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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mücke; Mücken

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Mücke - Mücken.

chus, wandte sich aber später von dessen Sache ab und wird als derjenige bezeichnet, der den Ruhm der Rechtsgelehrsamkeit in seiner Familie begründete. - 2) Quintus M. Scävola, Vetter des vorigen und, weil er diese Priesterwürde bekleidete, gewöhnlich Augur zubenannt, war 117 Konsul und galt ebenfalls für einen ausgezeichneten Rechtsgelehrten. Ihm wurde Cicero von seinem Vater zugeführt, um sich an seinem Beispiel und seiner Lehre zu bilden. - 3) Quintus M. Scävola, Sohn von M. 1), von dem vorigen nur durch den Namen seines Vaters und durch die Bezeichnung als Pontifex maximus unterschieden, war 95 Konsul und hatte vorher die Provinz Asien so ausgezeichnet verwaltet, daß ihm zu Ehren daselbst ein besonderes Fest, Mucia genannt, gefeiert wurde. Er war der erste, der das Zivilrecht in einem Werk von 18 Büchern in ein System brachte. Er wurde in dem Bürgerkrieg zwischen Sulla und Marius 83 auf Befehl des jüngern Marius ermordet.

Mücke, Heinrich, Maler, geb. 9. April 1806 zu Breslau, bildete sich seit 1824 auf der Berliner Akademie bei Schadow, dem er 1826 nach Düsseldorf folgte. Im Auftrag des Grafen Spee schmückte er das nahe Schloß Heltorf mit einem Freskencyklus aus Friedrich Barbarossas Leben und schuf auch mehrere Ölgemälde. Nach einer Studienreise nach Italien und Sizilien 1833 führte er zahlreiche religiöse und geschichtliche Bilder sowie auch Illustrationen zu Prachtwerken aus. Seine Hauptwerke sind: die heil. Katharina, von Engeln auf den Berg Sinai getragen (1836, Berliner Nationalgalerie); die heil. Elisabeth, Almosen spendend (1841, ebenda); Dante, die Göttliche Komödie vorlesend; Maria mit dem Jesuskind und David, Johannes dem Täufer und St. Aloysius (Freskobild für die Andreaskirche in Düsseldorf); die Erstürmung Jerusalems durch Gottfried von Bouillon; die Einführung des Christentums im Wupperthal (Freskofries im Rathaus zu Elberfeld); die Krönung Mariä (Altarbild in Frauenwaldau i. Schl., 1847); St. Adalbert (Altarbild für den Bischof von Ermeland in Frauenburg, 1851); der Cyklus aus dem Leben des heil. Meinhard, Grafen von Zollern (in Sigmaringen über dem Grab des Prinzen Anton von Hohenzollern); Christus am Kreuz (großes Altarbild in Marienbad); der gute Hirt (Altarbild in Kaiserswerth); Lurlei; Ecce homo u. a. Daneben lieferte er noch viele Aquarelle und Zeichnungen, von denen besonders ein Fries hervorzuheben ist, der Sage, Geschichte und Volksleben des Rheins von den Quellen bis zur Mündung schildert. Von 1844 bis 1868 war M., ein Vertreter der ältern Düsseldorfer Romantik, Lehrer der Anatomie an der Düsseldorfer Akademie. 1848 erhielt er den Professortitel.

Mücken (Schnaken, Tipulariae Latr.), Familie aus der Ordnung der Zweiflügler, zart gebaute, oft sehr kleine Tiere mit schnur- oder borstenförmigen, beim Männchen nicht selten langfiederhaarigen Fühlern, hervorgestreckten oder hängenden, vier- bis fünfgliederigen Tastern, meist kurzem, dickem, fleischigem Rüssel, langen, fadenförmigen Beinen und langen, schmalen, oft dicht behaarten Flügeln. Von den zahlreichen Arten (in Europa gegen 1000) treten manche in ungeheuern Massen auf, erscheinen in ihren Schwärmen wie Rauchsäulen über Bäumen oder Türmen und bedecken die Ufer von Gewässern zuweilen meterhoch. Manche Arten, deren Weibchen Blut saugen (die Männchen stechen nie), wie M., Moskitos, werden dadurch zur Landplage (Abbildung der Mundteile der M. s. Insekten, S. 976). Die Larven leben meist in Vegetabilien und können dann sehr schädlich werden, oder im Wasser, und im letzten Fall schwimmen die Puppen mit Nacken- oder Schwanzkiemen lebhaft. Von der gemeinen Stechmücke (Culex pipiens L.) und der größern geringelten Stechmücke (C. annulatus Fab., s. Tafel "Zweiflügler"), mit fünf Punkten auf den Flügeln, weiß geringeltem Hinterleib und Beinen, deren Männchen bei beiden Arten an den langbehaarten Tastern und Fühlern kenntlich sind, leben die Larven im Wasser, nähren sich von allerlei sich zersetzenden Substanzen und hängen mit den Atemröhren, die am vorletzten Leibesring entspringen, den Kopf nach unten gerichtet, an der Oberfläche. Auch die beweglichen Puppen hängen mit den am Thorax befindlichen Atemröhren an der Oberfläche des Wassers und liefern nach acht Tagen das geschlechtsreife Insekt, dessen Rüssel lang, fadenförmig und hornig ist. Das Weibchen legt etwa 300 zusammenklebende, schwimmende Eier ins Wasser, und aus diesen schlüpfen in 4-5 Wochen wieder fortpflanzungsfähige M. aus. Die befruchteten Weibchen der letzten Generation überwintern in Kellern etc. Mehrere Arten sind in den Tropen als Moskitos verrufen. Von dem brennenden Jucken des Mückenstichs befreit am besten Betupfen mit Ammoniak (Salmiakgeist). Alle übrigen M. besitzen einen kurzen, dicken, fleischigen Rüssel, mit welchem sie nicht stechen können. Die größten M. sind die Schnaken oder Bachmücken (Tipula L.), die durch ihren langen Hinterleib und ihre sehr langen Beine auffallen, auf Wiesen, Gebüsch oder an Baumstämmen leben und ihre Eier einzeln in lockere Erde legen. Die Larven nähren sich von abgestorbenen Pflanzenstoffen, einige benagen aber auch junge Wurzeln und werden dadurch schädlich. Sie überwintern und verpuppen sich im nächsten Frühjahr. Die Heerwurm-Trauermücke (Sciara militaris Klg., s. Tafel "Zweiflügler"), 4,5 mm lang, überall, auch an den Flügeln fein behaart, am Körper und an den Flügeln schwarz, an den Füßen pechbraun, an den Verbindungsstellen der Glieder des Hinterleibs gelb, findet sich sehr häufig, und ihre Larven unternehmen bisweilen vor der Verpuppung in zahlloser Menge Wanderungen, wobei sie, dicht aneinander gedrängt und durch ihre schleimige Körperoberfläche zusammengehalten, das Bild eines 3-4 m langen, bis handbreiten und etwa daumendicken Bandes darbieten. Diese Erscheinung erregte seit dem 17. Jahrh. Aufmerksamkeit und war als Heerwurm (Kriegswurm, Wurmdrache) Gegenstand vieler Fabeleien. Erst Beling stellte 1868 fest, daß die unter feuchter Laubschicht aus den Eiern geschlüpften und von verwesendem Laub sich nährenden Larven die Wanderung antreten, um passende Weideplätze zu finden. Nach 8-12 Wochen verpuppen sie sich, und nach 8-12 Tagen schlüpfen die M. aus, welche nur drei Tage leben. Die Eier (je 100 Stück von einem Weibchen) überwintern unter dem Laub, und im Mai erscheinen die 7 mm langen, bleichen, durchscheinenden, schwarzköpfigen Larven. Über den Heerwurm vgl. die Schriften von Bechstein (Nürnb. 1851), Berthold (Götting. 1854) und Beling (im "Zoologischen Garten", Bd. 9, 10). Die Larven andrer Trauermücken leben in Birnen, und in Louisiana tritt eine Art stets zur Zeit, wo das gelbe Fieber herrscht, in großer Menge auf (daher Yellow fever fly). Die Gnitzen oder Kriebelmücken (Simulia Meig.) sind sehr klein, bucklig, mit kurzen, gedrungenen Fühlern, derben Beinen und breiten, milchig getrübten Flügeln; sie treten scharenweise auf, und die Weibchen stechen und nähren sich von