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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mugelig - Mühlbach.

Fetwa-Emini, der seine Frage in die gesetzliche Form kleidet und niederschreibt. Die Antwort auf eine solche Frage ist das Fetwa. Die Beantwortung der Frage erfolgt nach dem Scheri (s. d.) und, wenn dieser keine Auskunft gibt, nach der "Sammlung der Fetwas", welche in der Bibliothek der Aja Sofia niedergelegt ist. In den Provinzen hat der Kadi den Vorrang vor dem M., obgleich der M. der Hauptstadt (Großmufti, Scheich ul Islam) das Haupt aller Ulemas ist. Vgl. Scheich ul Islam.

Mugelig, s. En cabochon.

Mügeln, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Oschatz, an der Döllnitz und der Linie Döbeln-Oschatz der Sächsischen Staatsbahn, hat eine alte, restaurierte Kirche, ein Schloß (Ruhethal), ein Amtsgericht, Schuhwarenfabrikation und (1885) 2463 evang. Einwohner.

Mügge, Theodor, Roman- und Reiseschriftsteller, geb. 8. Nov. 1806 zu Berlin, war zuerst Kaufmann, dann kurze Zeit Soldat, studierte darauf seit 1826 in Berlin Naturwissenschaften, Geschichte und Philosophie und widmete sich schließlich ganz der Litteratur, indem er zugleich Mitarbeiter an mehreren politischen Journalen wurde. 1848 war er an der Gründung der Berliner "Nationalzeitung" beteiligt, deren Feuilleton er eine Zeitlang redigierte. Er starb 18. Febr. 1861 in Berlin. Am bekanntesten machte er sich durch seine zahlreichen Romane und Novellen, die sich durchgängig durch Reichtum der Erfindung, durchdachte Behandlung des Stoffes und leichte und gefällige Darstellung auszeichnen. Wir erwähnen als die vorzüglichsten: "Der Chevalier" (Leipz. 1835); "Die Vendéerin" (Berl. 1837); "Toussaint" (Stuttg. 1840); "Der Vogt von Sylt" (Berl. 1851); "Der Majoratsherr" (das. 1853); "Afraja" (Frankf. 1854); "Erich Randal" (das. 1856); "Der Prophet" (Leipz. 1860) und die letzte Novellensammlung: "Leben und Lieben in Norwegen" (Frankf. 1858). Wie die Romane mit dem Hintergrund nordischen Lebens Mügges beste poetische Leistungen waren, so ragten auch unter seinen Reisebildern die Schilderungen aus dem Norden, wie: "Skizzen aus dem Norden" (Hannov. 1844, 2 Bde.), "Streifzüge in Schleswig-Holstein" (Frankf. 1846, 2 Bde.) und "Nordisches Bilderbuch. Reisebilder" (das. 1858; 3. Aufl., Bresl. 1862), hervor, und bei glücklicher Auffassung der geographischen und ethnographischen Eigentümlichkeiten der durchstreiften Länder werden darin auch die politischen Verhältnisse mit Sachkenntnis besprochen. Gesammelt erschienen seine Romane in 33 Bänden (Berl. 1862-67, teilweise in neuen Auflagen).

Müggelsee, s. Spree.

Muggendorf, Flecken und Luftkurort im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Ebermannstadt, in der Fränkischen Schweiz und an der Wiesent, 304 m ü. M., hat eine evang. Kirche, eine Molkenkur- und Kaltwasserheilanstalt, ein Fichtennadelbad und 400 evang. Einwohner. M. ist besonders berühmt durch die hier und in der nächsten Umgegend im Fränkischen Jura befindlichen Tropfsteinhöhlen (Muggendorfer Höhlen), deren man bereits 24 kennt. Die wichtigsten derselben sind: die Rosenmüllershöhle bei M.; die schwer zugängliche Kappshöhle; die durch die Untersuchungen von Esper (1771), Rosenmüller, Cuvier, Goldfuß etc. berühmt gewordene Gailenreuther oder Zoolithenhöhle bei Burggailenreuth, aus vier Stockwerken und vielen Kammern bestehend, welche mit Überresten vorweltlicher Tiere (Bären, Hyänen, Wölfe) angefüllt sind; die erst 1832 entdeckte Sophien- oder Rabensteiner Höhle bei Schloß Rabenstein, die sehenswerteste unter allen und leicht zugänglich. In der Nähe merkwürdige Felsgruppen (Riesenburg, Rabenecker Thal u. a.). Vgl. Heller, M. und seine Umgegend (2. Aufl., Bamb. 1842); Kraußold und Brock, Geschichte der fränk. Schweiz (Nürnb. 1837).

Muggensturm, Flecken im bad. Kreis Baden, an der Linie Mannheim-Konstanz der Badischen Staatsbahn, hat ein Schloß, Hadernschneiderei, Torfstich, berühmte Obstbaumschulen und (1885) 1990 meist kath. Einwohner. Hier 29. Juni 1849 Gefecht zwischen den Preußen und badischen Insurgenten.

Muggia (spr. múddscha), Stadt im österreichisch-illyr. Küstenland, Bezirkshauptmannschaft Capo d'Istria, am Golf von Triest, mit einem Bergschloß (Alt.-M.), einem Stadthaus aus der Zeit der venezianischen Herrschaft, einem befestigten Hafen, Zollamt, mehreren Schiffswerften, darunter die große Schiffbauanstalt San Rocco des Stabilimento tecnico Triestino (insbesondere für Kriegsschiffe), Steinbrüchen und (1880) 2749 (Gemeinde 6662) Einw., die hauptsächlich Weinbau, Fischerei und Schiffbau treiben.

Muggio, Valle di (spr. múddscho), Thal im schweizer. Kanton Tessin, von der Breggia durchflossen, welche bei Balerna-Chiasso umwendet und in den Comersee sich ergießt, wird von mehreren Gemeinden bewohnt und ist fruchtbar an Obst, Wein, Kastanien etc. Über dem obern Teil erhebt sich der Monte Generoso (s. d.). Vor der Thalpforte passiert seit Ende 1874 die Eisenbahn, ein Zweig der zur Gotthardbahn gehörigen tessinischen Thallinie (Lugano-Chiasso).

Mūgil, Meeräsche.

Müglitz, linker Nebenfluß der Elbe, entsteht in der Nähe von Lauenstein auf der sächsisch-böhm. Grenze, durchfließt den westlichen Teil der Sächsischen Schweiz und mündet unweit Mügeln.

Müglitz (tschech. Mohelnice), Stadt in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Hohenstadt, an der Eisenbahn von Böhmisch-Trübau nach Olmütz, Sitz eines Bezirksgerichts, mit Graphitbergbau, Zucker-, Stärke- und Lederfabrik und (1880) 4544 Einw.

Muhammed, s. Mohammed.

Muharrem (arab.), der erste Monat des mohammedan. Mondjahrs; bei den Schiiten der Monat der Buße und Trauer, zum Gedächtnis an den Tod ihres Nationalheiligen, des Imams Husein (s. d.).

Mühl (Große und Kleine M.), Flüsse in Oberösterreich, welche im Böhmerwald entspringen und der Donau links zufließen. Der Schwarzenbergsche Schwemmkanal verbindet die Große M. mit der Moldau. Nach der M. war der frühere oberösterreichische Mühlkreis benannt.

Mühlbach, 1) Marktflecken in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Brixen, am Eingang in das Pusterthal, an der Mündung des Valserbachs in die Rienz und an der Eisenbahn Franzensfeste-Villach gelegen, besuchter Sommeraufenthalt, mit einer gotischen Kirche und (1880) 565 Einw. Dabei die Mühlbacher Klause mit Trümmern der 1809 von den Franzosen gesprengten Befestigungswerke. Auf der Hochfläche zwischen Franzensfeste und M. liegt das durch blutige Gefechte zwischen den Tirolern und Franzosen 1797 bekannte Dorf Spinges. Jenseit der Rienz, 4 km von M., das restaurierte Schloß Rodeneck. - 2) (ungar. Szász-Sebes) Stadt im ungar. Komitat Hermannstadt (Siebenbürgen), mit evangelischer gotischer Kirche (einem der ältesten und schönsten Baudenkmäler Siebenbürgens), Franziskanerkloster (1881) 6244 meist rumänischen und sächs. Einwohnern, Tuchweberei, Feld- und Weinbau, evangelischem Unter-^[folgende Seite]