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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nickelblüte - Nickeloxydulsalze.

Müsen im Siegenschen, bei Tanne und Harzgerode, bei Lobenstein, Schladming in Steiermark, Loos in Helsingland und wird auf Nickel verarbeitet.

Nickelblüte (Nickelocker, Annabergit), Mineral aus der Ordnung der Phosphate, findet sich nur mikrokristallinisch in kurzen, haarförmige Kristallen, in flockigen Überzügen, auch derb und eingesprengt, erdig, ist apfelgrün bis grünlichweiß, schimmernd bis matt, ziemlich mild, Härte 2-2,5, spez. Gew. 3-3,1, besteht aus arsensaurem Nickeloxydul Ni_{3}As_{2}O_{8} + 8H_{2}O und bildet meist Effloreszenzen auf Rotnickelkies und Chloanthit. Es findet sich bei Annaberg, Schneeberg, Riechelsdorf, Saalfeld etc.

Nickelbronze, s. Nickellegierungen.

Nickelchlorür (Chlornickel) NiCl_{2} entsteht beim Erhitzen von Nickel in trocknem Chlor und bildet gelbe, metallisch glänzende Schuppen, welche sublimiert werden können, an der Luft Feuchtigkeit anziehen und grün werden. Aus einer konzentrierten Lösung von Nickel in Königswasser oder von kohlensaurem Nickeloxydul in Salzsäure erhält man kleine, grüne Kristalle mit 6 Molekülen Kristallwasser, welche beim Erhitzen wasserfrei und gelb werden und sich in Wasser und Alkohol leicht lösen.

Nickelgelb, s. Nickeloxydulsalze.

Nickelglanz, s. v. w. Nickelarsenkies.

Nickelhydroxydul, s. Nickeloxydul.

Nickelīn, s. v. w. Rotnickelkies.

Nickelkies (Haarkies, Millerit), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, kristallisiert rhomboedrisch in nadel- oder haarförmigen Kristallen, ist messinggelb, bisweilen bunt oder grau angelaufen, Härte 3,5, spez. Gew. 5,26-5,30, besteht aus Schwefelnickel NiS mit 64,45 Nickel und findet sich auf Erzgängen bei Johanngeorgenstadt, Joachimsthal, Přibram, Riechelsdorf, Kamsdorf, Oberlahr im Westerwald, Saarbrücken, Dortmund, in Nassau und besonders bei Klefva in Småland, in der Grafschaft Lancaster in Pennsylvanien und bei Antwerp in New York. N. wird auf Nickel verarbeitet.

Nickellegierungen, Mischungen und Verbindungen des Nickels mit andern Metallen. Nickeleisen mit 4-20, sehr oft 10 Proz. Nickel findet sich im Meteoreisen. Nickelkupferlegierungen dienen vielfach als Münzmetall. Münzen der indisch-griechischen Könige Euthydemos (200 v. Chr.), Pantaleon (150) und Agathokles (150) bestehen aus 77,6 Kupfer, 20 Nickel und 1 Eisen, Zinn, Kobalt, Schwefel. In Deutschland, Belgien, Nordamerika etc. dient eine Kupferlegierung mit 25 (Kunstsilber), in Nordamerika auch eine solche mit 12 Proz. Nickel als Münzmetall. Die Schweiz hat folgende Legierungen:

^[Liste]

für 20 Centstücke 150 Silber, 500 Kupfer, 250 Zink, 100 Nickel

" 10 " 100 " 550 " 250 " 100 "

" 5 " 50 " 600 " 250 " 100 "

Die Nickelmünzen haben bei kleinem Gewicht ziemlich hohen Wert, nutzen sich wenig ab, erfordern sehr kräftige Prägmaschinen; die Legierungen sind auch schwierig herzustellen und gewähren somit die beste Garantie gegen Falschmünzerei. Über Drittelsilberlegierung s. Drittelsilber. Suhler Weißkupfer, aus 88 Kupfer, 8,75 Nickel und 1,75 Antimon bestehend, wurde aus alten Schlackenhalden gewonnen und zu Sporen und Beschlägen verarbeitet. Es war die erste Nickellegierung, welche in Europa technische Verwendung fand. Kupferzinnnickellegierungen eignen sich zu Gußwaren; Arguzoid aus 56 Kupfer, 13,5 Nickel, 23 Zink, 4,7 Zinn und 3,5 Blei wird zu Kunstgußartikeln benutzt. Weiße Nickelbronze aus Kupfer, Zink, Zinn und mindestens 20 Proz. Nickel ist bedeutend fester als Kupfer und Messing, widerstandsfähig gegen atmosphärische Einflüsse und zu mathematischen, musikalischen und andern Instrumenten sehr geeignet. Eine Legierung aus 50 Kupfer, 25 Zinn, 25 Nickel ist stahlartig, mit einem Stich ins Rötliche, sehr hart und politurfähig, wenig dehnbar, von schönem Klang, widersteht der Luft und dem Schwefelwasserstoff und eignet sich vortrefflich als Lagermetall. Die Kupferzinknickellegierungen bilden das Neusilber (s. d.), welchem Kupfernickelmanganlegierungen sehr ähnlich sind. Stahl wird durch geringen Nickelgehalt härter.

Nickelmagnete, s. Nickel.

Nickelmünzen, s. Nickellegierungen.

Nickelocker, s. v. w. Nickelblüte.

Nickeloxydūl (Nickeloxyd) NiO findet sich in der Natur als Bunsenit und entsteht beim Glühen von Nickelhydroxydul, kohlensaurem und salpetersaurem Nickeloxydul, ist grüngrau, in Säuren leicht löslich und beim Erhitzen mit Kohle und Wasserstoff leicht reduzierbar. Beim Verhütten nickelhaltiger Kupfererze tritt es in mikroskopischen, grauschwarzen, metallglänzenden Oktaedern auf, und bei gelindem Erhitzen an der Luft geht es in schwarzes Nickeloxyd Ni_{2}O_{3} über, welches in höherer Temperatur wieder in N. und Sauerstoff zerfällt. Aus Nickeloxydulsalzen fällt Kalilauge apfelgrünes Nickelhydroxydul (Nickeloxydulhydrat) NiOH_{2}O, dessen blaue Lösung in Ammoniak Seide löst. Mit Säuren bildet es die Nickeloxydulsalze.

Nickeloxydūlsalze finden sich zum Teil in der Natur in mehreren Mineralien und entstehen, indem man Nickeloxydul oder kohlensaures Nickeloxydul in Säuren löst, die unlöslichen durch Wechselzersetzung. Sie sind im wasserfreien Zustand meist gelb, im wasserhaltigen grün. Die löslichen schmecken süßlich herb und metallisch und wirken brechenerregend, sie reagieren sauer und zersetzen sich beim Glühen. Aus der Lösung fällt Kalilauge grünes Oxydulhydrat. Ammoniak trübt die Lösung und gibt im Überschuß eine blaue Flüssigkeit. Schwefelwasserstoff fällt saure Lösungen nicht, Schwefelammonium fällt Schwefelnickel (unvollständig). Oxalsäure fällt langsam grünes oxalsaures Nickeloxydul. Schwefelsaures Nickeloxydul (Nickelsulfat, Nickelvitriol) NiSO_{4} findet sich als Nickelvitriol, entsteht beim Lösen von Nickeloxydul oder kohlensaurem Nickeloxydul in verdünnter Schwefelsäure oder von Nickel in Schwefelsäure unter Zusatz von etwas Salpetersäure. Es bildet bei 15-20° dunkel smaragdgrüne Kristalle mit 7, bei etwas höherer Temperatur beständigere bläulichgrüne Kristalle mit 6 Molekülen Kristallwasser, wird bei 280° wasserfrei und gelb, erträgt hohe Temperaturen ohne Zersetzung, löst sich nicht in Alkohol, während 100 Teile Wasser bei

^[Liste]

16° 20° 31° 42° 50° 60° 70°

37,4 39,7 45,3 49,1 52 57,2 61,9 Teile

wasserfreies Salz lösen. Gießt man eine heiße konzentrierte saure Lösung des Salzes in eine Lösung von schwefelsaurem Ammoniak, so entsteht schwefelsaures Nickeloxydulammoniak (NH_{4})_{2}SO_{4}, NiSO_{4} + 6H_{2}O, welches dunkelblaue, in Wasser, nicht in Alkohol lösliche Kristalle bildet und zum Vernickeln und zum Schwarzfärben von Zink und Messing benutzt wird. Salpetersaures Nickeloxydul (Nickelnitrat) Ni(NO_{3})_{2} bildet zerfließliche, smaragdgrüne, auch in Alkohol lösliche Kristalle mit 6 Molekülen Kristallwasser, welche beim Erhitzen Oxydul hinterlassen. Basisch kohlensaures Nickeloxydul findet sich als Nickelsma-^[folgende Seite]