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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pantry - Panzerplatten.

Tiefseeformen mit ausgestreckten Beinen eine Länge von 0,5 m. Über ihre Verwandtschaft mit den andern Gruppen der Arthropoden oder Gliederfüßler (s. d.) ist man noch im unklaren. Versteinerte P. sind nicht gefunden worden. Hierher unter andern Pycnogonum littorale, die Uferspindelassel (s. d.). Vgl. Dohrn, Die P. des Golfs von Neapel (Leipz. 1881); Hoek, Report on the Pycnogonida, dredged by H. M. S. Challenger during the years 1873-76 (Edinb. 1881).

Pantry (engl., spr. pänntri), Anrichtezimmer, Speisekammer etc. auf Hochseedampfern und Kriegsschiffen.

Pantschatántra, Titel einer indischen Sammlung von Fabeln in 5 Büchern, die älteste derartige Sammlung im Sanskrit, frühstens im 2. Jahrh. v. Chr. unter buddhistischem Einfluß entstanden, im 6. Jahrh. n. Chr. ins Pehlewi übersetzt und durch die Mittelstufe einer assyrischen Übersetzung in alle morgen- und abendländischen Litteraturen übergegangen (s. Bidpai). Textausgaben besorgten Kosegarten (Bd. 1, Bonn 1848; Bd. 2, Greifsw. 1859) und Kielhorn und Bühler in den "Bombay Sanskrit series" (1868 ff.); Übersetzungen Th. Benfey ("Fünf Bücher indischer Fabeln etc.", Leipz. 1859, 2 Bde.) und L. Fritze (das. 1884). Vgl. Wilson, Über das P. (in "Essays on Sanskrit literature", Bd. 2).

Pánuco, alte Stadt im mexikan. Staat Veracruz, am Fluß P., 45 km oberhalb dessen Mündung bei Tampico, mit (1880) 6762 Einw. im Munizipium.

Paenŭla (lat.), ein ärmelloser, hinten geschlossener Mantel der alten Römer.

Panultĭmus (lat.), der Vorletzte.

Panúrg (griech., "Allesthuer"), nach einer Rabelaisschen Person dieses Namens s. v. w. durchtriebener, verschmitzter Mensch, Schelm; panurgisch, verschmitzt, verschlagen.

Panūrus, s. Meise.

Panyăsis, griech. Epiker aus Halikarnassos, Oheim Herodots, um 454 v. Chr. von Lygdamis, Tyrannen von Halikarnassos, getötet, besang die Thaten des Herakles in einer "Herakleia" von 14 Büchern, die von den Kritikern zu den besten Epen gerechnet wurde. Die wenigen Fragmente (hrsg. von Lehrs in "Epici graeci", Par. 1868, und von Kinkel, desgl., Leipz. 1877) zeigen eine wohlklingende, gewandte Sprache.

Panzer, eine aus Metall oder andern dichten Stoffen bestehende Bekleidung als Schutzwaffe (s. Rüstung); P. in der Zoologie (Hautpanzer), s. Haut, S. 231.

Panzer, Georg Wolfgang, Bibliograph, geb. 16. März 1729 zu Sulzbach, seit 1773 Hauptpastor an der Sebalduskirche zu Nürnberg und Aufseher der Stadtbibliothek daselbst; starb 9. Juli 1804 ebenda. Seine Hauptwerke sind: "Entwurf einer vollständigen Geschichte der deutschen Bibelübersetzung M. Luthers von 1517 bis 1581" (Nürnb. 1783, 2. Ausg. 1791) und "Annales typographici" (das. 1793-1803, 11 Bde.), ein Verzeichnis der alten Drucke aller Länder und Sprachen in alphabetischer Folge der Druckorte, kurz und genau charakterisiert, mit Angabe der Bibliotheken, in denen sie verwahrt, und der Werke, in denen sie beschrieben werden.

Panzerbatterien, Küstenbatterien oder Geschützstände, deren Brust aus einer Eisenpanzerung besteht; s. Festung, S. 186 u. 187, und Panzerungen.

Panzerblech, halb aus weichem Eisen und halb aus gehärtetem Stahl bestehendes Blech, welches gewaltsamer Zerstörung großen Widerstand darbietet und z. B. zur Konstruktion von diebessichern Geldschränken (s. d.) benutzt wird.

Panzerbrecher, s. Miséricorde.

Panzerechsen, s. v. w. Krokodile.

Panzerhemd, s. Rüstung.

Panzerjacke, s. v. w. Brigantine; s. auch Rüstung.

Panzerkette, aus Drahtringen bestehende Kette, welche bei den Pferden der Kavallerie und den Offizierreitpferden auf den Kopfriemen des Zaumzeugs aufgenäht ist, um das Genick des Pferdes gegen Säbelhiebe wie den Riemen gegen Zerhauen zu schützen.

Panzerplatten, die zum Schutz gegen feindliche Geschosse auf Schiffen oder in Land- und Küstenbefestigungen verwendeten Eisen-, Stahl- oder Stahleisenplatten, von denen die zur Bekleidung der Bordwände oder Türme auf Schiffen bestimmten bisweilen eine Stärke von 55 cm besitzen. Auf Schiffen kommen P. aus Walzeisen, Stahl oder Compound (Stahl mit Eisen), zu stehenden Panzerungen in Küstenbefestigungen ebensolche oder P. aus Hartguß zur Verwendung. Von P. ersterer Art verlangt man, daß sie beim Anprall oder Hindurchgehen des Geschosses keine Risse bekommen; die Arbeitsleistung des Geschosses lokalisiert sich auf den Treffpunkt in der Verdrängung von Panzermasse, indem es dort nur einen Eindruck macht, sich totläuft oder ein Loch ausstößt und mit dem Überschuß an Kraft ganz oder in Sprengstücken hinter dem Panzer weiterfliegt; Hartgußpanzer dagegen sollen auch die härtesten Geschosse nicht eindringen lassen. P. werden durch Schweißen von Paketen Stabeisen und nächstdem von Paketen kleinerer und dann größerer Platten zwischen Walzen hergestellt. Man hat P. bis zu 3 m Breite, 5 m Länge und 50 cm Dicke hergestellt. Für Schiffe werden P. in der Regel nicht über 1,5 m Breite und 4-5 m Länge verwendet. Reine Stahlplatten haben sich ihrer Sprödigkeit wegen nicht bewährt. Bessern Erfolg erzielte Wilson in Sheffield mit Compoundplatten, welche homogen nach außen aus Stahl, innen aus weichem Eisen bestehen. Die Dillinger Hüttenwerke bei Saarlouis liefern für die deutsche Marine Compoundplatten von 356 mm Dicke, wovon 203 mm Eisen und 153 mm Stahl sind, die in folgender Weise hergestellt werden: Unter einem 500-Ztr.-Hammer werden sorgfältig geschweißte Platten von 55 mm Stärke, 4-5 m Länge und 1,5 m Breite ausgearbeitet, nach dem Beschneiden derselben auf Maß wird ein Paket aus ihnen zusammengesetzt, welches durch Auswalzen geschweißt wird. Nach dem Erkalten richtet man die Platten unter hydraulischen Pressen und bearbeitet sie behufs der Verbindung mit dem Stahl auf Hobelmaschinen. Hierbei muß der Platte ein bedeutendes seitliches Übermaß belassen werden, um am Rand einen eisernen, mit einer Stahlplatte bedeckten Rahmen aufbolzen zu können, so daß zwischen Stahl- und Eisenplatte ein kastenartiger Zwischenraum entsteht, der nach dem Erhitzen des ganzen Pakets bis zur Hellrotglut mit Martinstahl ausgegossen wird. Nach ihrem Erkalten wird die Platte abermals bis zur Hellrothitze erwärmt, durch Auswalzen auf die richtige Stärke und durch Bearbeiten in Stoß- und Hobelmaschinen auf die geforderte Größe gebracht. Das Paket wiegt etwa 20,000, die bearbeitete Platte 15,000 kg. Die dem Schiffskörper entsprechende Form erhalten die Platten auf den Werften mittels hydraulischer Pressen. Hartguß läßt sich wegen seiner Sprödigkeit nicht in einzelnen Platten, sondern nur in ganzen Panzerungen (s. d.) verwenden, deren gewölbte Flächen die Fortpflanzung der Stoßkraft des auftreffenden Geschosses durch die ganze Panzermasse vermittelt, was eine einzelne Panzerplatte nicht kann. Die erste Verwendung fanden P. 1854 zu den für den Krimkrieg gebauten schwimmenden Panzerbatterien. S. Panzerschiff.