seidenzeugen u. a. treiben. In der Umgebung Seiden-, Wein- und Obstzucht. Jährlich werden zwei bedeutende Märkte für Pferde, Vieh (besonders Schafe) und Lebensmittel abgehalten. M. wurde 1759 von einem Fürsten der Kleinen Kabarda gegründet und stellte sich 1763 unter russischen Schutz.

Mosel (lat. Mosella, franz. Moselle), linker Nebenfluß des Rheins, entspringt auf der westlichen oder französischen Seite der Vogesen am Südende derselben, zwischen dem Drumont und Elsässer Belchen, in zwei Quellen, die sich bei St.-Maurice vereinigen (die südliche Hauptquelle 735 m ü. M.), fließt durch die französischen Departements Vogesen und Meurthe-et-Moselle, anfangs in nordwestlicher Richtung bis Toul, wo sie sich der Maas bis auf 15 km nähert, darauf in nordöstlicher bis Frouard und nun in fast nördlicher bis Metz und Diedenhofen. Auf dieser Strecke erreicht sie unterhalb Pont à Mousson das deutsche Gebiet, in das sie bei Novéant ganz eintritt. Von Diedenhofen ab bleibt die nordöstliche Richtung die Hauptrichtung. Von unterhalb Sierk bis Wasserbillig bildet sie die Grenze zwischen Rheinpreußen und Luxemburg; bei Koblenz erreicht sie (58 m ü. M.) den Rhein. Anfangs fließt die M. zwischen felsigen Höhen in feuchtem Wiesengrund bis Epinal, wo sie aus den Vogesen in die Hochebene von Lothringen tritt, die Thalseiten aber meist noch steil bleiben. Von Metz bis Diedenhofen treten die Höhen am linken Ufer mehr zurück, und die fruchtbaren Thalgründe sind mit Wiesen und Äckern angefüllt. Von Sierk ab bis zur Mündung ist aber das Flußthal größtenteils wieder von steilen und felsigen Höhen eingeschlossen. Die bedeutendsten Städte an der M. sind in Frankreich: Remiremont, Epinal, Toul und Pont a Mousson, in Deutschland: Metz, Diedenhofen, Trier und Koblenz. Ihre wichtigsten Nebenflüsse sind: die Moselotte, Meurthe und Seille rechts, der Madon, die Orne und Sauer links; ferner die wichtige Saar rechts, die Kyll, Lieser, Alf und Elz links. Die vollständige Stromentwickelung der M. beträgt 505 km, die direkte Entfernung der Quelle von der Mündung nur 278 km. Schiffbar ist die M. für kleine Fahrzeuge von Frouard an (344 km weit). Zur Hebung der Schiffahrt ist oberhalb Metz bis zur Grenze der Moselkanal erbaut worden. Auf der Strecke von Trier bis Koblenz ist die Schiffahrt wegen der vielen Krümmungen langwierig; ohne diese Krümmungen wäre sie jedoch sehr problematisch, da dieselben dem Fluß das Wasser erhalten und so die Bergfahrt gestatten. Die Moselkähne (Traubertenkähne und Bohrnachen) sind sehr stark gebaut, haben glatte, enge Böden, sind vorn spitz und hinten rund, gewöhnlich 25 m lang, 6 m breit und tragen 400-500 metr. Ztr. Die Dampfschiffahrt auf der M. abwärts Trier wird von zwei Gesellschaften unterhalten und besteht seit 1840; die Versuche auf der Strecke Metz-Trier hatten wegen des geringen Wasserstandes keinen dauernden Erfolg. Die untern Stromufer sind zum Teil mit Wein bepflanzt und erzeugen die geschätzten Moselweine (s. d.). Vgl. Schlichting, Die Kanalisation der M. (Berl. 1875); "Führer an der M. etc." (3. Aufl., Trier 1883); Rutsch, Wanderungen durch die Thäler der M., Ahr und Nahe (das. 1879); Hocker, Des Mosellandes Geschichten, Sagen und Legenden (Trier 1852).

Das ehemalige franz. Departement M. (5468 qkm groß, mit 452,157 Einw.) bestand aus dem Ländchen Messin ("Gebiet von Metz"), einem Teil des Herzogtums Lothringen und Bar und einem Teil der drei Bistümer Metz, Toul und Verdun und hatte Metz zur Hauptstadt. Es ging infolge des Kriegs von 1870/71 aber beinahe vollständig an Deutschland über, und der Rest ward mit dem bei Frankreich verbliebenen Teil des Departements Meurthe zu dem neuen Departement Meurthe-et-Moselle vereinigt.

Mosellānus, Petrus, eigentlich Schade, gelehrter Humanist, geb. 1493 zu Bruttig an der Mosel im Trierschen (daher auch Protegensis), studierte seit 1512 in Köln und Leipzig, wirkte von 1517 an in letzterer Stadt als Professor der griechischen und lateinischen Sprache; starb 19. April 1524 daselbst. M. entwickelte eine bedeutende Lehrthätigkeit; Camerarius, Cruciger, Trotzendorf sind seine Schüler. Mit den Häuptern des Humanismus, Reuchlin, Erasmus, Hutten, Mutian u. a., stand er in regem Verkehr. Der Reformation gegenüber nahm er eine abwartende Stellung ein; Melanchthon war bei seinem Tod zugegen. Vgl. O. G. Schmidt, Petrus M. (Leipz. 1867).

Moselweine, Weine, welche im Moselgebiet, besonders von Trier bis Kochem, in geringerer Qualität noch bis Koblenz (um Winningen) gebaut werden. Die durchschnittliche jährliche Produktion beziffert sich auf 165,000 hl. Man produziert fast nur Weißweine, die stets sehr hell mit grünlichgelbem Farbenschimmer, etwas leicht, frisch, kühlend, sehr trocken und mit nur wenig Feuer, aber einem außerordentlich milden und lieblichen Aroma begabt sind. Sie besitzen mehr Säure als die Rheinweine, sind aber gesund und wohlschmeckend. Man erkennt sie an einem ganz eigentümlich leisen, aber unverkennbaren Erdgeschmack. Gewöhnlich halten sie sich nicht über 10-12 Jahre. In gewöhnlichen Jahren, wo die spät reifende Rieslingtraube nicht zu völliger Reife gelangt, wird vielfach gallisiert. Die ganz geringen Sorten werden vielfach nach Frankreich exportiert, nachdem sie einen Alkoholzusatz bis 16 Proz. erhalten haben. Die roten M. sind bis auf kleine Quantitäten verschwunden. Auch im Großherzogtum Luxemburg (Varmeldinger) und an der Obermosel, namentlich bei Metz und Château-Salins an der Seille, werden leichte Weine gebaut. Zu den Moselweinen erster Klasse gehören Grünhäuser, Thiergärtner und Avelsbacher bei Trier, Pisport, Neuberg und Oligsberg bei Wintrich, Brauneberg bei Dusemond, Elisenberg bei Mülheim, Bernkastel: Doktor, Lay, Steinkaul, Olk, ferner Graach mit dem Josephshof, Wehlen, Zeltingen, Ürzig, Trarbach, Enkirch (Stephansberg), Poltersdorf (Rüberberg), Kobern, Winningen etc. Moselblümchen, Muskateller Mosel etc. sind willkürliche Bezeichnungen für mit Holunderblüten gewürzte M. Geschätzt ist auch der moussierende Moselwein, der besonders in Koblenz und Zell fabriziert wird. Den Moselweinen entsprechen ziemlich die Saarweine (durchschnittliche jährliche Produktion 18,000 hl), welche auch unter deren Namen in den Handel kommen, aber mehr Körper und Feuer haben und in guten Jahrgängen auch hoch aromatisch sind. Die besten Saarweine sind der Wiltinger (Scharzhofsberger, Scharzberger) und der Bockstein.

Mosen, Julius, Dichter, geb. 8. Juli 1803 zu Marieney im sächs. Vogtland, aus einer ursprüng-^[folgende Seite]