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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Naucrates; Naud.; Naudet; Naue; Nauen; Naugard; Nauheim; Naukrarīen; Naukrătis; Naukydes; Naum.; Naumachīe

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Naucrates - Naumachie.

Naucrates, Pilot (Fisch).

Naud., bei botan. Namen Abkürzung für C. Naudin, geb. 1815 zu Autun, Professor der Botanik in Paris. Solaneen, Melastomaceen.

Naudet (spr. nodä), Joseph, franz. Gelehrter, geb. 8. Dez. 1786 zu Paris, wurde 1816 Oberlehrer an der Normalschule, erhielt 1821 die Professur der lateinischen Poesie am Collège de France und fungierte von 1830 bis 1840 als Generalinspektor des öffentlichen Unterrichts. 1840 wurde er zum Direktor der königlichen Bibliothek ernannt; 1860 trat er in den Ruhestand. Er starb als Großoffizier der Ehrenlegion und (seit 1817) Mitglied der Akademie der Inschriften 16. Aug. 1878. Von seinen zahlreichen Schriften sind zu nennen: "Histoire de la guerre des esclaves en Sicile" (1807); "Histoire de l'établissement, des progrès et de la décadence de la monarchie des Goths en Italie" (vom Institut gekrönt, 1811); "Essai de rhétorique" (1813); "Conjuration d'Étienne Marcel contre l'autorité royale" (1815); "Histoire des changements opérés dans toutes les parties de l'administration de l'Empire Romain depuis Dioclétien jusqu'à Julien" (preisgekrönt, 1817, 2. Bde.); "De l'administration des postes chez les Romains" (1863); "De la noblesse et des récompenses d'honneur chez les Romains" (1863) u. a.

Naue, Julius, Maler, geb. 17. Juni 1835 zu Köthen, bildete sich anfangs in Nürnberg bei Kreling und war 1861-66 Schüler von M. v. Schwind in München. Unter dessen Leitung malte er 1862 eine Verkündigung Mariä; 1864 die nordische Sage (Aquarell); 1865 den Krötenring; 1865-67 das Märchen vom Kaiser Heinrich I. und der Prinzessin Ilse, einen Cyklus in Aquarell; 1868 acht große Fresken: Germania, Roma, Alarich, Geiserich, Chlodwig, Alboin, Odoaker und Theodorich, für eine Privatvilla bei Lindau. In den Jahren 1869-71 zeichnete er 15 große Kartons zur Geschichte der Völkerwanderung (in Lichtdruck vervielfältigt). 1872-73 entstand ein Prometheus-Cyklus in Aquarell, 1873-74 malte er im Ballsaal des Römischen Hauses zu Leipzig Schwinds Aschenbrödel in Wachsfarben und verlebte den Winter 1874 in Rom. Von 1875 bis 1877 führte er in einem Privathaus in Hamburg einen Freskencyklus: das Schicksal der Götter nach der deutschen Heldensage, und 1879 in einem Schloß in Mecklenburg sieben Temperabilder aus dem Epos "Helgi und Sigrun" aus. Er hat auch radiert und Zeichnungen für den Holzschnitt nach Schwind gefertigt und erhielt infolge seines Werkes "Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee" (Stuttg. 1887) von der Universität Tübingen die Doktorwürde.

Nauen, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Osthavelland, an dem Havelländischen Luch und der Linie Berlin-Buchholz der Preußischen Staatsbahn, 34 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Realprogymnasium, ein Amtsgericht, Zigarren- und Kupferwarenfabrikation, Bierbrauerei, Handelsgärtnerei, bedeutende Landwirtschaft und (1885) 7498 meist evang. Einwohner. N., zuerst 1186 erwähnt, erhielt 1292 Stadtrechte.

Naugard, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Stettin, an der Eisenbahn Altdamm-Kolberg, hat eine Straf- und Besserungsanstalt, 2 Rettungshäuser, ein Amtsgericht und (1885) 4766 meist evang. Einwohner.

Nauheim (Bad-N.), Stadt in der hess. Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg, am Ostfuß des Taunus, an der Use und der Linie Kassel-Frankfurt a. M. der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht, eine uralte Saline, ein sehr schönes Kurhaus, Fabrikation feuerfester Steine und doppeltkohlensaurer Magnesia und (1880) 2614 meist evang. Einwohner. - Bohrungen, seit 1823 zur Erzielung einer reichhaltigern Sole angestellt, brachten die vorzüglichsten Solquellen mit reichem Kohlensäuregehalt von 29-34° C. zu Tage. Es erfolgte 1834 die Gründung der Badeanstalt, welche den Vorteil bietet, daß die Bäder in natürlicher Wärme genommen werden können. Zum Trinken benutzt man den Kurbrunnen, die Ludwigsquelle und den Karlsbrunnen, zu Gasbädern den Kleinen Sprudel, zu Solbädern den Großen Sprudel und den Friedrich Wilhelms-Sprudel (30-34° C.) und zwar hauptsächlich gegen Rheumatismus, Rückenmarksleiden, Skrofeln, Gicht, Frauenkrankheiten etc., besonders aber gegen Herzkrankheiten. Die Zahl der Badegäste betrug 1886: 5774. N. war während des ersten französischen Kaiserreichs Dotation des Marschalls Davout, ward 1854 Stadt, gehörte bis 1866 als Enklave zu Kurhessen und ward darauf von Preußen an das Großherzogtum Hessen abgetreten. Vom Turm des nahen Johannisbergs hat man eine herrliche Aussicht; am Fuß dieses Bergs fand 30. Aug. 1762 ein Gefecht zwischen den Alliierten und Franzosen statt, ein andres Gefecht im Oktober 1792 zwischen Hessen und Franzosen. Vgl. Weiß, Solbad N. (Nauh. 1871); Weiß und Grödel, Bad N., Führer für Kurgäste (Friedb. 1885).

Naukrarīen, örtliche Verwaltungsbezirke, in die im Altertum das athenische Volk zum Zweck der Besteuerung und Stellung von Schiffen eingeteilt war; jede der vier Phylen hatte 12 N., also der ganze Staat 48, und jede der letztern hatte ein Schiff sowie zwei Reiter zu stellen. Die Vorsteher der N. hießen Prytanen, welche die finanziellen und Kriegsangelegenheiten verwalteten. Die N. bestanden auch nach der Verfassung des Solon und den Reformen des Kleisthenes, der sie auf 50 vermehrte, fort, bis sie im 5. Jahrh. v. Chr. durch die Trierarchien ersetzt wurden.

Naukrătis, Handelsstadt im westlichen Nildelta, von Milesiern um 560 v. Chr. gegründet, berühmt durch die dort fabrizierten Gefäße und Blumengewinde, der einzige Ort Ägyptens, wo Griechen Handel treiben durften. Athenäos schildert die Einwohner als üppig und dem Kulte der Aphrodite ergeben. Die Ruinen von N. (Apollon-, Zeus-, Pallastempel, Palästra, Citadelle, Fabrik für Amulette etc.) wurden im Winter 1884/85 von Flinders Petrie bei Nebireh am Kanal Abu-Dibab, etwa 75 km südöstlich von Alexandria, aufgefunden.

Naukydes, griech. Bildhauer aus Argos, blühte in dem ersten Viertel des 4. Jahrh. v. Chr. Unter dem Einfluß des ältern Polyklet gebildet, schuf er eine Goldelfenbeinstatue der Hebe für den Heratempel in Argos, ein Erzbild der Hekate, einen Hermes, mehrere Siegesstatuen, das Bildnis der Dichterin Erinna, einen widderopfernden Phrixos (auf der Akropolis zu Athen) und einen Diskoswerfer. Man glaubt, daß sich von letzterm einige Marmornachbildungen (unter anderm im Vatikan) erhalten haben. Sein Schüler war Polyklet der jüngere.

Naum., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Joh. Friedr. Naumann (s. d.).

Naumachīe (griech.), Seeschlacht. Zu derselben wurden von den Griechen nur Ruderschiffe verwandt (bis zum Ende des Peloponnesischen Kriegs Trieren, später auch Tetreren und Penteren, ja selbst Schiffe mit 16 Ruderreihen übereinander), und es kam darauf