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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nicaraguaholz; Nicaraguasee; Nicaria; Nicástro; Niccolīni; Niccolò de' Niccoli

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Nicaraguaholz - Niccolò de' Niccoli.

Castellon und dem General Maxime Jerez gegen Chamorro, nahm im Mai 1854 Leon und belagerte Granada, wo Chamorro sich eingeschlossen hatte. Als letzterer 12. März 1855 starb, trat José Maria Estrada an seine Stelle, um den Kampf gegen die Belagerer fortzusetzen, wogegen Castellon einen verwegenen Abenteurer, den nordamerikanischen Obersten William Walker, zu Hilfe rief. Dieser erschien mit einer kleinen Schar deutscher und amerikanischer Abenteurer, eroberte 14. Okt. Granada und ward von dem nordamerikanischen Gesandten in seiner Regierungsgewalt anerkannt. Gegen letzteres verwahrten sich im Dezember 1855 die Regierungen von San Salvador, Honduras und Costarica, und 9. März 1856 erließ Costarica eine förmliche Kriegserklärung gegen Walker, der sich Guatemala, San Salvador und Honduras und auch der von Walker erhobene provisorische Präsident Patricio Rivas anschlossen. Walker, der sich inzwischen zum Präsidenten von N. hatte wählen lassen und mit Willkür und Grausamkeit herrschte, ward 1857 gestürzt, worauf General Martinez die Präsidentenwürde erhielt. Walker versuchte seine Gewalt in N. wiederzuerlangen, indem er im Dezember 1857 eine Landung in San Juan, 1860 in Honduras versuchte, ward aber vom General Alvarez gefangen genommen und auf Befehl der Regierung von Honduras 12. Sept. erschossen. 1860 kam ein Vertrag mit England über die Abtretung des bisher unter dessen Protektorat befindlichen Mosquitolandes gegen jährliche Erlegung von 5000 Dollar an den bisherigen Mosquitokönig zu stande. Ein neuer Unionsversuch von Guatemala, San Salvador, Honduras und N. 1861 scheiterte wiederum bei der Ausführung. Als sich N. 1877 weigerte, Genugthuung für dem deutschen Konsul Eisenstuck angethane thätliche Beleidigungen zu leisten, wurde es 31. März 1878 durch mehrere deutsche Kriegsschiffe dazu gezwungen. Die wichtigste Frage für N. ist die eines Kanals zwischen den beiden Ozeanen durch den Nicaraguasee. Um diesen ganz in seinem Besitz zu haben, bemüht sich N. fortwährend, Costarica das 1825 abgetretene Gebiet von Guanacasu wieder zu entreißen und die Mündung des San Juan allein zu besitzen. Das jüngste Projekt zur Herstellung eines solches Kanals ist vom amerikanischen Ingenieur Menocal (1885) ausgearbeitet worden, doch sind die Aussichten auf die Verwirklichung desselben gering. Neue Aufnahmen durch amerikanische Ingenieure sind seit Dezember 1887 im Gang. Vgl. Oviedo y Valdes, Histoire de N. (Par. 1840); Squier, Travels in N. (New York 1852, 2 Bde.); Scherzer, Wanderungen durch N. (Braunschw. 1857); Walter, The war in N. (Mobile 1860); Lévy, Notas geograficas y económicas sobre la república de N. (Par. 1873); Belly, Le N. et le canal interocéanique (das. 1867, 2 Bde.); Belt, The naturalist in N. (Lond. 1873); Bovallius, Nicaraguan antiquities (Stockh. 1886).

Nicaraguaholz, s. Rotholz.

Nicaraguasee (bei den Eingebornen Cocibolco), See im zentralamerikan. Freistaat Nicaragua, ringsum von vulkanischen Gebirgsketten umgeben, 33 km vom Stillen Ozean entfernt, 33,4 m ü. M., ist 185 km lang, 75 km breit und umfaßt 9500 qkm (172,5 QM.). In ihm liegen mehrere fruchtbare und großenteils bewohnte Inseln vulkanischen Ursprungs, von denen die bedeutendste Ometepe ist. Der See hängt mit dem Managuasee (41 m ü. M., 1546 qkm) durch den Fluß Panaloya zusammen und nimmt viele Flüsse auf; sein Abfluß zum Antillenmeer ist der bis auf eine Stelle schiffbare San Juan.

Nicaria (im Altertum Ikaria), türk. Insel im Ägeischen Meer, südwestlich von Samos, 140 qkm groß mit 8000 Einw. (Griechen), die Holzhandel und Schwammfischerei treiben.

Nicástro, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Catanzaro, am westlichen Fuß der Apenninen, von Olivenhainen, Wein- und Orangengärten umgeben, ist Bischofsitz, hat Burgruinen, warme Quellen, lebhaften Handel und (1881) 13,537 Einw.

Niccolīni, Giovanni Battista, ital. Dichter, geb. 31. Okt. 1785 zu San Giuliano bei Pisa, erhielt seine erste Bildung in Florenz und studierte zu Pisa hauptsächlich Philosophie und die Rechte, wandte sich aber später dem Studium der klassischen Litteratur zu. Die Bekanntschaft mit Ugo Foscolo übte auf die Entwickelung seines poetischen Talents bedeutenden Einfluß; sein erster Versuch war das Gedicht "La peste di Livorno", in Terzinen (1804), welches an Montis "Basvilliana" erinnerte. 1807 ernannte ihn die Königin von Etrurien zum Bibliothekar und Professor der Geschichte an der Akademie der Künste in Florenz. Nach der Restauration bekleidete er eine kurze Zeit auch das Amt eines Bibliothekars des großherzoglichen Palastes, trat aber bald wieder in seine frühere Stellung zurück und wandte sich nun der dramatischen Poesie zu. Seine erste Tragödie: "Polissena" (1810), ward von der Akademie der Crusca gekrönt. Von geringerm Wert sind die folgenden: "Medea", "Ino e Temisto", "Edipo", "I Sette a Tebe". Mit seinem "Nabucco", welcher nie aufgeführt und erst 1819 in London anonym gedruckt wurde, betrat N. das Gebiet des politischen Tendenzdramas; unter den assyrischen Namen verdecken sich Persönlichkeiten der Napoleonischen Zeit. Nachdem 1815 sein erstes Drama modernen Stoffes: "Matilda", in welchem er sich der romantischen Schule zu nähern suchte, über die Bühne gegangen war, entsagte er eine Zeitlang der Dichtkunst, beteiligte sich aber um so eifriger an den Kämpfen um die litterarische Reform, welche damals ganz Italien bewegten. Erst 1827 trat er wieder mit einem Drama: "Antonio Foscarini", auf, welches, je nach dem Parteistandpunkt, ebenso heftig angegriffen wie warm verteidigt wurde. In "Giovanni da Procida" (1830) gab er dem ganzen Haß des patriotischen Italieners gegen die Fremdherrschaft einen so energischen Ausdruck, daß das Stück nur in wenigen Städten aufgeführt werden durfte. Seine nächste Tragödie: "Lodovico Sforza" (1834), ließ kalt; den höchsten Ruhm aber und die größte Popularität erwarb sich sein "Arnaldo da Brescia" (1835), unstreitig sein bedeutendes Werk und eins der schönsten Stücke der neuern italienischen Bühne. Auch seiner "Rosmonda d'Inghilterra" (1839) fehlte es nicht an Schönheiten. Mit "Filippo Strozzi" (1847) beschloß N. seine dramatische Laufbahn. Außerdem hat man von ihm vermischte Gedichte und mehrere, meistens kunsthistorische Abhandlungen, die ihn als einen der vorzüglichsten neuern italienischen Prosaiker kennzeichnen. Von ganz Italien als warmer Patriot verehrt, starb N. 20. Sept. 1861. Er hinterließ handschriftlich eine "Storia della casa di Hohenstaufen" und verschiedene größere und kleinere Dichtungen. Von einem Teil seiner frühern Werke veranstaltete er selbst eine Sammlung (Flor. 1831, 3 Bde.; 4. Aufl. 1858). Eine Gesamtausgabe aller besorgte Gargiolli (Mail. 1862 ff., 10 Bde.). Vgl. Vanucci, Ricordi della vita e delle opere di G. B. N. (Flor. 1866, 2 Bde.).

Niccolò de' Niccoli, florentin. Gelehrter, geb. 1363 zu Florenz, ward nach seines Vaters Willen Kaufmann,