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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Northumberlandstraße; Northwich; Norton; Nortonsund; Nortorf; Noruz; Norwalk; Norwegen

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Northumberlandstraße - Norwegen.

Mai 1810, saß von 1852 bis 1865 im Unterhaus, wo er der konservativen Partei angehörte, wurde 1858 zum Lord der Admiralität, 1859 zum Vizepräsidenten des Handelsamts und Mitglied des Geheimen Rats ernannt, erbte 1867 von seinem Vater die Güter und den Herzogstitel von N. und war vom Februar 1878 bis April 1880 unter Lord Beaconsfield Geheimsiegelbewahrer.

Northumberlandstraße, Meerenge in Britisch-Amerika, welche Neubraunschweig und Neuschottland von der Prinz Edward-Insel trennt, 15-45 km breit.

Northwich (spr. -witsch), Stadt in Cheshire (England), mit den wichtigsten Salzwerken der Grafschaft und (1881) 12,246 Einw. Im J. 1881 senkte sich der von Hunderten von Galerien durchwühlte Boden, eine der Salzgruben wurde überschwemmt, und ein Teil der Einwohner mußte seine Häuser verlassen.

Norton, 1) Caroline Elizabeth Sarah, engl. Schriftstellerin, geb. 1808, Enkelin von Richard Brinsley Sheridan, machte sich schon in ihrem 17. Jahr durch das rührende Idyll "Sorrows of Rosalie" bekannt und heiratete 1827 George N., einen Bruder des Lords Grantley; allein die unglückliche Ehe wurde 1836 getrennt. Nach dem Tod von George N. (1875) heiratete sie kränklich und im Alter von beinahe 70 Jahren den Baronet Sir William Stirling-Maxwell (1877), starb aber schon wenige Monate darauf 14. Juni 1877. Frau N. nimmt unter den englischen Dichterinnen eine hervorragende Stellung ein. Außer dem genannten Gedicht hat man von ihr: "The wife and woman's reward", Novelle (1835); "The dream, and other poems" (1840) und "The child of the islands", eine ergreifende Darstellung gesellschaftlicher Schäden Englands (1845); die Kinderschriften: "Aunt Carry's ballads" (1846) und "Sketches and tales in prose and verse" (1850); die düstere Erzählung "Stuart of Dunleath" (1851; deutsch, Leipz. 1852); das auf der Legende vom Ewigen Juden ruhende Gedicht "The undying one" (1853) und die Romane: "Lost and saved" (1855, 5. Aufl. 1863; deutsch, Leipz. 1863), "The lady of La Garaye" (1862) und "Old Sir Douglas" (1863).

2) Charles Bowyer, Lord N., s. Adderley.

Nortonsund, große Einbuchtung des Beringsmeers, an der Küste von Alaska, in welche der Jukonfluß (s. d.) mündet.

Nortorf, Flecken in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Rendsburg, an der Linie Neumünster-Wamdrup der Preußischen Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Wollspinnerei, Mahl- und Sägemühlen, Gerberei und (1885) 1748 Einw.

Noruz (pers.), Neujahr, welches in der östlichen Hälfte der Islamwelt beim Eintritt der Frühlingsäquinoktien mit großem Gepränge 14 Tage hindurch gefeiert wird. Als ein Überbleibsel des alten Parsikultus steht das Fest namentlich in Persien in besonderm Ansehen. Beim Eintritt der Sonne in das Zeichen des Widders wird der Schah von seinen Landesgroßen beglückwünscht. Alles ist aufs prachtvollste gekleidet, man beschenkt sich gegenseitig und feiert das Erscheinen des Lenzes wie sonst auf keinem Teil der Erde. Die westliche Islamwelt hat dem N. aus religiösen Rücksichten nie gehuldigt.

Norwalk (spr. nórr-uahk),1) Stadt im nordamerikan. Staat Connecticut, an der Mündung des Flusses N. in den Long Island-Sund, hat Filz- und Hutfabriken, Maschinenbau, Austernbeete und (1880) 5306 Einw. - 2) Stadt im nordamerikan. Staat Ohio, 24 km südlich von Sandusky, mit Seminar, mehreren andern höhern Schulen und (1880) 5704 Einw.

Norwegen (Norge, schwed. Norrige), Königreich, mit Schweden unter einem König als ein selbständiges Reich vereinigt, erstreckt sich von 57° 59' (Lindesnäs) bis 71° 10' nördl. Br. (Nordkap) in einer Länge von 1700 km (s. Karte "Schweden und Norwegen"). Seine Küsten messen (ohne Rücksicht auf die zahlreichen Meerbusen) 2800 km, und der Flächeninhalt beträgt offiziell 322,968 (nach Strelbitskys Berechnung 325,422 qkm = 5910,3 QM.).

Physische Beschaffenheit.

Mit Schweden zusammen bildet N. die Skandinavische Halbinsel, deren westlicher, schmälerer Teil (nirgends breiter als 420 km) von N. eingenommen wird. Letzteres ist fast durchaus sehr gebirgig; es bildet ein gewaltiges, aus Gneis, Granit und andern Gebilden der archäischen und paläozoischen Formation bestehendes Gebirgsplateau, das in seinem östlichen Teil von großen Thälern, in seinem westlichen und nördlichen von tief einschneidenden Fjorden oder Meerbusen gespalten ist. An den meisten Stellen haben die Gebirge abgerundete Formen, und ihre Höhen tragen vorwiegend das Gepräge eines großen, wellenförmigen Plateaus, in welchem die Thäler und Meerbusen nur als ganz kleine Risse erscheinen. Vom ganzen Flächeninhalt des Landes liegen 39,000 qkm mehr als 1000 m ü. M., 91,000 liegen noch 500-1000 m höher. Die durchschnittliche Meereshöhe der ganzen Ländermasse Norwegens beträgt 490 m. Demzufolge nimmt das bebaute und überhaupt das urbar zu machende Land nur einen ganz unbedeutenden Teil des Areals ein. Es umfassen die öden Gebirge, Moräste etc. 235,000 qkm, die Gletscher ungefähr 7000 qkm, während nur 2400 qkm Ackerland sind. Die nördlichste Landschaft Norwegens ist Finnmarken, dessen östlicher, an Rußland grenzender Teil keine sehr bedeutenden Höhen, sondern nur abgerundete Hügel und Plateaus enthält, die gegen das Meer zu kahl und rauh sind und von den gewaltigen Wellen des Nördlichen Eismeers bespült werden, während die von den großen Flüssen (besonders der Tana) durchströmten Thäler des Innern mit ihrer üppigen Vegetation im Sommer den Eindruck einer viel mehr südlichen Gegend machen, obschon sie infolge des langen Winters der Kultur keine großen Dienste leisten können. Westlich vom Nordkap nehmen die Gebirge das Tafelgepräge an (Näringer) und stürzen in einer Höhe von 200-400 m fast senkrecht von den Plateaus in die See herab. Auch hier finden sich dieselben großen Flüsse, vor allen der breite Fluß Alten, wie die Tana seit Jahrhunderten durch seine reichen Lachsfischereien bekannt. An den Ufern dieses Flusses liegt die fruchtbare Gegend von Alten mit ihren schönen Wäldern und angebauten Gefilden, die nördlichste Stelle, wo man Getreide erntet. Während das östliche Finnmarken mit seinen großen Fjorden (Tanafjord, Laxefjord, Porsangerfjord und Varangerfjord) nicht von außerhalb liegenden Inseln geschützt wird, macht sich vom Nordkap an ein in der orographischen Bildung Norwegens stark hervortretender Zug geltend: es sind die Inseln, welche die Küste gegen das Meer decken. Zunächst finden sich nur größere Inseln (wie Magerö mit dem Nordkap, Seiland mit dem nördlichsten Gletscher Europas, ca. 1000 m ü. M., Sörö, Ingö etc.); weiter südlich mischen sich große und kleine Inseln, und diese nehmen den eigentümlichen Charakter des skandinavischen Skjärgaards an, mit welchem Namen man die beschützende Reihe von Inseln (von denen die kleinsten Skjär genannt werden) bezeichnet. Hier