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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Palmaria - Palmelleen.

ein Theater, Hauptzollamt, Wasserleitung, Seidenindustrie und (1881) 3541 Einw. Die Festung, 1593 von Venedig erbaut, ward im März 1848 von Schwarzenberg blockiert und ergab sich 25. Juni.

Palmarĭa, kleine ital., zur Provinz Genua gehörige Insel, westlich vom Golf von Spezia, nahe dem Vorgebirge von Portovenere gelegen, hat Marmor- und Kalkbrüche, Wein- und Olivenbau und ist mit Befestigungswerken versehen.

Palmarĭum (lat.), Siegeslohn; Honorar des Advokaten für einen gewonnenen Prozeß.

Palmarōla, ital. Insel, s. Ponza.

Palmarōsaöl, s. Geraniumöl.

Palmārum (eigentlich Dies oder Dominica p.), s. Palmsonntag.

Palmas, Kap, Vorgebirge an der Küste von Liberia (Westafrika), unter 7° 45' westl. L. v. Gr. und 4° 22' nördl. Br., ist eine felsige, 25 m hohe Halbinsel mit Leuchtturm und dem Grab des nicht weit von hier auf hoher See verstorbenen Reisenden Nachtigal, dessen Leiche aber 1887 nach Camerun übergeführt wurde. Dabei die Negerstadt Harper, eine der gesündesten an dieser Küste, Die Reede von P. wird durch die kleine Insel Rußwurm gesichert; sie ist Station einer englischen Dampferlinie (s. Dampfschifffahrt, S. 491).

Palmas (Las P.), Hauptstadt der Insel Gran Canaria (s. d.), Sitz eines deutschen Konsuls.

Palmblad, Wilhelm Fredrik, schwed. Schriftsteller, geb. 16. Dez. 1788 zu Liljestad in Ostgotland, studierte zu Upsala, wo er in freundschaftliche Verhältnisse zu Atterbom trat und Mitglied des Aurorabundes wurde, und kaufte, um die litterarischen Zwecke der Gesellschaft zu fördern, 1810 die akademische Buchdruckerei daselbst, aus welcher die wichtigen Zeitschriften: "Phosphoros" (1810-12), "Svensk Litteraturtidning" (1813-24) und "Poetisk Kalender" (1812-22) hervorgingen. Durch die Novellen ("Schloß Sternburg", "Der Holm im Dallsee", "Amala" u. a.) und die kritischen und wissenschaftlichen Abhandlungen, die er in diese Zeitschriften lieferte, bekundete er sich als einen ebenso vorzüglichen Erzähler wie glücklichen Polemiker. Er wurde 1822 Dozent, 1835 Professor der griechischen Sprache in Upsala und starb 2. Sept. 1852 daselbst. P. hatte späterhin mehrere wissenschaftliche Werke veröffentlicht, so namentlich das ausgezeichnete "Handbok i physiska och politiska äldre och nyare geographien" (Upsala 1826-27, 5 Bde.). Früchte seiner klassischen Studien waren die Übersetzungen des Sophokles (1838-41) u. Äschylos (1841-44) sowie die "Grekisk fornkunskap" (1843-45, 2 Bde.). Von schönwissenschaftlichen Werken sind noch einige Novellen (hrsg. mit den ältern 1840-51), der humoristische Roman "Familien Falkensvärd" (Örebro 1844 bis 1845, 2 Bde.; deutsch, Stuttg. 1846) und der geschichtliche: "Aurora Königsmarck" (das. 1846-47, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1848) zu verzeichnen. Ein sehr schätzbares Werk ist ferner sein "Biographisk Lexikon öfver namnkunnige svenska män" (Upsala 1835-59, 23 Bde.; fortgesetzt von Wieselgren, Örebro 1857 ff.). Auf politischem Gebiet wirkte er als Redakteur der konservative Zeitung "Tiden" (Upasala ^[richtig: Upsala] 1847-51).

Palmbutter, s. Palmöl.

Palmeirim, Luiz Augusto, portug. Dichter, geb. 9. Aug. 1825 zu Lissabon, Sohn eines Generals, besuchte das königliche Militärkolleg daselbst, diente einige Jahre in der Armee und erhielt dann eine Stelle im Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Bald machte er sich auch als Lyriker einen geachteten Namen. Seine erste Gedichtsammlung: "Poesias" (1851), erlebte mehrere Auflagen und verschaffte ihm den Beinamen des "portugiesische Béranger". Wie dieser, nahm er an den öffentlichen Kämpfen seiner Zeit lebhaften Anteil und zwar im Sinn der Progressisten. Unter seinen patriotischen Dichtungen wurde "Os Desterrados" ("Die Verbannten"), ein energischer Protest gegen das Dekret von 1847, das die Teilnehmer an einer Militärrevolte nach Afrika verbannte, am bekanntesten. Eine Auswahl aus seinen lyrischen Gedichten erschien unter dem Titel: "Poesias populares". Außerdem schrieb er versifizierte Lustspiele und Novellen sowie zahlreiche politische und litterarische Artikel in Zeitschriften. Von seinen übrigen Werken verdient die "Galaria de figuras portuguezas" (1878) besondere Beachtung. P. ist Mitglied der Akademie zu Lissabon.

Palmella, Don Pedro de Sousa-Holstein, Herzog von, portug. Minister, geb. 1786 zu Turin, trat früh in Militärdienste, ward 1802 portugiesischer Botschaftsrat und 1805 Geschäftsträger zu Rom, wohnte 1808 als portugiesischer Gesandter der Versammlung der spanischen Cortes zu Cadiz bei, wurde dann bevollmächtigter Minister in London, nahm 1814 am Kongreß zu Wien, 1815 an dem zu Paris teil, ging sodann als Botschafter nach London und ward 1816 zum brasilischen Staatssekretär für das Auswärtige ernannt. Als in Portugal 1820 die Revolution ausbrach, trat P. an die Spitze der Regentschaft und reiste im Auftrag der Junta nach Brasilien, um den König von dem Vorgefallenen in Kenntnis zu setzen. 1823 ward er Minister des Auswärtigen und Ministerpräsident, zog sich aber als Anhänger der liberalen Partei und Englands den Haß Dom Miguels zu und ward auf dessen Befehl im April 1824 sogar verhaftet. Zwar erhielt er durch Johann VI. mit seiner Freiheit auch das Portefeuille des Auswärtigen wieder; doch fiel dies Kabinett schon 25. Jan. 1825, worauf P. als Botschafter nach England ging. 1827 ward er wieder Minister des Auswärtigen, legte aber sein Amt sofort nieder, als Dom Miguel die Konstitution aufhob, begab sich 1828 zur Regentschaft nach Oporto und flüchtete mit dieser nach England. Während in der Heimat Dom Miguel ihn 1829 zum Tod verurteilen ließ, stellte ihn Dom Pedro an die Spitze der Regentschaft auf Terceira. 1832 ward P. Minister des Auswärtigen. 1833 begleitete er als Kommissar der Königin die Expedition des Admirals Napier nach Algarve und trat an die Spitze der in Furo errichteten Regentschaft. 1834 ward er zum Herzog erhoben und 1835 von Dom Pedro kurz vor dessen Ableben an die Spitze des Kabinetts von dessen Tochter ernannt. In dieser Stellung setzte er die wichtigen Cortesbeschlüsse von 1834 und 1835 gegen die hauptsächlich vom Marschall Saldanha geleitete heftige Opposition durch, mußte aber später dem Einfluß der ihm feindlichen Kamarilla weichen; jedoch behielt er in dem am 27. Mai 1835 neugebildeten Ministerium, dessen Präsident Saldanha wurde, das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten. Die Revolution vom 4. Nov. 1836 zwang P. zur Flucht nach England; doch kehrte er bald wieder zurück und trat aufs neue in das Ministerium, in welchem er sich bis 1842 behauptete. Im Mai 1846 beauftragte ihn die Königin mit der Bildung eines neuen Kabinetts, dessen Präsident er wurde. Allein schon 6. Okt. d. J. wurde dasselbe wieder gestürzt. P. starb 12. Okt. 1850 in Lissabon.

Palmelleen, Familie der Algen aus der Ordnung der Chlorophyllophyceen (s. Algen, S. 342).