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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Oajaca; Oakham; Oakland; Oaks-Stakes; Oánnes; Oāsen; Oates

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Oajaca - Oates.

gen guten Hafen der ganzen Gruppe) bildet. Die Einwohner (Kanaken) sind gutmütig, gefällig und gebildeter als die der meisten anliegenden Inseln. Auch wohnen auf O. viele Europäer und Chinesen. Man baut in regelmäßigen Plantagen Arum (Taro), Zuckerrohr, Baumwolle, Indigo, Kokospalmen, Brotfrüchte, sammelt in den Wäldern Gummi, bereitet Seesalz und treibt lebhaften Handel mit den übrigen Sandwichinseln, Amerika, China und Europa. Die Hauptstadt der Insel ist Honolulu (s. d.). S. Karte "Ozeanien".

Oajaca (spr. -chāka), Staat der Bundesrepublik Mexiko, grenzt gegen Osten an Chiapas, gegen N. an Veracruz und Puebla, gegen W. an Guerrero, gegen S. an den Großen Ozean und umfaßt 74,546 qkm (1353,8 QM.). O. ist ein Gebirgsland, welches im NW. durch eine Querkette mit dem Randgebirge des Plateaus von Anahuac zusammenhängt und sich nach dem Golf von Mexiko, dem Stillen Ozean und dem Isthmus von Tehuantepec (s. d.) hin abdacht. Die höchsten Punkte liegen in der östlichen Hälfte des Staats, und dort erblickt man von dem zu 3990 m ansteigenden Zempoaltepec gleichzeitig beide Meere. Hauptfluß ist der Rio Verde, der in den Stillen Ozean mündet. Das Klima des Staats ist im allgemeinen sehr angenehm, mild und gesund, an der Seeküste und in den tiefen Thälern heiß, im Hochland kühl. Auch während der trocknen Jahreszeit sind Regen häufig; an der Küste kommen oft gefährliche Stürme vor. Auch Erdbeben, jedoch nicht von gefährlicher Natur, sind in O. nicht selten. Die Bevölkerung (1882: 761,274) besteht vorwiegend aus Indianern, welche zu den stammverwandten Stämmen der Mixteken, Zapoteken und Mixe gehören. Landbau bildet die Haupterwerbsquelle. Angebaut werden Mais, Weizen, Zuckerrohr, Bohnen, spanischer Pfeffer, Tabak, Kaffee, Kakao, Sesam, Anis, Kochenille. Dazu liefern die Wälder Farbholz, Kautschuk, Vanille und verschiedene Droguen. Der Bergbau ist noch unbedeutend (1880: 650 Arbeiter, Ertrag 191,920 Pesos). Es kommen außer Gold und Silber auch Quecksilber und andre Metalle vor. Petroleum ist an zwei Stellen entdeckt worden. Die Industrie hat in jüngerer Zeit bedeutende Fortschritte gemacht, ist aber fast ganz vom Landbau abhängig. Im J. 1878 gab es nur eine Wollfabrik, dagegen 233 Zuckermühlen, 858 Kornmühlen, 476 Mezcal-Destillerien, 17 Tabaksfabriken etc. Töpferwaren und Seife werden fast in jedem Dorf hergestellt. Die Seehäfen des Gebiets haben noch wenig Verkehr, der Handel geht beinahe gänzlich über den Hafen von Veracruz. Das Land enthält merkwürdige Altertümer, wie die Ruinen prächtiger Tempel und Paläste zu Mitla, dem aztekischen Miguitlan, dem ehemaligen Sitze zapotekischer Priesterherrlichkeit, die Reste indianischer Tempelbauten in der Nähe von Achiutla u. a. - Die gleichnamige, 1522 gegründete Hauptstadt liegt in einem fruchtbaren Thal am Fluß Atoyac, 1542 m ü. M., und hat (1882) 27,273 Einw. Unter den Plätzen sind die Plaza mayor und der Marktplatz, unter den öffentlichen Gebäuden der Regierungspalast, der Palast des Bischofs (in der Bauart den altzapotekischen Priesterpalästen zu Mitla nachgeahmt), die große, 1729 vollendete Kathedrale, das Dominikanerkloster mit reicher Kirche auf dem nördlichsten höchsten Punkte der Stadt und die Alhóndiga, eine geräumige Fruchthalle am Marktplatz, hervorzuheben. Die Stadt besitzt ein Institut für Fachstudien, mit 34 Professoren, ein Priesterseminar (Seminario Tridentino) spanischer Gründung, eine öffentliche Bibliothek von 14,000 Bänden, ein Irrenhaus, ein Armenhaus und ein Theater. Die Industrie der verhältnismäßig sehr wohlhabenden Stadt besteht hauptsächlich in der Fabrikation von Zigarren, Schokolade, Wachslichten, Seife, Baumwollweberei etc. O. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Es ist mit reifenden Gärten umgeben und hat einen fast das ganze Jahr über klaren, unbewölkten Himmel. Dicht dabei liegen Villa de Santa Maria de Marquesádo, Hauptort eines Marquisats des Fern. Cortez, und das von Azteken bewohnte Dorf Xalatláco. S. Karte "Mexiko".

Oakham (spr. ohk-häm), Hauptstadt der engl. Grafschaft Rutland, im Catmoßthal, mit einem alten Schloß, Lateinschule, Bibliothek und (1881) 3204 Einw. In der Nähe das dem Grafen Winchelsea gehörige schöne Schloß Burley on the Hill mit Park.

Oakland (spr. ohkländ), Stadt im nordamerikan. Staat Kalifornien, San Francisco gegenüber, mit dem eine Dampffähre es verbindet, malerisch inmitten immergrüner Eichen gelegen, hat eine 3350 m lange Anlände, auf welcher sich großartige Kornspeicher und Stallungen für 500 Rinder befinden, mehrere höhere Schulen und (1880) 34,555 Einw. Dabei Berkeley, mit der Universität des Staats und Sternwarte, Taubstummenanstalt und Blindenschule, und Alameda, mit 5708 Einw.

Oaks-Stakes (engl., spr. ohks-stehts, "Eichenrennen"), das bedeutendste, im Frühjahr zu Epsom (s. d.) abgehaltene Rennen für dreijährige Stuten.

Oánnes (Oan), nach Berosos' Bericht ein fabelhaftes Wesen, halb Fisch, halb Mensch, welches bei Babylonien aus dem Meer auftauchte und die Babylonier Sprache und Wissen, Ackerbau, Künste und Schrift lehrte.

Oāsen (kopt. Uah, arab. Wāh), die in Wüsten vorkommenden kulturfähigen Landstriche, welche man mit Inseln im Sandmeer verglichen hat. Die O. Nordafrikas sind bassinartige, von Bergketten und Hügelzügen umgebene Vertiefungen, die entweder durch einen kleinen, aus dem spärlichen Regenwasser angesammelten Bach oder See bewässert werden oder aus Quellen, die einer der umgebenden Hochflächen entspringen. Diese Wasseransammlungen bedingen die Bewohnbarkeit der O., indem sie eine rege Vegetation hervorrufen, welche hauptsächlich durch die Dattelpalme (Phoenix dactylifera), die Dumpalme (Crucifera thebaica), den arabischen Gummibaum (Acacia vera) und den Mannastrauch (Tamarix africana) charakterisiert ist. Die O. bestimmen die Richtung der Karawanen in der Wüste und bilden unentbehrliche Ruhepunkte für dieselben, wo sie Wasser aufnehmen und sich verproviantieren. Die Karawanenstraßen haben daher seit den ältesten Zeiten so ziemlich ihre Richtung beibehalten. Schon im Altertum berühmt, zum Teil als Verbannungsorte, waren die Oase des Jupiter Ammon (jetzt Oase von Siwah) und die westlichere Oase Audschila sowie die sogen. Kleine (Farafrah und Bacharieh) und Große Oase (Chargeh und Dachel) zunächst westlich von Ägypten. Die Franzosen haben in neuester Zeit mit glücklichem Erfolg in der algerischen Provinz Konstantine durch Anlage von artesischen Brunnen neue O. zu schaffen versucht.

Oates (spr. ohts), Titus, engl. Abenteurer, geb. 1619 als Sohn eines baptistischen Predigers, studierte zu Cambridge, wurde Vikar der anglikanischen Kirche, trat 1677 zur katholischen Kirche über und ging ins Ausland, kehrte 1678 nach England zurück und beschuldigte, wieder protestantisch geworden, vor