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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ovĭbos; Ovidĭus Naso; Ovidukt; Oviēdo

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Ovibos - Oviedo.

5,3 Proz. des Areals. Hauptprodukte sind: Roggen, Buchweizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Flachs- und Leinsaat, Gemüse etc. Die Haupterwerbszweige sind Viehzucht und Torfstecherei. Der industrielle Teil der Provinz ist die Landschaft Twenthe (s. d.), wo sich eine große Zahl Baumwollspinnereien und -Webereien befindet, doch wird auch noch viel mit der Hand gewebt. Einen andern Industriezweig bilden die Steinöfen- und Ziegelbrennerei an der Yssel; nicht unbedeutend sind ferner die Mattenfabriken und Besenbindereien. Eine Eisenbahn verbindet Zwolle mit den nördlichen und südlichen Provinzen, eine andre die östlichen Fabrikstädte mit Deutschland. Eingeteilt wird O. in die Gerichtsbezirke: Almelo, Deventer und Zwolle. Hauptstadt ist Zwolle. S. Karte "Niederlande".

Ovĭbos, Moschusochs.

Ovidĭus Naso, Publius, berühmter röm. Dichter, geb. 43 v. Chr. zu Sulmo im Lande der Peligner, aus altem, begüterten Rittergeschlecht, kam frühzeitig nach Rom, wo er nebst seinem Bruder den Unterricht ausgezeichneter Lehrer genoß. Seine Neigung zog ihn zur Dichtkunst hin; doch studierte er auf den Wunsch seines Vaters Beredsamkeit und bekleidete, nach einer Reise in Griechenland und Asien in den Staatsdienst getreten, mehrere untergeordnete Ämter. Bald aber zog er sich von den öffentlichen Geschäften zurück und führte zu Rom ein der Kunst und den geselligen Vergnügungen gewidmetes Leben, bis er plötzlich 9 v. Chr. von Augustus, zu dessen Haus er durch seine dritte Heirat in nähern Beziehungen stand, aus uns unbekannten, vom Dichter nur dunkel angedeuteten Ursachen nach Tomi, einer Stadt am Schwarzen Meer, verwiesen wurde. Hier starb er im achten Jahr der Verbannung, 17 n. Chr. Als Dichter zeichnet sich O. aus zunächst durch seine Meisterschaft im Versbau und durch die Leichtigkeit und Anmut seiner Darstellung. Tiefe und Kraft des Gefühls und der Gedanken stehen nicht auf gleicher Höhe; ohne Stetigkeit springt er von einer Empfindung zu der entgegengesetzten über, weil er sich ganz dem Eindruck des Augenblicks überläßt und mehr nach rhetorischen als nach poetischen Regeln komponiert. Dadurch wird er zwar oft witzig und geistreich, oft aber auch leer und nichtssagend. Am meisten entsprach seiner Eigentümlichkeit die erotische Elegie. Die bekannteste seiner Dichtungen sind die "Metamorphoses" ("Verwandlungen") in 15 Büchern, eine kunstvoll zu einer laufenden Erzählung geordnete Sammlung griechische und römischer Verwandlungsmythen von der Weltschöpfung aus dem Chaos bis auf Cäsars Apotheose (Ausgaben von Gierig, Leipz. 1804-1807, 2 Bde.; 3. Aufl. von Jahn, 1821-23; Bach, Hannov. 1831-36, 2 Bde.; Baumgarten-Crusius, Leipz. 1835; M. Haupt, Bd. 1, 6. Aufl., besorgt von Korn, Berl. 1878; Bd. 2, 2. Aufl., das. 1881; Magnus, Gotha 1885; übersetzt von Voß, 2. Aufl., Braunschw. 1829, 2 Bde.; Tippelskirch, Berl. 1873). Gleichfalls mythologischer und sagenhafter, aber mehr didaktische Art und in elegischer Form sind die "Fasti" ("Festkalender") in 6 Büchern (ursprünglich auf 12, eins für jeden Monat, angelegt), worin an die merkwürdigen Tage und Feste des römischen Kalenders Erzählungen aus der ältern italischen Mythologie und aus der ältern heimischen Geschichte geknüpft sind (hrsg. unter andern von Gierig, Leipz. 1812-14; Merkel, Berl. 1841, und Peter, 2. Aufl., Leipz. 1883). Als Dichter der sinnlichen Liebe erscheint O. in seinen frühsten Werken, den "Amores" in 3 Büchern (übersetzt von Öhlschläger, Leipz. 1880), in der "Ars amatoria" oder "Ars amandi" in 3 Büchern und in den "Remedia amoris" (alle drei hrsg. von L. Müller, Berl. 1861). Eine eigentümliche Gattung der elegisch-didaktischen Poesie schuf O. gleichfalls in seinen frühern Jahren in den "Heroïdes", d. h. Liebesbriefen von Heroinen an ihre abwesenden Geliebten und Ehemänner; von den 21 noch vorhandenen hat jedoch die Kritik einige für unecht erklärt (hrsg. von Terpstra, Leiden 1829; Lörs, Köln 1829-30, 2 Bde., u. Sedlmayer, Wien 1886; übersetzt von Metzger, Stuttg. 1855; Lindemann, Leipz. 1867). Elegien im eigentlichen Sinn sind die während seines Aufenthalts in der Verbannung geschriebenen "Tristia" ("Klagelieder") in 5 Büchern (hrsg. von Jahn, Leipz. 1829; Merkel, Berl. 1837; Lörs, Trier 1839) und die "Epistulae ex Ponto" in 4 Büchern (hrsg. von Korn, Leipz. 1868). Außerdem sind von ihm erhalten Bruchstücke eines frühern Gedichts: "Medicamina faciei" ("Verschönerungsmittel des Gesichts"), und der in der Verbannung gedichteten "Halieutica" (von den Fischen im Schwarzen Meer), endlich "Ibis", ein dem Kallimachos nachgeahmtes Schmähgedicht gegen einen Unbekannten, gleichfalls aus der Verbannung. Die von den Alten sehr gerühmte Tragödie "Medea", ein Jugendwerk, ist verloren. Die wichtigsten Gesamtausgabe von O.' Werken sind: von Dan. Heinsius (Leid. 1629, 3 Bde.), Nik. Heinsius (Amsterd. 1658 u. 1661, 3 Bde.), Burmann (das. 1727, 4 Bde.), Jahn (Leipz. 1828-32, 2 Bde.; unvollendet), Merkel (das. 1853, 3 Bde.) und Riese (das. 1872-74, 3 Bde.). Den Text mit Übersetzung gab Lindemann (Leipz. 1853-67, 6 Bde.) heraus. Vollständige deutsche Übersetzungen befinden sich in den Sammlungen von Metzler und Hoffmann. Vgl. auch Schönfeld, Ovids Metamorphosen in ihrem Verhältnis zur antiken Kunst (Leipz. 1877).

Ovidukt (Oviductus), s. Eileiter.

Oviēdo, span. Provinz, früher mit dem historischen Namen Asturien (s. d.) benannt, wird im N. vom Viscayischen Meer, im Osten von der Provinz Santander, im S. von Leon und im W. von Lugo begrenzt und umfaßt 10,594 qkm (192 QM.). O. ist ein Gebirgsland und enthält im südlichen Teil den Hauptzug des Kantabrischen Gebirges von den Peñas de Europa (2665 m) bis zu der Verzweigung des Gebirgszugs in das galicische Bergsystem bei der Peña de Miravalles (2004 m). Von diesem Hauptzug streichen zahlreiche Ausläufer gegen N. in paralleler Richtung durch die Provinz zum Meer, darunter die Sierra de Rañadoiro. Zwischen diesen parallelen Bergrücken ziehen sich tiefe, romantische, gut angebaute Thäler hin, von Bergströmen (Navia, Nalon mit Narcea, Sella u. a.) bewässert, die ihren Weg zum nahen Ozean nehmen. Die Küste ist größtenteils ein bis 100 m ü. M. erhabenes Plateau, das meist in schroffen und zerrissenen Felsen abfällt. Das Klima ist gemäßigt, wiewohl das kälteste auf der ganzen Halbinsel; selbst im Sommer schmilzt zuweilen auf dem Kantabrischen Gebirge der Schnee nicht. Die Bevölkerung beträgt (1878) 576,352 Seelen (1885 auf 593,000 geschätzt), d. h. 54 pro QKilometer. Die Produkte sind: Getreide (doch nicht hinreichend, so sorgfältig auch die Abhänge der Gebirge und die Thäler angebaut sind), vorzüglich Roggen und Spelz, sodann Hülsenfrüchte (besonders Bohnen) und Rüben, Gemüse, Obst (besonders Äpfel, woraus Cider bereitet wird), Kartoffeln, Kastanien, Wal- und Haselnüsse; in den tief gelegenen, warmen Thälern gedeiht auch die Weinrebe und selbst die Zitrone. Der Wieswachs ist vortrefflich, und schöne Wälder (be-^[folgende Seite]