Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nil; Nil admirari; Nileidechse; Niles; Nilgiri; Nilkiesel; Nillilie

187

Nil (Marmorgruppe) - Nillilie.

Menschen genötigt, feste Wohnsitze an seinen Ufern zu gründen und vom Nomadenleben abzulassen. Die Schiffahrt auf dem Strom erleichterte die Kommunikation, die Wüsten zu beiden Seiten schützten vor dem Eindringen der Feinde, und so waren hier alle Bedingungen zur frühen Entwickelung einer hohen Kultur durch den Strom gegeben, und wie in alten Zeiten, so beherrscht auch noch jetzt der N. das gesamte Leben Ägyptens; nach der Höhe der Überschwemmung wird beispielsweise der Steuersatz bemessen. Vgl. außer den Reisewerken von Speke, v. Heuglin, Baker, Marno, Beltrame u. a.: v. Klöden, Das Stromsystem des obern Nils (Berl. 1857); Dittmer, Kemi und das Nilsystem (das. 1874); v. Prokesch-Osten, Nilfahrt bis zu den zweiten Katarakten (Leipz. 1874); Hartmann, Die Nilländer (das. 1884), und die Reisehandbücher für Ägypten von Meyer ("Orient", Bd. 2, 2. Aufl., das. 1888) und Bädeker.

Nil (Nilus), berühmte antike Marmorgruppe, den Flußgott Nil darstellend, gefunden zur Zeit Leos X. in der Nähe der Kirche Santa Maria sopra Minerva zu Rom, einer Gegend, wo einstmals ein Isisheiligtum errichtet war. Das Werk, jetzt im vatikanischen Museum befindlich, ist eine der bedeutendsten Leistungen der Diadochenzeit. Der hingelagerte Flußgott (s. Abbildung), an eine Sphinx, das Symbol Ägyptens, gelehnt, hält in der Linken ein mit Blumen und Früchten gefülltes Füllhorn, in der Rechten Ähren als Segenspende seines befruchtenden Wassers. 16 kleine Knaben umgeben ihn spielend, eine geistreiche Andeutung der 16 Ellen, welche der Nil im Altertum anschwellen mußte, um die Ufer überfluten zu können, daher die Kinderfiguren auch in verschiedener Höhe an dem kolossalen Körper des Nilgottes herumklettern. Vgl. Flußgötter.

^[Abb.: Marmorgruppe des Nil (Rom, Vatikan).]

Nil admirari (lat., "nichts bewundern"), die angebliche Antwort des Pythagoras, als ihn jemand fragte, was er durch sein Nachdenken erringe. In das Nichtsbewundern (Athaumasie) setzte auch Demokritos das höchste Gut, und Horatius hat in einem seiner Briefe (I, 6), der mit obigen Worten anfängt, dasselbe Thema abgehandelt.

Nileidechse, s. Waran.

Niles (spr. nails), Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, am St. Josephsfluß (fließt in den Michigansee), mit regem Handel und (1880) 4197 Einw.

Nilgiri ("blaue Berge"), Gebirgsmasse im südlichen Indien, das fast ganz unvermittelt im Norden über 1000, im S. 2000 m hoch aus den dasselbe umgebenden Plateaus und Ebenen emporsteigt und im W. mit den Westghats in Verbindung steht. Den Aufstieg ermöglichen sechs Pässe, von denen drei fahrbar sind. Oben breitet sich ein durch Bergzüge angenehm abwechselndes Hochland aus, dessen zahlreiche Quellen und Bäche von den Flüssen Moyar und Bavani aufgenommen werden, zuweilen aber in Torfmoore versumpfen. Der einzige See ist der von Utakamand, gebildet durch die Abdämmung des Dodabettaflusses. Von den zahlreichen Bergspitzen ist der Dodabetta (2532 m) der höchste. Die Landschaft hat durch Anpflanzungen australischer Eukalypten und englischer Bäume einen völlig veränderten Charakter angenommen. Die einheimische Tierwelt ist fast ganz ausgerottet worden, doch finden sich noch Leoparden, Hyänen, wilde Schweine und Schafe. Fische fand man gar nicht vor; die eingeführten Karpfen, Forellen, Schleien gedeihen aber so vorzüglich wie die gleichfalls in Freiheit gesetzten europäischen Vögel. Das Klima ist ein außerordentlich mildes und europäischen Naturen sehr zusagendes; in Utakamand beträgt die mittlere Temperatur im Juli 16°, im Januar 10,8° C. Seit 1821 sind Gesundheitsstationen für Europäer in Utakamand, Kunur, Wellington, Kotergheri angelegt worden. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus den Drawidastämmen der Toda (s. d.), Kota, Badaga, Kurumba und Irola. Das ganze Bergland bildet seit 1868 mit dem anstoßenden Wainad den Distrikt N. der Präsidentschaft Madras, 2478 qkm (45 QM.) groß mit (1881) 91,034 Einw., darunter 1698 Europäer, und hat in den letzten Jahren durch seine Anpflanzungen von Kaffee (1844), Thee (1851) und Cinchona (1860) große Bedeutung gewonnen. Die Kaffeepflanzungen (14,051 Hektar) liefern jährlich 4000 Ton. Kaffee, die Theegärten (4706 Hektar) 510,280 Pfd. Thee, während 1884 von den Cinchonapflanzungen (1044 Hektar) 186,652 Pfd. Rinde gewonnen wurden. Andre Kulturen sind: Weizen, Reis, Kartoffeln, Zwiebeln, Senf. Von Industrien sind nur zwei Brauereien zu nennen. Hauptort ist Utakamand (s. d.).

Nilkiesel, s. Jaspis.

Nillilie, s. v. w. Nelumbium speciosum.