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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nase; Naseby; Näseln; Nasenaffe; Nasenbär; Nasenbein; Nasenbluten

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Nase - Nasenbluten.

Raubtieren, weniger bei den Affen und beim Menschen, ganz unterdrückt bei den Walen, die wahrscheinlich nicht riechen können.

An der N. des Menschen (s. Tafel "Mundhöhle etc.", Fig. 2 u. 7) unterscheidet man anatomisch die im Gesicht hervorragende äußere und die von der Nasenhöhle samt der sie auskleidenden Haut gebildete innere N. Von der erstern besitzt nur der obere Teil eine knöcherne Grundlage: die beiden Nasenknochen (s. Tafel "Skelett des Menschen II", Fig. 1), welche sich an das Mittelstück des Stirnbeins ansetzen, und die Nasen- oder Stirnfortsätze der beiden Oberkieferknochen, welche zu beiden Seiten der Nasenbeine liegen; der untere, bewegliche Teil hingegen besteht nur aus mehreren Knorpelstücken. Nach außen von den Knochen und Knorpeln liegen einige kleine Muskeln, welche die Form der N. verändern können, und darüber die Haut, die sich durch ihren Reichtum an Talgdrüsen auszeichnet und an den Nasenlöchern, aus denen besonders bei ältern Männern kurze und steife Haare hervorragen, in die Schleimhaut der Nasenhöhle (s. Tafel "Mundhöhle, Nasenhöhle etc.", Fig. 7) übergeht. Die äußere N. steht übrigens nur selten vollkommen symmetrisch, meist weicht sie nach links ab. Die Nasenhöhle wird durch die teils knöcherne, teils knorpelige Nasenscheidewand in zwei seitliche Hälften zerlegt und trägt jederseits in ihrer äußern Wandung drei leistenartige Vorsprünge, die Nasenmuscheln, von denen die beiden obern dem Siebbein angehören, während die untere von einem besondern Knochen gebildet wird. Die zwischen ihnen bleibenden gewundenen Teile des Hohlraums, die Nasengänge, stehen mit den Höhlen in den umliegenden Knochen (Stirnbein- und Oberkieferhöhle, Siebbein- und Keilbeinzellen) in Verbindung, so daß der in ihnen abgesonderte Schleim durch die N. nach außen entleert werden kann. Die Schleimhaut der Nasenhöhle selbst ist im allgemeinen lebhaft rosenrot und reich an Gefäßen und Nerven sowie an Schleimdrüsen. Die Geruchsregion oder Riechgegend (regio olfactoria) nimmt nur den obersten Teil der Nasenscheidewand und die obern Nasenmuscheln ein. Hier ist die Schleimhaut dicker, im Leben gelblich gefärbt und wird von einer einzigen Lage Zellen überzogen, die teils gewöhnliche Cylinderzellen, teils sogen. Riechzellen sind. Letztere sind auf ihrer freien, dem Raum der Nasenhöhle zugewandten Seite mit einem stäbchenförmigen Fortsatz versehen und stehen auf der andern Seite mit einer feinen Nervenfaser, die vom Riechnerv herstammt, in Verbindung. Dieser selbst (nervus olfactorius) kommt aus dem vordersten Teil des Gehirns (s. d.) und teilt sich auf einmal in eine große Anzahl feinerer Zweige, welche durch ebenso viele Löcher in der Siebplatte (Fig. 2) des Sieb- oder Riechbeins in die Nasenhöhle eintreten und sich in der ganzen Riechgegend verbreiten. Die Atmungsgegend (regio respiratoria), der größere untere Teil der Nasenhöhle, wird von einer Schleimhaut mit Flimmerzellen ausgekleidet und nicht vom Riechnerv, sondern vom fünften Hirnnerv (dem Trigeminus) versorgt.

Von den Krankheiten der äußern N. sind am wichtigsten der Lupus (s. d.) und der sogen. Kupferausschlag (s. d.). Das Einfallen der äußern N., wobei schließlich die Gegend zwischen den Augen ganz flach wird und nur durch die kleinen, aufrecht gestellten Nasenlöcher unterbrochen erscheint, ist fast immer eine Folge syphilitischer Zerstörung der innern N., besonders syphilitischer Knochenvereiterungen. Man hat den Defekt durch Bildung einer künstlichen N. auf operativem Weg aus der Haut der Stirn etc. zu ersetzen gesucht, doch pflegt die neugebildete N. meistens von sehr problematischer Schönheit zu sein. Von den Krankheiten der innern N. ist vor allen zu nennen der Katarrh der Nasenschleimhaut oder der Schnupfen (s. d.). Auch geschwürige Zerstörung der Nasenschleimhaut mit gleichartiger Erkrankung der darunterliegenden Knochen ist nicht eben selten und stets mit einem Abgang stinkender Flüssigkeit aus der N. verbunden (Ozäna). Über Nasenbluten und Nasenpolypen s. diese Artikel. Vgl. Scheff, Krankheiten der N. (Berl. 1886).

Nase, in der Architektur Bezeichnung für die vorspringenden Spitzen an den Rippen des gotischen Maßwerks und an den Bogen, besonders an den Kleeblatt- und Fächerbogen (s. Abbildung); auch s. v. w. Abwässerung, vorspringende horizontale oder geneigte Platten oder Simsglieder, welche das Regenwasser zum Abtropfen bringen, so daß es nicht an der Mauer herabrinnen kann (daher Wassernase). - Auch der an der Unterseite der Dachziegel befindliche Ansatz, mit welchem die Ziegel auf die Dachlatten aufgehängt werden, heißt N.

^[Abb.: Nase.]

Naseby (spr. nehs'bĭ), Dorf in der engl. Grafschaft Northampton, berühmt durch den entscheidenden Sieg der Parlamentstruppen unter Cromwell über Karl I. 14. Juni 1645.

Näseln, s. Sprache.

Nasenaffe, s. v. w. Lori.

Nasenbär (Rüsselbär, Nasua Stoor), Säugetiergattung aus der Ordnung der Raubtiere und der Familie der Bären (Ursidae), schlank gebaute Tiere mit fast marderähnlichem Leib, kurzem Hals, langem, spitzem Kopf, rüsselartig verlängerter Nase, kurzen, abgerundeten Ohren, dicht behaartem, körperlangem Schwanz, kurzen, kräftigen, breittatzigen Beinen, fünf fast ganz verwachsenen Zehen mit langen, spitzen Krallen und nackten Sohlen. Der Cuati (N. narica Tschudi) ist 55 cm lang, mit 45 cm langem Schwanz, und 29 cm hoch, mit dichtem, langem Haar, auf der Oberseite rot graubraun, auf der Unterseite gelblich, an Stirn und Scheitel gelblichgrau, an den Lippen weiß, um das Auge weiß gefleckt; der Schwanz ist braungelb und schwarzbraun geringelt. Er lebt in Ostbrasilien und wird in Nordbrasilien durch eine ähnliche Art, den Weißrüsselbären (N. leucorhyncha Tschudi), vertreten. Die Nasenbären sind in Brasilien sehr häufig, leben gesellig, und nur das Männchen sondert sich in einem bestimmten Alter von dem Trupp ab und lebt außer der Paarungszeit einsiedlerisch. Sie sind Tagtiere, nähren sich von allem Genießbaren des Tier- und Pflanzenreichs und klettern viel auf Bäumen umher, wo sie sich behender und geschickter zeigen als auf dem Boden. Das Weibchen wirft 3-5 Junge, welche dem Trupp sehr bald folgen. Das Fleisch ist wohlschmeckend, und aus dem Fell verfertigen die Indianer Beutel. Man hält den Nasenbären auch häufig gefangen, er wird sehr zahm und pflanzt sich auch fort.

Nasenbein, s. Schädel.

Nasenbluten (Epistaxis), entweder Folge äußerer mechanischer Wirkung (Stoß oder Schlag) auf die Nase u. dann ohne besondere Bedeutung; oder es entsteht bei heftigen Aufregungen mit gleichzeitiger Rötung des Gesichts und Herzklopfen, bei manchen Individuen, welche an Herzfehlern leiden, selbst bei geringen Anlässen, nach dem Genuß von starkem Wein, Grog, Thee, Kaffee oft so heftig, daß es bedrohliche