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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Oldenburg; Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden; Oldendorf; Oldenhorn; Oldensworth; Oldenzaal; Oldesloe; Oldham

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Oldenburg (Städte) - Oldham.

schen Mobilmachungsantrag am Bund und folgte bereits 19. Juni der Aufforderung der preußischen Regierung, mit ihr ein Bündnis abzuschließen und das oldenburgische Kontingent zu mobilisieren. Die Truppen Oldenburgs wurden mit denen der Hansestädte zu einer Brigade formiert und unter Führung des Generals v. Weltzien der Division Goeben zugeteilt. Am 18. Aug. trat O. dem neugebildeten Norddeutschen Bund bei. Am 27. Okt. wurde sodann ein Vertrag zwischen der Krone Preußen und O. vereinbart. Darin gab der Großherzog seine Erbrechte an die Elbländer auf, erhielt aber von Preußen 1 Mill. Thlr. sowie das holsteinische Amt Ahrensböck (149 qkm mit 12,604 Einw.), wodurch das Fürstentum Lübeck angemessen arrondiert werden sollte. Am 15. Juli 1867 schloß der Großherzog eine Militärkonvention mit Preußen ab. Der Landtag Oldenburgs von 1868 vereinbarte mit der Regierung eine ganz neue Organisation der Verwaltung, der zufolge das Staatsministerium fünf Departements umfaßt, deren drei Vorstände das Gesamtministerium bilden (s. oben). Am Krieg von 1870/71 nahmen auch Oldenburgs Truppen im Verband der 19. Division erfolgreichen Anteil. Vgl. Halem, Geschichte des Herzogtums O. (Oldenb. 1794-96, 3 Bde.; unvollendet); Runde, Oldenburgische Chronik (3. Aufl., das. 1863).

Oldenburg, 1) Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Oldenburg, an der schiffbaren Hunte, welche einen Teil der Stadt durchfließt, einen Hafen bildet und 3 km südlich durch den Ems-Huntekanal mit der Ems in Verbindung steht, Knotenpunkt der Linien Bremen-Neuschanz, O.-Osnabrück und O.-Wilhelmshaven der Oldenburgischen Staatsbahn, 5 m ü. M., besteht aus einem verhältnismäßig kleinen innern Kern, dessen Straßen ziemlich eng gebaut sind, und dem weit ausgedehnten, an Gärten reichen neuern Stadtteil. Schöne, mit Bäumen bepflanzte Promenaden, an Stelle der alten Wälle, ziehen sich zwischen beiden Stadtteilen hin. O. hat 2 Kirchen (die jetzt wieder aus einem Zentralbau mit römischer Rotunde zum gotischen Langbau umgestaltete evang. Lambertikirche und die gotische kath. Kirche), eine Synagoge, ein großherzogliches Schloß mit Marstall und schönem Garten, ein Denkmal des Philosophen Herbart und mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 91, ein Dragonerregiment Nr. 19 und eine Abteilung Feldartillerie Nr. 26) 21,438 meist evang. Einwohner. An Industriezweigen sind vertreten: Eisengießerei, Warpspinnerei, Fabrikation von Glas, Tabak und Zigarren, Leder, Steingutwaren, Handschuhen etc.; der Handel ist in Getreide und Pferden (vier sehr besuchte Pferdemärkte) lebhaft. O. ist Sitz der Landesbehörden des Großherzogtums, eines Oberlandes- und eines Landgerichts, des Kommandos der 37. Infanteriebrigade, einer Oberpostdirektion, eines Hauptsteueramts, einer Oberförsterei, der Oldenburgischen Eisenbahndirektion, der Oldenburgischen Feuer-Versicherungsgesellschaft und hat ein Gymnasium, eine Oberrealschule, ein evang. Schullehrerseminar, ein Theater, ein Naturalienkabinett, eine Gemäldegalerie (im Augusteum), ein neues gotisches Rathaus, eine öffentliche Landesbibliothek mit 150,000 Bänden etc. Südlich bei O. liegt das vielbesuchte Everstenholz und südöstlich dabei das Dorf Osternburg mit Spinnerei und (1885) 4464 Einw. Zum Bezirk des Landgerichts O. gehören die 14 Amtsgericht zu: Brake, Butjadingen, Damme, Delmenhorst, Elsfleth, Friesoythe, Jever, Kloppenburg, Löningen, O., Varel, Vechta, Westerstede und Wildeshausen. O. ward 1155 befestigt, 1168 von Heinrich dem Löwen, 1230 von den Stedingern belagert, 1345 mit dem Stadtrecht beliehen.

2) (Aldenburg) Kreisstadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, am Oldenburger Graben, der den Gruber und Wesseker See verbindet, und der Eisenbahn O.-Neustadt i. Holst., hat eine große Kirche, ein Amtsgericht, eine Dampfmühle und (1885) 2484 evang. Einwohner. O. war von 948 bis 1163 Sitz eines Bistums, das dann nach Lübeck verlegt wurde.

^[Abb.: Wappen von Oldenburg.]

Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden, s. Oldenburg, S. 365.

Oldendorf, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rinteln (Grafschaft Schaumburg), an der Weser und der Linie Elze-Löhne der Preußischen Staatsbahn, hat eine schön restaurierte evang. Kirche, ein Schloß, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, Zucker-, Leder- und Zigarrenfabrikation und (1885) 1630 meist evang. Einwohner. Hier 8. Juli 1633 Sieg der vereinigten Schweden, Hessen und Braunschweiger unter Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg über die Kaiserlichen unter Graf Gronsfeld. Vgl. Wehrhahn, Hessisch-O. und seine Schlachtfelder (Rinteln 1875).

Oldenhorn, Berg, s. Diablerets.

Oldensworth, Flecken in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Eiderstedt, mit 460 Einw., bekannt durch den Oldensworther Vertrag vom 16. Nov. 1713, infolge dessen sich der schwedische Feldmarschall Steenbock den vereinigten Russen, Sachsen und Dänen mit 11,000 Mann kriegsgefangen ergab.

Oldenzaal (spr. -sal), Stadt in der niederländ. Provinz Overyssel, an der Eisenbahn Arnheim-Salzbergen, hat eine alte kath. Kirche von merkwürdiger Bauart, eine reform. Kirche, ein Gymnasium, Ackerbau, Baumwollfabrikation und (1886) 4054 Einw.; war früher Festung.

Oldesloe (Odisloe, spr. -lo), Stadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Stormarn, an der Trave, Knotenpunkt der Linien Neumünster-O. und O.-Schwarzenbek der Preußischen Staatsbahn sowie der Eisenbahn Lübeck-Hamburg, hat ein Realprogymnasium, eine Sol- und eine Schwefelquelle mit Bad (Sol-, Schwefel- und Moorbäder), eine Heilanstalt für skrofulöse Kinder, ein Amtsgericht, eine Zuckerfabrik, eine Hutfabrik, Gerberei, Eisengießerei, Bierbauerei ^[richtig: Bierbrauerei] und (1885) 4334 Einw. - O. wird bereits 1151 erwähnt, zu welcher Zeit Heinrich der Löwe die Salzquellen daselbst aus Eifersucht verschütten ließ; sie kamen erst im 18. Jahrh. wieder in Betrieb. Die alten Befestigungen der Stadt wurden 1310 vom Herzog Erich von Lauenburg und den Lübeckern zerstört.

Oldham (spr. óhldhäm); Fabrikstadt in Lancashire (England), 8 km nordöstlich von Manchester, auf einer Anhöhe am Medlock, hat eine lateinische Schule, ein Lyceum, große Bade- und Waschanstalt, öffentliche Markthallen und (1881) 111,343 Einw. Die Stadt ist verhältnismäßig neuen Ursprungs und äußerst rasch gewachsen, was seinen Grund in den reichen Kohlenlagern der Nachbarschaft und der dadurch hervorgerufenen Industrie hat. Wichtig sind namentlich die Baumwollwarenfabriken (1881: 28,949 Arbeiter), die Eisenindustrie (3594 Arbeiter) und der Maschinenbau (2685 Arbeiter). Außerdem gibt es Messinggießereien,