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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nuphar - Nürnberg.

Hauptstadt Bida, in einer Ebene zwischen dem Niger und dem Kaduna, soll 100,000 Einw., große Marktplätze und eine lebhafte Industrie (Weberei, Färberei, Eisengießereien und Schmieden, Gerberei und Glasbläserei) haben. Andre wichtige Städte sind Rabba am Niger, wohin Dampfschiffe von der Nigermündung gelangen, mit lebhaftem Handel; südlich davon Saraki und Ilorin. Ebenfalls am Niger liegen Egan und Lokodscha, letzteres der Binuëmündung gegenüber.

Nuphar Smith (Seekandel, Teichrose, Mummel, Nixblume), Gattung aus der Familie der Nymphäaceen, ausdauernde Wassergewächse mit horizontalem, fleischigem Rhizom, großen, schildförmig gestielten, am Grund herzförmigen, schwimmenden oder aus dem Wasser auftauchender Blättern, ansehnlichen, gelben, zu 1-2 achselständigen Blüten und eiförmiger, aus dem Wasser auftauchender Frucht. N. luteum Sm. (gelbe Teichrose), mit schwimmenden Blättern, in stehenden und langsam fließenden Gewässern Europas, wurde früher medizinisch, auch zum Gerben und als Schweinefutter benutzt.

Nuptiāl (lat.), auf die Ehe (nuptiae) bezüglich; daher pacta nuptialia, Ehepakten.

Nuptias non concubĭtus, sed consensus facit (lat.), Rechtssprichwort: Nicht der Beischlaf, sondern die Einwilligung bewirkt die Ehe.

Nupturĭenten (lat.), Brautleute.

Nur für Seegefahr, im deutschen Handelsgesetzbuch (Art. 853) die Klausel, wonach im Seeversicherungswesen der Versicherer alle Gefahren mit alleiniger Ausnahme der Kriegsgefahr tragen soll. Die Klausel steht in einem wesentlichen Gegensatz zu der in den Seeversicherungspolicen gleichfalls vorkommenden Klausel "Frei von Kriegsmoleste" (Handelsgesetzbuch, Art. 852). In letzterm Fall endet nämlich mit dem Zeitpunkt, in welchem die Kriegsgefahr auf die Reise Einfluß zu üben beginnt, überhaupt die Verpflichtung des Versicherers, während im erstern Fall die Versicherung bestehen bleibt, auch wenn Kriegsbelästigung eintritt. Die Gefahr für den Versicherer endigt bei dem Abschluß n. f. S. erst mit der Kondemnation der versicherten Sache oder, sobald sie an und für sich geendet haben würde, wenn die Kriegsgefahr nicht ausgenommen worden wäre.

Nurhags (Nuraghen, Nuraggi, griech. Tholoi), prähistorische, turmartige Bauwerke auf der Insel Sardinien, ähnlich den Brochs (s. d.); dienten wahrscheinlich als Zufluchtsorte in Kriegszeiten. Vgl. Maltzan, Reisen auf der Insel Sardinien (Lpz. 1869).

Nürnberg (hierzu der Stadtplan), zweite Haupt- u. bedeutendste Handelsstadt des Königreichs Bayern, ehemalige deutsche Reichsstadt, liegt im Regierungsbezirk Mittelfranken, in flacher, gut angebauter Gegend und wird durch die Pegnitz in zwei ziemlich gleiche Hälften, die Sebalder und die Lorenzer Seite, geteilt. Die Pegnitz bildet 4 Inseln (die größte "Schütt" genannt) und hat 7 steinerne Brücken, darunter die aus einem einzigen Bogen von 32 m Spannung bestehende Fleischbrücke und die 1824 erbaute Kettenbrücke. Die Stadt ist ringsum mit einem 30 m breiten Graben, starken Doppelmauern mit zahlreichen Türmen und Basteien umgeben. In neuester Zeit wurde diese Umwallung an mehreren Stellen durchbrochen. Der Umfang der innern Stadt beträgt etwa 4 km. Sie hat 4 große und 3 kleinere Thore (neuerdings sind 5 niedergelegt worden), erstere mit großen, runden Türmen versehen, die 1552-57 errichtet wurden. Vorstädte sind: Wöhrd, Gostenhof, St. Johannis, St. Peter mit Tafelhof und Galgenhof, Marienvorstadt, Maxvorstadt, Steinbühl, Rennweg. Die Wohnhäuser sind meist altertümlichen Ansehens und nach altdeutscher Weise mit nach der Straße zugekehrten Giebeln und Erkern versehen. Mit Trinkwasser wird die Stadt durch 6 Wasserwerke versorgt, in neuester Zeit durch die große Ursprungswasserleitung.

Unter den merkwürdigen Gebäuden Nürnbergs nehmen die Kirchen die erste Stelle ein. Die St. Lorenzkirche, ein Prachtbau im gotischen Stil, 1274-1477 errichtet und in neuerer Zeit gründlich renoviert, mit zwei 71 m hohen Türmen, schönem figurenreichen Portal und prachtvoller Fensterrose von 9 m Durchmesser, ist 101 m lang, 34 m breit, hat drei Schiffe, von denen das gewaltige Mittelschiff 25 m hoch ist, und enthält von Kunstwerken das berühmte Sakramentshäuschen von Ad. Krafft, eine zierliche, 19 m hohe Pyramide mit der Darstellung der Leidensgeschichte Christi, den Englischen Gruß von Veit Stoß, ein figurenreiches Holzschnitzwerk, eine neue Kanzel mit reichen Skulpturen, mehrere Altäre mit wertvollen Bildern, schöne Glasmalereien etc. Die zweite berühmte Kirche ist die St. Sebalduskirche, eins der schönsten gotischen Bauwerke in Deutschland, dessen ältere Teile aus der ersten Hälfte des 13. Jahrh. herrühren, während Chor und die beiden Türme dem 14. Jahrh. angehören; vollendet wurde sie 1377. Sie ist 94 m lang und 32 m breit; 20 Säulen von 26 m Höhe tragen das Gewölbe. Das Innere birgt wertvolle Kunstwerke, darunter das berühmte, fast 5 m hohe Grabmal des heil. Sebaldus von P. Vischer (1508-1519 gefertigt) mit den Statuetten der zwölf Apostel und mehrerer Kirchenväter nebst zahlreichen andern Figuren (s. Tafel "Bildhauerkunst VI", auf welcher eine Anzahl der vorzüglichsten Werke der Nürnberger Bildnerei dargestellt ist), einen schönen Hauptaltar, alte Glasgemälde etc.; außen an der nordöstlichen Seite der Kirche befindet sich auch das Schreyersche Grabmal in Stein von 1492, ein Hauptwerk Ad. Kraffts. Die Kirche wird gegenwärtig unter der Leitung Hauberrissers restauriert. Die Marien- oder Frauenkirche, 1355-61 im gotischen Stil erbaut und neuerdings von Essenwein restauriert, hat ein großartiges Portal mit reichen Skulpturen, treffliche Glasmalereien, Ölgemälde von Wolgemut u. a. und ist 1816 für den katholischen Gottesdienst eingerichtet worden. Die Ägidienkirche, 1711-18 an Stelle der alten, 1696 abgebrannten Kirche in italienischem Stil erbaut, mit der altromanischen Euchariuskapelle und einem trefflichen Altarblatt von van Dyck. In der 1850 restaurierten Kirche zum Heiligen Geist (Spitalkirche), 1333-41 erbaut, wurden seit 1424 die Reichskleinodien aufbewahrt, die sich jetzt in Wien befinden. Die St. Jakobskirche, 1283 erbaut, ward 1824-25 unter Heideloffs Leitung renoviert. Die St. Johanniskirche ist von einem berühmten Kirchhof (s. unten) umgeben. Die großartig angelegte Deutschherrenkirche mit Kuppel ist in neuerer Zeit zum katholischen

^[Abb.: Wappen von Nürnberg.]