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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Neuhaldensleben - Neuilly.

beschäftigt, die unbekannten Teile des Gebiets zu erforschen. Die N. gibt seit 1885 "Nachrichten für und über Kaiser Wilhelms-Land und den Bismarck-Archipel" heraus.

Neuhaldensleben, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Magdeburg, an der Ohre, Knotenpunkt der Linie Magdeburg-Öbisfelde der Preußischen Staatsbahn und der Eisenbahn N.-Eisleben, hat ein Gymnasium, ein Amtsgericht, Siderolith-, Majolika- und Steingut-, Stärke-, Hefe-, Kaffeesurrogat-, Zucker- und Wagenfabrikation, Dampfmahl- und Dampfsägemühlen, Wollspinnerei, Bierbrauerei, Spiritus- und Ziegelbrennerei und (1885) 7415 meist evang. Einwohner. Vgl. Behrends, Chronik der Stadt N. (2. Aufl., Neuhaldensl. 1882).

Neuhampshire, s. New Hampshire.

Neuhannover, Insel, s. Neubritannia-Archipel.

Neuhaus, 1) Badeort in Bayern, s. Neustadt 6). -

2) (N. an der Elbe) Flecken im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, Kreis Bleckede, hat eine evang. Kirche, ein altes Schloß, ein Amtsgericht, Tabaks- und Zigarrenfabrikation und (1885) 1047 Einw. -

3) (N. an der Oste) Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Stade, an der Oste und der Eisenbahn Harburg-Kuxhaven, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Tabaks- und Papierfabrikation, Lohgerberei, Schiffahrt und (1885) 1738 Einw. -

4) (N. am Rennstieg) Dorf in der schwarzburg-rudolstädt. Oberherrschaft, auf dem Thüringer Wald, 812 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Porzellan-, Glasperlen- und Thermometerfabrikation und (1885) 1712 Einw. -

5) (tschech. Jindřichův hradec, "Heinrichsburg"), Stadt im südöstlichen Böhmen, an der Nezarka und der Staatsbahnlinie Iglau-Wessely, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein großes Schloß des Grafen Czernin aus dem 13. Jahrh. mit reichem Archiv und Gemäldegalerie, eine Propstei, 5 Kirchen, Franziskanerkloster, Obergymnasium, Gewerbeschule und Webschule, höhere Töchterschule, ein Theater, Baumwollweberei, Tuchfabrikation, Kunstmühlen, Bierbrauerei und Branntweinbrennerei, lebhaften Handel und (1880) 8703 Einw. -

6) Badeort in Untersteiermark, Bezirkshauptmannschaft Cilli, Gemeinde Doberna, 375 m ü. M., in anmutigem, weitem Thal, mit indifferenten Thermen von 35° C. und Molkenkuranstalt. Vgl. Paltauf, Das Mineralbad N. (2. Aufl., Wien 1883).

Neuhäusel (ungar. Érsekujvár), Stadt im ungar. Komitat Neutra, an der Neutra, Station der Bahnlinie Wien-Budapest, hat 2 kath. Kirchen, ein Franziskaner- und ein Nonnenkloster, ein Gymnasium, bedeutende Pferde- und Getreidemärkte und (1881) 10,584 ungarische und slowak. Einwohner. N. war früher eine wichtige Festung, die während der Bethlenschen und Rákóczyschen Unruhen sowie in den Türkenkriegen mehrmals erobert ward, seit 1724 geschleift.

Neuhausen, 1) Dorf im württemb. Neckarkreis, Oberamt Eßlingen, auf der Filderebene, hat eine schöne Kirche, ein Schloß, ein ehemaliges Nonnenkloster, starken Geflügelhandel und (1885) 2461 kath. Einwohner. -

2) Gemeinde, s. Schaffhausen.

Neuhebräische Sprache, s. Hebräische Sprache.

Neuherrnhut, Ort, s. Godthaab.

Neuhof, Gemeinde im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda, an der Fliede und der Linie Frankfurt a. M.-Göttingen der Preußischen Staatsbahn, 273 m ü. M., besteht aus den Orten Ellers, Neustadt und Opperz, hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei und (1885) 1586 Einw.

Neuhof, Theodor, Baron von, König von Corsica, geb. 1686 zu Metz, Sohn eines westfälischen Edelmanns, der in französischem Militärdienst stand, ward Page der Herzogin von Orléans, trat in französische, dann in schwedische Kriegsdienste und wurde vom Grafen Görz zu mehreren diplomatischen Sendungen verwendet, flüchtete nach dessen Sturz 1718 nach Spanien, wo er die Gunst Ripperdas gewann und sich mit einer Lady Sarsfield verheiratete, verlor durch seine Beteiligung an Laws Spekulationen sein ganzes Vermögen und irrte mehrere Jahre als Abenteurer in Europa umher, bis er 1732 Resident Kaiser Karls VI. in Florenz wurde. Hier lernte er mehrere Corsen kennen und hatte Gelegenheit, ihrer Insel in ihrem Kampf gegen Genua Dienste zu leisten. Diese machten ihm das Anerbieten, als König an ihre Spitze zu treten und die Insel zu befreien. N. begab sich hierauf nach Konstantinopel und erwirkte sich die Unterstützung der Pforte, welche den Bei von Tunis veranlaßte, N. mit einem Schiff, Waffen, Munition, Vorräten und Geld auszurüsten. Mit diesen landete N. 13. März 1736 in Aleria auf Corsica und wurde 15. April als König Theodor I. gekrönt. Nachdem er jedoch in mehreren Treffen gegen die Genuesen unglücklich gewesen, verließ er im November 1736 die Insel, um in Amsterdam Unterstützung zu suchen, ward hier zwar anfangs wegen früherer Schulden festgesetzt, sodann aber von mehreren Handelshäusern mit vielen Kriegsbedürfnissen versehen, worauf er 1738 nach Corsica zurückkehrte. Die Franzosen jedoch, welche schon vorher in Corsica gelandet waren, um den Genuesen die Insel wiederzuerobern, waren zu übermächtig, und N. sah sich genötigt, abermals zu entfliehen. Er begab sich nach Neapel und landete, als die Franzosen 1741 Corsica wieder verlassen hatten, 1743 mit zwei englischen Schiffen bei Isola Rossa auf Corsica, mußte sich aber unverrichteter Sache wieder einschiffen. Obgleich ihn seine Anhänger 1744 aufs neue als König anerkannten, konnte er sich doch gegen die Genuesen und seine Feinde unter den Corsen nicht behaupten. Nachdem er sich an mehreren Orten umhergetrieben, begab er sich 1749 nach England, wo er von seinen Lieferanten schuldenhalber in Haft gehalten wurde, bis dieselben 1756 durch eine vom Minister Walpole veranstaltete Subskription bezahlt wurden. N. starb jedoch bald darauf (11. Dez. 1756) in London. Sein einziger Sohn, welcher den Namen Frederik annahm und als englischer Oberst durch Selbstmord starb, gab 1768 die "Mémoires pour servir à l'histoire de Corse" heraus, welche die Schicksale seines Vaters erzählen. Vgl. Varnhagen v. Ense, Biographische Denkmale, Bd. 1 (3. Aufl., Leipz. 1872).

Neuholland, früherer Name des Kontinents Australien (s. d.), von Tasman 1644 eingeführt auf Grund der holländischen Entdeckungen daselbst seit 1604.

Neuholländer, strauchartige Zierpflanzen aus der subtropischen Zone, Epakrideen, Myrtaceen, Papilionaceen, Proteaceen u. a., welche über Winter im kalten Gewächshaus (s. d.) gehalten werden.

Neuilly (spr. nöji, N. sur Seine), Stadt im franz. Departement Seine, Arrondissement St.-Denis, westlich von Paris, zwischen der Porte de N. und der Seine, über welche hier eine 250 m lange Brücke führt, nördlich vom Boulogner Wäldchen gelegen, besteht meist aus Landhäusern von Parisern, hat eine zum Andenken an den hier 13. Juli 1842 verunglückten Herzog Ferdinand von Orléans errichtete Kapelle, (1886) 25,596 Einw., Blumenkultur, Fabriken für Chemikalien, Seife, Kerzen, Maschinen etc. Das Schloß von N., welches dem König Ludwig Phi-^[folgende Seite]