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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nutzeigentum - Nyerup.

linderwände, die Reibung der Kolbenstange in der Stopfbüchse, des Querhauptes in Gleitschienen, der Schwungradwelle in den Lagern etc. zu überwinden. Die wirklich nutzbringende Arbeit ist also stets um diese Nebenarbeit kleiner als die überhaupt aufgewendete. Der echte Bruch aus der erstern als Zähler und der letztern als Nenner heißt N. Je höher der N. einer Maschine ist, desto vorteilhafter ist sie.

Nutzeigentum (Dominium utile), das ausgedehnteste Gebrauchs- und Nutzungsrecht an einer fremden Sache (s. Eigentum, S. 374).

Nutzholz, dasjenige Holz, welches zur Herstellung von Holzfabrikaten gebraucht, verarbeitet wird, im Gegensatz zu Brennholz (s. Holz, S. 675, und Holzsortimente). N. dient zum Hoch-, Erd-, Wasser- und Brückenbau, zum Maschinenbau, Schiffbau, zur Tischlerei, zum Wagnergewerbe und zur Böttcherei, zu Schnitzwaren, zur Drechslerei, zu Flechtwaren, zur Papierfabrikation.

Nutzkapital wird bisweilen im Gegensatz zum sogen. Produktivkapital ein Vorrat von Gebrauchsgegenständen genannt, weil er die Grundlage einer dauernden Nutzung bildet. Vgl. Kapital.

Nutzkilometer, im Verkehrswesen das Kilometer Weglänge, auf welchem Güter und Personen unmittelbar nach einem dritten Ort verbracht werden, im Gegensatz zu denjenigen Längen, welche für andre Zwecke (z. B. zum Rangieren) zurückgelegt werden.

Nutzlast, im Verkehrswesen die Last (Güter, Personen), deren Beförderung bezweckt wird; den Gegensatz zur N. bildet die tote Last, z. B. das Gewicht der Gegenstände (Wagen, Kohlen, Lokomotive, Schiff etc.) und der Personen, die nur dazu dienen, den Transport auszuführen.

Nützlichkeitstheorie, s. Utilitarismus.

Nutznießung, s. Nießbrauch.

Nutzung, s. v. w. Benutzung eines Gegenstandes, auch das Ergebnis einer solchen.

Nutzungsgemeinde, s. Gemeinde, S. 64.

Nux (lat.), Nuß.

Nux vomĭca, Brechnuß, s. Strychnos.

Nuytsland (spr. neuts-), Küstenstrich an der Großen Australischen Bucht, nach Pieter Nuyts benannt, welcher denselben 1627 auf seiner Fahrt nach Japan entdeckte.

Ny (schwed., spr. nü), in zusammengesetzten Ortsnamen vorkommend, bedeutet "neu".

Nya Elfsborg, Festung, s. Gotenburg.

Nyangwe, arab. Niederlassung am rechten Ufer des Lualaba (Oberlaufs des Congo), unter 4° 20' südl. Br., 530 m ü. M., im Lande der Manjema (rechts) und Bassonge (links), mit wenigen Hunderten Einwohnern, die, in zwei Teile geschieden, unter besondern Häuptlingen stehen. N. ist Hauptstapelplatz für die arabischen Händler, welche mit Manjema und Urua Handel treiben. Der Ort wurde 1871 von Livingstone, 1872 von Cameron, 1876 von Stanley und 1882 von Wißmann, später auch von andern Forschern besucht.

Nyanza, in Zentralafrika s. v. w. See; so Victoria N. (Ukerewe), Albert N. (Mwutan Nzige).

Nyassa, großer Süßwassersee in Südostafrika (s. Karte bei "Congo"), zwischen 9° 20' und 14° 25' südl. Br., wird an seinem Nordwestrand vom 34.°, an seinem Südostrand vom 35.° östl. L. v. Gr. durchschnitten, liegt 480 m ü. M. und umfaßt bei einer größten Breite von 96 km und einer Länge von 464 km ein Areal von 37,000 qkm (670 QM.). Der N. füllt eine mächtige Einsenkung in dem schmalen Südende des ostafrikanischen Hochlandes aus und empfängt von O. wie W. zahlreiche Zuflüsse, von denen indes keiner schiffbar ist. Seinen Abfluß hat er am Südende in dem kataraktenreichen Schire, einer Fortsetzung der Spalte des Hochlandes in südlicher Richtung. Der Ufersaum hat nur im NW. und SW. größere Breite, sonst treten die Berge überall dicht an den See heran; größere Buchten werden nur am Südende durch eine weit vorspringende Halbinsel gebildet. Die Zahl der durchweg kleinen Inseln ist nur in der Südhälfte bedeutend. - Der N. war schon im 17. Jahrh. den Portugiesen bekannt; zuerst erreichte ihn 1859 Livingstone, der ihn viermal besuchte, doch nicht nördlicher als 11° südl. Br. kam, und kurz nach ihm A. Roscher, welcher an seinem Ostufer ermordet wurde. Da arabische Händler am N. Sklavenstationen errichtet hatten, beschlossen englische Missionsgesellschaften, diesen entgegenzuwirken, und sandten 1875 ein Dampfschiff auf den N. unter Youngs Leitung, dem es auch gelang, das bis dahin unbekannte Nordende aufzufinden. Später wurde der See von Elton und Cotterill befahren, dann besuchte Thomson sein Nordende; 1883 forschte Stewart im NW. und der Missionär Johnsohn sieben Jahre lang am Ostufer. Die englische Mission legte zugleich am Westufer die Station Bandawe, am Ostufer Mbampa an und entsandte 1885 einen zweiten Missionsdampfer. Zugleich wurden Karonga am Nordwestufer sowie in Bandawe Handelsstationen errichtet. Vgl. Thomson, Expeditionen nach den Seen Zentralafrikas (deutsch, Jena 1882).

Nyborg, Hafenstadt (bis 1869 befestigt) auf der Ostküste der dän. Insel Fünen, Amt Svendborg, am Großen Belt, Endpunkt der Eisenbahnlinie Strib-N., mit ca. 4,5 m tiefem Hafen (Überfahrt nach Korsör in Seeland) und (1880) 5402 Einw.; Ausfuhr von Schweinen, Lumpen, Knochen (nach England und Deutschland), Einfuhr von Wein, Farbwaren, Futterstoffen, Baumwoll-, Woll- und Leinenwaren. N. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Die noch vorhandenen Reste des alten, berühmten Schlosses werden als Zeughaus benutzt. Hier 24. Nov. 1659 Sieg der Brandenburger, Dänen und Holländer über die Schweden unter Philipp von Sulzbach.

Nyctĕa, s. Eulen, S. 905.

Nycticorax, s. Reiher.

Nyctipithēcus, s. Nachtaffe.

Nyerup (spr. nürup), Rasmus, dänischer Litterarhistoriker, geb. 12. März 1759 zu Nyrup auf Fünen, wurde 1778 in Kopenhagen bei der königlichen Bibliothek angestellt, 1796 Professor der Litteraturgeschichte an der Universität, 1803 Universitätsbibliothekar; starb 28. Juni 1829. N., der sich durch einen außerordentlichen Fleiß und große Gelehrsamkeit auszeichnete, hat zahlreiche Schriften hinterlassen, welche vorzüglich die dänische Litteraturgeschichte bereicherten und auch jetzt noch als Materialiensammlungen von Wert, wenn auch nicht immer zuverlässig sind. Wir erwähnen davon nur die wichtigsten: "Bidrag til den danske Digtekunsts Historie" (mit Rahbek, Kopenh. 1800-1808, 4 Bde.), fortgesetzt als "Udsigt over den danske Digtekunst under Kong Frederik V" (1819) und als "Bidrag til en Udsigt over dansk Digtekunst under Kong Christian VII" (1828), bis 1775 reichend; ferner das historisch-antiquarische Sammelwerk "Historia-statistisk Skildring af Tilstanden i Danmark og Norge i äldre og nyere Tider" (1798-1806, 4 Bde.); die mit Rahbek und Abrahamson veranstaltete Ausgabe der altdänischen Heldenlieder: "Udvalgte danske Viser fra Middelalderen" (mit historischen Erläuterungen und den alten Melodien, 1812-14, 5 Bde.), die in "Ud-^[folgende Seite]