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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Orĕgon City; Öregrund; Oréide; Oreithyia; Orel

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Oregon City - Orel.

1920 km Eisenbahnen, und der Staat besaß 184 Schiffe von 59,192 Ton. Gehalt. Die Einfuhr belief sich 1886-87 auf 231,438 Doll., die Ausfuhr auf 1,357,281 Doll. Der Gouverneur und andre hohe Beamte werden vom Volk auf vier Jahre gewählt. Die gesetzgebende Gewalt übt eine Versammlung, die aus 30 Senatoren und 60 Volksvertretern besteht, von denen erstere auf 4, letztere auf 2 Jahre gewählt werden. Die Richter werden vom Volk auf 6 Jahre gewählt. Ein Vorschlag, den Frauen das Stimmrecht zu geben, wurde 1884 abgelehnt. Die Einnahmen des Staats betrugen 1885: 277,996 Doll., die Staatsschulden 110,000 Doll. Hauptstadt ist Salem.

O. hieß ursprünglich das ausgedehnte Küstengebiet an der Nordwestküste von Nordamerika, das Stromgebiet des Oregon River oder Columbiaflusses, das, im W. vom Großen Ozean, im Osten von den Rocky Mountains begrenzt, im S. bis zum 42.° nördl. Br. reichend und im N. mit unbestimmter Grenze, einen Flächenraum von ungefähr 1¼ Mill. qkm einnahm. Das Land wurde 1775 von Spaniern entdeckt und 1778 von Cook besucht. 1791 befuhr der englische Kapitän Gray den Oregon, und 1792 nahmen die Engländer das Gebiet in Besitz. Bis 1804 wurde das Land nur von amerikanischen Pelzjägern und Pelzhändlern besucht. Nachdem aber Jefferson, der Präsident der Vereinigten Staaten, 1805 und 1806 eine Expedition zur Rekognoszierung des Landes ausgesandt hatte, wurde der Besitz desselben eine Streitfrage zwischen England und Nordamerika, die durch den Vertrag vom 13. Juni 1846 dahin geschlichtet wurde, daß die Grenze des nordamerikanischen Gebiets von den Rocky Mountains längs des 49.° nördl. Br. bis zu der Fucastraße reichen sollte. Seitdem zerfiel O. in das englische Gebiet nördlich vom 49.° nebst den Vancouverinseln, das als Neukaledonien oder Britisch-Columbia bis 1871 im Besitz der Hudsonbaikompanie war, seitdem aber zum Kanadischen Bund gehört und in den den Vereinigten Staaten gehörigen Teil zwischen 42 und 49° nördl. Br. Derselbe ward durch die Kongreßakte vom 14. Aug. 1848 als Territorium der Union organisiert. 1853 wurde die nördlich vom Columbiafluß liegende Hälfte davon abgetrennt und als eignes Territorium Washington organisiert, die südliche Hälfte aber 14. Febr. 1850 vom Kongreß als selbständiger Staat in die Union abgenommen. Vgl. Dunn, History of the O. Territory (Lond. 1846); Gray, History of O. 1792-1849 (Portland 1870); H. G. Müller, O. und seine Zukunft (Leipz. 1872); Parkman, O. trail (8. Aufl., Lond. 1886).

Orĕgon City (spr. ssitti), Stadt im nordamerikan. Staat Oregon, am Willamettefluß, der hier Fälle bildet, welche durch einen Kanal umgangen werden, hat Kornmühlen, eine Wollfabrik und (1880) 1263 Einw.

Öregrund, Hafenstadt im schwed. Län Stockholm, an der Küste, der Insel Gräsö gegenüber, mit Fort, Eisenhandel, Schiffahrt, Fischerei und (1885) 870 Einw.

Oréide, s. Messing (Rotguß).

Oreithyia, s. Boreas.

Orel (spr. arjól), russ. Gouvernement, grenzt im N. an Kaluga und Tula, im Osten an Tambow und Woronesh, im S. an Kursk und im W. an Smolensk und Tschernigow und umfaßt ein Areal von 46,726 qkm (848,58 QM.). Das Land, eine leichtwellige Ebene, in welche die Flüsse tiefe Schluchten gegraben, hebt sich gegen S. bis zu ca. 280 m Höhe. Der Boden gehört im Osten und N. den mittlern Schichten der devonischen Formation, im S. und W. der Kreideformation an und zerfällt sowohl in ökonomische als in physischer Hinsicht in drei Teile. Der östliche, zum Stromgebiet des Don, welcher hier die schiffbare Sosna aufnimmt, gehörend, ist am dichtesten bevölkert, waldarm, hat fetten Humusboden und reichen Ackerbau; der mittlere Teil, zum Stromgebiet der Oka, welche hier die schiffbare Suscha aufnimmt, gehörend, hat Humus und Lehmboden gemischt; neben dem Ackerbau (besonders Hanf) ist die Industrie hier am stärksten vertreten. Der westliche Teil endlich, zum Stromgebiet der Desna (Nebenfluß des Dnjepr), welche hier die schiffbare Bolwa aufnimmt, gehörend, hat vornehmlich Sandboden und ist reich an Seen und Sümpfen wie an Wald; der Ackerbau ist hier unzureichend, dafür sind Holz-, Wander- und Hausindustrie sowie Kleinhandel und Bienenzucht entwickelt. Das Areal des Gouvernements zerfällt in 62 Proz. Acker, 12,5 Wiesen, 20 Wald und 5,5 Proz. Unland. Das Klima ist kontinental, die mittlere Jahrestemperatur +5,1° C. Die Einwohner, (1883) 1,918,342 an Zahl, 41 pro QKilometer, sind fast ausschließlich Russen und bekennen sich zur griechischen Kirche; auf Sektierer kommt ca. 1 Proz. Alle Getreidearten gedeihen gut, auch Hopfen, Gemüse und Früchte; 1884 wurden geerntet 6⅕ Mill. hl Roggen, 4⅘ Mill. hl Hafer, 85,000 hl Gerste, 5½ Mill. hl Kartoffeln. Weizen wird wenig gebaut; der bedeutende Getreidehandel, der besonders Roggen und Hafer zur Ausfuhr bringt, konzentriert sich hauptsächlich in Orel, Mzensk, Jelez und Liwny. Die Viehzucht repräsentierte 1883: 281,408 Rinder, 995,000 Schafe, 5958 Ziegen, 226,000 Schweine und 459,000 Pferde; für die Veredelung der letztern ist in gegen 100 Gestüten gesorgt. Die Industrie ist im raschen Wachsen begriffen, der Produktionswert sämtlicher industrielle Etablissements betrug 1852: 5⅓ Mill., 1884: 25 Mill. Rubel. An Fabriken zählte man 531 mit 16,777 Arbeitern. In erster Linie stehen: Branntweinbrennerei (8 Mill. Rub.), Stahlschienenfabrikation (3,8 Mill. Rub.), Ölschlägerei (3,1 Mill. Rub.), Getreidemüllerei (1,8 Mill. Rub.), Glasindustrie (1,6 Mill. Rub.), Hanfindustrie (1,5 Mill. Rub.), Lederindustrie (1,2 Mill. Rub.), in geringerm Grad auch Holzsägerei, Eisengießerei, Tabaksfabrikation und Maschinenbau. Elementarschulen zählte man 1883: 561 mit 37,177 Lernenden, unter welchen nur 4909 Mädchen; 20 Mittelschulen mit 4356 Lernenden, ein Priesterseminar mit 507, ein Lehrerseminar mit 50 und eine Handwerkerschule mit 79 Lernenden. Eingeteilt ist das Gouvernement in zwölf Kreise: Bolchow, Brjansk, Dmitrowsk, Jelez, Karatschew, Kromy, Liwny, Maloarchangelsk, Mzensk, O., Sjewsk und Trubtschewsk.

Die gleichnamige Hauptstadt, an der Mündung des Orlik in die Oka, Knotenpunkt der Eisenbahnen Moskau-Kursk, O.-Grjäsi und O.-Witebsk, hat 20 griechisch-katholische, eine lutherische, eine römisch-kath. Kirche sowie 2 der Altgläubigen, ein Theater, ein hübsches steinernes Kaufhaus, mehrere Banken, ein Real-, ein Militär-, ein klassisches und ein Mädchengymnasium, das Alexandrinische Fräuleininstitut und ein geistliches Seminar, eine öffentliche Bibliothek, Irren-, Armen- und Krankenhäuser und (1883) 76,601 Einw. Sie besitzt über 100 industrielle Etablissements, besonders für Fabrikation von Seilerwaren, Grütze, Talglichten, Maschinen, Ziegeln und Grünspan. Den regen Handel, vornehmlich mit Cerealien, Seilerwaren und Talg, vermittelt außer der Eisenbahn die schiffbare Oka. Bemerkenswert ist auch der schöne, über 8 Hektar große, 1823 eröffnete Stadtgarten. O. ist der Sitz des Kommandos des 9. Armeekorps. O., 1564 als Grenzfestung gegen die Ta-^[folgende Seite]