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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Onstmettingen - Onyx.

Véga" und "Le colporteur", vorteilhaft kennzeichnen, vermochten für die ihnen mangelnde Kraft und Originalität zeitweilig zu entschädigen, reichten jedoch nicht hin, um denselben die Teilnahme der jüngern Generation zu erhalten.

Onstmettingen, Pfarrdorf im württembergischen Schwarzwaldkreis, Oberamt Balingen, an der Schmiecha, mit mechanischer Werkstätte, Holzwarenverfertigung, Weißstickerei und (1885) 2162 Einw. Dabei die 290 m lange Höhle Linkenboldslöchlein.

Ontario (spr. ontehrio), Provinz der britisch-amerikan. Dominion von Kanada, liegt nördlich vom St. Lorenzstrom und den Kanadischen Seen und westlich vom Ottawafluß. Derjenige Teil der Provinz, der sich zwischen den Seen in südwestliche Richtung erstreckt (ein reich bewässertes Hügelland), ist der gesegnetste Teil des britischen Nordamerika. Der nördliche und westliche Teil der Provinz ist noch großenteils Urwald. Dort sind Seen zahlreich. Die Föhre ist der wichtigste Baum. Berge oder gar Gebirge kommen nirgends vor. Das Klima ist trocken bei strengem Winter und heißem Sommer (Toronto, Februar -3,5, Juli 19,1, Jahr 6,8° C.; 86 mm Regen und Schnee). O. hat ein Areal von 374,499 qkm (6804,3 QM.) mit (1871) 1,620,842, (1881) 1,938,553 Einw. mit Einschluß von 15,325 Indianern. Das britische Element herrscht hier vor, und nur 7 Proz. der Einwohner sind katholisch. Neben 15 Colleges und 110 höhern Schulen sorgen die in jedem Dorf zu findenden Freischulen für die Bildung des Volkes. In Guelph besteht eine landwirtschaftliche Akademie. Im J. 1884 wurden sämtliche Schulen von 491,634 Kindern besucht. Von je 100 Einw. beschäftigen sich 63,5 mit Landwirtschaft, 0,1 mit Bergbau, 27,0 mit Industrie, 9,4 mit Handel. Angebaut waren 1886: 3,077,280 Hektar; an Vieh zählte man 1888: 569,649 Pferde, 2,018,173 Rinder, 1,610,949 Schafe und 820,125 Schweine. Haupterzeugnisse des Ackerbaues sind: Weizen, Hafer, Gerste, Mais, Roggen; Kartoffeln, Erbsen, Rüben; Flachs und Tabak. Äpfel, Pfirsiche und andre Obstsorten gedeihen vortrefflich, und aus den Trauben keltert man einen trinkbaren Wein. Auch Sorghum, Bataten, spanischer Pfeffer und Tomaten gedeihen in den südlichen Gegenden. Die Wälder sind eine wichtige Quelle des Wohlstandes und liefern neben Holz und Pottasche auch Ahornzucker. Außer Eisen, Kupfer, Blei und Silber werden Steinsalz und Petroleum gewonnen. Die Industrie nimmt immer größern Umfang an. Sägemühlen und Fabriken für die Herstellung von wollenen Waren, Möbeln, Maschinen, Ackerbaugeräten, Wagen, Stutzuhren etc. sind bereits zahlreich. Den Handel fördern Eisenbahnen und Kanäle nicht weniger als die von Seen und Flüssen gebotenen natürlichen Verkehrswege. Der Handelsverkehr ist der Lage des Landes gemäß vorwiegend mit den Vereinigten Staaten (Ausfuhr 1886: 27,088,868 Dollar, Einfuhr 39,069,475 Doll.). An der Spitze der Verwaltung steht der von der Krone ernannte Gouverneur, dem eine aus Volkswahlen hervorgegangene Gesetzgebende Versammlung von 90 Mitgliedern zur Seite steht. Die Einkünfte beliefen sich 1886 auf 4,968,192 Doll. Hauptstadt ist Toronto.

Ontariosee (spr. ontehrio-), der unterste (östlichste) und kleinste der fünf großen Kanadischen Binnenseen, wird im N. und W. von der britischen Provinz Ontario, im S. und N. vom Staat New York umschlossen, hat eine Länge (von SW. nach NO.) von 310 km, eine Breite bis zu 90 km, eine Küstenentwickelung von 760 km und einen Flächenraum von 19,823 qkm (360 QM.). Der O. liegt 76,2 m ü. M., um 98,5 m tiefer als der Eriesee, aus welchem er durch den Niagara sein Wasser empfängt. Seine Tiefe ist sehr ungleich, beträgt aber fast nirgends unter 5 m, während die tiefsten Stellen auf 225 m geschätzt werden. Er enthält viele Fische, namentlich Lachse und Barsche. Die Ufer sind im allgemeinen flach, teilweise sogar sumpfig, und nur auf der Halbinsel von Quinte, an der Nordküste, erheben sich malerische Hügel. Im S. zieht sich längs derselben in einer Entfernung von 5-12 km ein Dünenzug (Lake Ridge) hin, der bis 50 m ansteigt. Das zunächst an den See angrenzende Land ist reich bewaldet und durch blühende Ansiedelungen belebt; seine Küsten sind reich an guten Häfen, vorzüglich auf der kanadischen Seite, wo Burlingtonbai sowie Toronto und Kingston hervorzuheben sind, wozu auf der Südseite noch Sackett's Harbour (am Ostende, zu New York gehörig) kommt. Da der See fast nie zufriert und selbst für die größten Schiffe leicht und sicher fahrbar ist, so ist die Schiffahrt auf demselben weit bedeutender als auf den übrigen vier Kanadischen Seen. Seinen Abfluß bildet der St. Lorenzstrom (s. d.).

Onteniénte, Bezirksstadt in der span. Provinz Valencia, am Albaida, hat bedeutende Papierfabrikation, Tuch- und Leinweberei und (1878) 11,727 Einw.

Ontogenēse (Ontogonie, Ontogenie), s. Darwinismus, S. 568, und Entwickelungsgeschichte, S. 682.

Ontologie (v. griech. on, das Seiende), die Lehre vom Sein und von dem Seienden, der Teil der Philosophie, welcher sich mit der begrifflichen Entwickelung dessen, was den Erscheinungen zu Grunde liegt, beschäftigt (vgl. Metaphysik); daher Ontologismus insbesondere das System des italienischen Philosophen Gioberti (s. d.); über den ontologischen Beweis für das Dasein Gottes s. Gott.

Ontostátik (griech.), allgemeine Theorie vom Gleichgewicht der Dinge.

Onuris (Anhur), ägypt. Gott, eine Form des Schu (s. d.) und daher eine kosmogonische Kraft. Er wird schreitend und mit langem Gewand angethan dargestellt; in den Händen trägt er einen Strick, auf dem Haupt einen Strauß von vier hohen Federn.

Onus (lat.), Last, Beschwerde, Abgabe (s. Onera); o. fabricae, die Last der Unterhaltung oder Ausbesserung von Gebäuden; o. probandi, Beweislast (s. Beweis, S. 864).

Oenus, lat. Name des Inn.

Onychia (griech.), Entzündung des Nagelbetts, wodurch der Nagel abgehoben zu werden pflegt.

Onychogryphōsis (griech.), s. Nagelverkrümmung.

Onychokritīe (griech.), Andeutung des Charakters eines Menschen aus der Bildung seiner Fingernägel.

Onychomantīe (griech.), Wahrsagung aus der Beschaffenheit der Fingernägel, noch heute insofern üblich, als man die weißen Flecke derselben auf Glück und Unglück deutet.

Onychomykōsis (griech.), krankhafte Pilzbildung in den Nägeln der Finger und Zehen; s. Nägel, S. 976.

Onychosarkōm (griech.), ein Nagelfleischgewächs.

Onyx (griech.), Kralle, Klaue, Huf; Fingernagel; auch s. v. w. Meernagel (s. d.).

Onyx, Spielart des Chalcedons (s. d.), welche durch weiße oder lichtgraue, mit schwarzer, brauner oder überhaupt dunkler abwechselnde, scharf begrenzte Streifung ausgezeichnet ist. Wechseln bloß weiße und graue Streifen, so heißt er Chalcedonyx, fallen die dunkeln Streifen ins Rote, Sardonyx. Der O. war bei den Alten sehr geschätzt, man fertigte dar-^[folgende Seite]