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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Östergötland - Ostermann.

an einer gegen Morgen fließenden Quelle geschieht. Es muß geschehen, ohne daß dabei ein Wort gesprochen wird, und das hier und da in der Kirche mit eingesegnete Osterwasser soll sich dann das ganze Jahr frisch erhalten, heilbringend und verschönernd wirken. An den Osterfeiertagen werden dann in verschiedenen Gegenden bestimmte Osterspiele ausgeführt, in Italien Passionsspiele und Aufzüge, in Griechenland feierliche Reigentänze, in Siebenbürgen Hahnenschlag, in Rußland allgemeine Volksbelustigungen auf dem Anger, woselbst sich ein vollkommenes Jahrmarktstreiben entwickelt.

Östergötland, Landschaft, s. Ostgotland.

Osterhofen, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Niederbayern, Bezirksamt Vilshofen, an der Donau und der Linie Passau-Nürnberg-Würzburg der Bayrischen Staatsbahn, 318 m ü. M., hat ein Amtsgericht und (1885) 1576 kath. Einwohner.

Osterholz, Flecken und Kreisort im preuß. Regierungsbezirk Stade, an der Linie Wunstorf-Bremerhaven der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine Maschinen- und eine Stärkefabrik und (1885) 1767 fast nur evang. Einwohner.

Osterīa (ital.), Wirtshaus, Schenke.

Osterinsel (Waihu, Rapanui), Insel in Ozeanien, östlich vom Archipel der Tuamotuinseln, 118 qkm (2,14 QM.) groß, mit nur einem einzigen Landungsplatz (Cookshafen), im Innern gebirgig, mit vielen erloschenen Kratern (bis zu 600 m Höhe). Hauptprodukte sind: Pisang, Bataten, Zuckerrohr etc. Die Einwohner sind durch gewaltsame Entführung nach den Guanolagern von Peru, durch Auswanderung nach den Gambierinseln und nach Tahiti sowie durch die Folgen der herrschenden Polyandrie 1860-82 von 3000 Seelen auf 150 zusammengeschmolzen. Roggeveen entdeckte die Insel am Ostertag 1722 (daher der Name). Chilenische Missionäre landeten daselbst 1863. Merkwürdig sind die zahlreichen grob gearbeiteten Steinmonumente. 1882 wurde die Insel von dem deutschen Kriegsschiff Hyäne besucht; über die Resultate der damals angestellten Forschungen vgl. Geiseler, Die O., eine Stätte prähistorische Kultur in der Südsee (Berl. 1883).

Osterkuß, s. Ostern.

Osterlamm, s. Passah.

Osterland (Marchia orientalis), ursprünglich Name der alten nordthüringischen Mark, welche Gero (940-965) von der Saale über die Mulde und Elbe ausdehnte. Ihr Kern war die spätere Mark Landsberg, doch umfaßte sie auch die Gegend um Eilenburg und den westlichen Teil der Niederlausitz. Von Geros Nachkommen ging das O. 1017 auf Dietrich aus dem Haus Wettin über und ward 1123 mit der Mark Meißen und 1136 mit der Lausitz vereinigt. Bei der Teilung von 1265 behielt Heinrich der Erlauchte, außer Meißen und der Lausitz, vom O. das Gebiet an der Elbe um Torgau; die Mark Landsberg mit ihren Erweiterungen im S. um Weißenfels und Kamburg, was man jetzt zusammen O. nannte, gab er seinem zweiten Sohn, Dietrich dem Feisten. Als man nach Heinrichs des Erlauchten Tod (1288) zu einer neuen Teilung schritt, erhielt der eine Enkel, Dietrich, die Lausitz, der andre, Friedrich (Tutta), Meißen und O.; beide Lande aber nannte man Marchia orientalis. 1298 kam die Mark Landsberg durch Kauf an Brandenburg und wurde erst 1347 von Meißen wieder erworben. Im 14. Jahrh. erweiterte sich der Begriff O., indem man auch das Pleißnerland sowie Gera und Schönburg hinzurechnete. Bei der Teilung von 1382 wurde das O. den Söhnen Friedrichs III. von Meißen zugewiesen. In der spätern Zeit verschwindet allmählich der Name O. Vgl. v. Posern-Klett, Zur Geschichte der Verfassung der Mark Meißen (Leipz. 1863).

Österlen, Friedrich, Mediziner, geb. 22. März 1812 zu Murrhardt in Württemberg, studierte 1830 bis 1834 zu Tübingen, ließ sich 1835 als Arzt in Murrhardt nieder, habilitierte sich aber 1843 in Tübingen als Privatdozent, erhielt hier eine Professur und folgte 1845 einem Ruf als Professor der medizinischen Klinik nach Dorpat. 1848 nahm er seine Entlassung, lebte fortan in Heidelberg, Zürich, Glarus und Stuttgart, wo er 19. März 1877 starb. O. widmete sich mit großem Erfolg physiologischen Untersuchungen, wies unter anderm zuerst den Eiweißgehalt der Ruhrstühle nach, wandte sich dann aber hauptsächlich der Gesundheitslehre und der medizinischen Statistik zu, für welche er bahnbrechend gewirkt hat. Er schrieb: "Handbuch der Heilmittellehre" (7. Aufl., Tübing. 1861); "Handbuch der Hygieine" (3. Aufl., das. 1876); "Medizinische Logik" (das. 1852); "Handbuch der medizinischen Statistik" (das. 1865); "Der Mensch und seine physische Erziehung" (Leipz. 1859); "Die Seuchen, ihre Ursachen, Gesetze und Bekämpfung" (Tüb. 1873). Er begründete 1845 die "Jahrbücher für praktische Heilkunde" und 1860 die "Zeitschrift für Hygieine, medizinische Statistik etc." (Tüb.).

Österley, 1) Karl, Maler, geb. 20. Juni 1805 zu Göttingen, Schüler Matthäis in Dresden, hielt sich 1824-29 in Rom auf und war seit 1831 Professor der Kunstgeschichte in seiner Vaterstadt, wo er mit O. Müller die "Denkmäler der Kunst" herausgab. Dazwischen machte er als Maler weitere Studien in Düsseldorf, München und Paris. Nach Vollendung des Bildes: Christus und Ahasverus (1844) wurde er zum hannöverschen Hofmaler ernannt. Von seinen übrigen Werken sind hervorzuheben: die Tochter Jephthas (1836); Christus die Kinder segnend (1841); die Himmelfahrt Christi, Fresko der Schloßkirche zu Hannover (1838 vollendet); Szene aus Bürgers "Lenore"; Dornröschen (1861); Hans Memling im Hospital zu Brügge (1865). Auch malte er Altargemälde und Porträte und führte Kartons für Glasgemälde aus.

2) Karl, Maler, Sohn des vorigen, geb. 23. Jan. 1839 zu Göttingen, besuchte das Polytechnikum in Hannover und ging 1857 auf die Akademie zu Düsseldorf, wo er sich unter Deger für die religiöse Malerei ausbildete. Während eines Aufenthalts in Lübeck, wo er 1865 Memlings Passionsbild kopierte, wurde er zu Versuchen auf dem Gebiet der Landschafts- und Architekturmalerei angeregt, die so glücklich ausfielen, daß er sich fortan der Landschaft widmete. Seit 1870 wählt er seine Motive hauptsächlich aus Norwegen, dem Ziel häufiger Studienreisen. Er lebt in Hamburg und besitzt die Medaille 1. Klasse der Münchener Ausstellung. Seine durch Glanz des Kolorits und der Beleuchtung sowie durch großartige Auffassung ausgezeichneten Hauptwerke sind: Mitternachtsstimmung bei den Lofoten, norwegische Gebirgsschlucht, Romsdalsfjord, norwegischer Fjord, Raftsund im nördlichen Norwegen (1879, Museum zu Breslau), Fischer an der norwegischen Küste, nordische Sommernacht und Oldenvand im Nordfjord.

Osterluzei, Pflanzengattung, s. Aristolochia.

Osterluzeigewächse, s. Aristolochiaceen.

Ostermann, 1) Heinrich Johann Friedrich (russ. Andrej Iwanowitsch), Graf, ausgezeichneter russ. Diplomat, geb. 30. Mai 1686 zu Bochum in Westfalen, floh wegen eines Duells, in welchem er seinen Gegner tötete, von Jena nach Holland, trat, durch